Freeride World Tour 26 in Val Thorens - Ergebnisse
Die Freeride World Tour by Peak Performance machte gestern Halt im französischen Wintersportmekka Val Thorens und ging dort in ihren zweiten Tourstopp der Saison. Anspruchsvolle Schneeverhältnisse zwangen die Organisatoren dazu, den ursprünglich vorgesehenen Face an der Cime Caron aufzugeben. Auch das Wetter präsentierte sich während der Hangbesichtigung wechselhaft – der Spannung tat das jedoch keinen Abbruch. Am Ende wurde es ein hochklassiger Wettkampf mit spektakulären Lines.
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:
Sieger und Siegerinnen: Victor de Le Rue (FRA), Noémie Equy (FRA), Ben Richards (NZL) und Agostina Vietti (ARG)
Ergebnisse deutschsprachiger Athleten und Athleninnen
Ski: Max Hitzig (GER) Platz 4, Tiemo Rolshoven (GER) Platz 5, Valentin Rainer (AUT) Platz 9, Lena Kohler (GER) Platz 10Snowboard: Sarah Bacher (AUT) Platz 6
Der Contest wurde letztlich an den Pointe de Thorens (3.266 m) verlegt. Das vielseitige Gelände bot zahlreiche Optionen für kreative Linien, mit dem Ergebnis, dass die Rider ein Feuerwerk an spektakulären Runs ablieferten. Vor allem das begeisterungsfähige französische Publikum sorgte bei strahlendem Sonnenschein für eine mitreißende Atmosphäre. Mehrere Podiumsplätze für Lokalmatadoren unterstrichen einmal mehr, welchen Stellenwert Val Thorens in der Freeride-Szene genießt.
Starke Auftritte von Max Hitzig und Tiemo Rolshoven
Max Hitzig setzte sein beeindruckendes Comeback nach seiner Verletzung auch in Val Thorens fort. Bei seinem ersten Start dort fuhr der Montafoner auf einen starken vierten Platz. Statt vieler Tricks setzte er auf kompromissloses Big-Mountain-Skiing und wählte die höchsten Cliffs des gesamten Contests. Kontrolliert, schnell und flüssig – genau so kennt man ihn.
Direkt dahinter platzierte sich Teamkollege Tiemo Rolshoven, der mit Rang fünf eine gelungene Premiere auf der FWT 2026 feierte. Sein Lauf überzeugte mit starken Sprüngen und einer insgesamt sehr runden Performance. Weniger zufrieden zeigte sich hingegen Valentin Rainer: Der Österreicher lag bis zu einem Sturz gut im Rennen, musste sich letztlich aber mit Platz neun zufriedengeben. Der Blick richtet sich nun gespannt auf den kommenden Stopp in Georgien.
Bei den Ski-Damen stürzte Lena Kohler zwar im unteren Bereich, konnte zuvor jedoch einige sehenswerte Sprünge zeigen. Sie beendete den Tag auf Rang zehn. Sarah Bacher kam bei den Snowboarderinnen nicht über den letzten Platz hinaus.
Ski Herren: Ben Richards nicht zu stoppen
Fünf ehemalige FWT-Gesamtsieger standen bei den Ski-Herren am Start – doch keiner von ihnen schaffte es aufs Podium. Stattdessen setzte sich erneut Ben Richards (NZL) durch. Mit einem nahezu perfekten Run sicherte er sich bereits seinen zweiten Sieg in Folge. Als letzter Starter zeigte er unter anderem einen gewaltigen 360 sowie einen Straight Air und erhielt dafür starke 92,00 Punkte.
Der zweite Platz ging an Joey Leonardo (USA). Der Rookie überzeugte mit hohem Tempo, viel Energie sowie einem 360 und einem Backflip (89,00 Punkte). Rang drei holte sich Ross Tester (USA) mit einem kraftvollen und sauberen Lauf (84,33 Punkte).
Max Hitzig, FWT-Gesamtsieger 2024, wählte als einer der letzten Starter eine zuvor unbefahrene Linie. Zwei massive Cliffdrops und eine kontrollierte Fahrweise brachten ihm – wie schon beim Auftakt in Baqueira – Rang vier ein. In der Gesamtwertung liegt er nun auf Platz drei.
Tiemo Rolshoven zeigte einen schnellen, technisch anspruchsvollen Run mit zwei Backflips und mehreren Airs. Besonders die präzise gefahrene Schlüsselstelle am Ende überzeugte die Jury und wurde mit Platz fünf belohnt. In der Gesamtwertung rangiert er nun auf Platz zehn.
Valentin Rainer eröffnete seinen Lauf mit einem Air und zwei 360s. Ein missglückter Landeversuch kostete ihn jedoch wertvolle Punkte, sodass am Ende Rang neun zu Buche stand. In der Gesamtwertung liegt er derzeit auf Platz 16.
„Ich bin unglaublich happy. Toby und Fynn, die vor mir gestartet sind, haben mir bei der Linienwahl sehr geholfen. Dafür bin ich ihnen extrem dankbar – und kann kaum glauben, dass ich wieder gewonnen habe.“

Ski Damen: Historischer Sieg für Argentinien
Agostina Vietti (ARG) sorgte für ein Novum in der Geschichte der FWT: Mit 77,33 Punkten feierte sie als erste Argentinierin überhaupt einen Sieg auf der Tour. Ihr schneller, souveräner Lauf spiegelte ihre Rennsport-Vergangenheit wider. Sybille Blanjean (SUI) belegte mit 74,33 Punkten Platz zwei, gefolgt von Wynter McBride (USA), die in ihrer Debütsaison mit Platz drei (72,00 Punkte) erneut aufs Podium fuhr.
Lena Kohler, Gesamtvierte der Vorsaison, zeigte mehrere große Sprünge, stürzte jedoch beim letzten Drop und landete auf Rang zehn. In der Gesamtwertung liegt sie aktuell auf Platz neun.
„Mein Lauf war genau so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Ich habe mich bewusst für einen klaren Plan entschieden – und der ist perfekt aufgegangen.“

Snowboard Herren: Französische Festspiele
Der vierfache Gesamtsieger Victor de Le Rue (FRA) gilt in Val Thorens als feste Größe – einen Sieg hatte er hier bislang jedoch noch nicht gefeiert. Das änderte sich nun: Mit einem technisch extrem anspruchsvollen Run in steilem, exponiertem Gelände holte er sich mit 90,67 Punkten den Tagessieg und meldete sich nach einem durchwachsenen Saisonauftakt eindrucksvoll zurück.
Shayne Blue Sandblom (USA) landete mit einem massiven Backflip und viel Style auf Platz zwei (87,00 Punkte). Rang drei ging an Enzo Nilo (FRA), der das heimische Publikum mit einem flüssigen und selbstbewussten Run begeisterte (84,67 Punkte).
„Die Stimmung war unglaublich. Frischer Powder, perfekte Bedingungen und diese Fans – das hat mich total gepusht.“

Snowboard Damen: Heimsieg für Noémie Equy
Noémie Equy (FRA) erfüllte sich in Val Thorens einen lang gehegten Traum. Vor heimischem Publikum fuhr die amtierende Gesamtsiegerin mit einer Mischung aus Präzision, Technik und Leichtigkeit zum Sieg (84,00 Punkte). Anna Martinez (FRA) bestätigte mit Platz zwei erneut ihre Konstanz, während Mia Jones (USA) mit Rang drei bereits ihren zweiten Podestplatz in ihrer ersten FWT-Saison feierte.
Sarah Bacher (AUT) ging zum zweiten Mal auf der FWT an den Start. Eine kreative Linienwahl brachte ihr zwar Pluspunkte, Abzüge in Kontrolle und Flow bedeuteten jedoch Rang sieben. In der Gesamtwertung liegt sie auf Platz sechs.
„Zu Hause zu fahren war etwas ganz Besonderes. Ich war komplett im Flow und habe jeden Moment genossen.“

Nächster Halt: Kaukasus
Mit dem zweiten Tourstopp nimmt die Saison nun richtig Fahrt auf und die Gesamtwertung beginnt sich zu formen. Besonders die französischen Rider:innen nutzten den Rückenwind des Heimpublikums in Val Thorens.
Beim nächsten Event wartet jedoch ein völlig anderes Setting: Die Freeride World Tour zieht weiter in den Kaukasus, wo mit dem Georgia Pro der dritte Stopp der Saison ansteht. Zuvor werden vom 1. bis 6. Februar bei den Allianz FIS Freeride World Championships Andorra 2026 presented by Mammut erstmals offizielle FIS-Freeride-Weltmeistertitel vergeben.
Aktuelle News, Ergebnisse und Behind-the-Scenes-Inhalte gibt es wie gewohnt auf den Social-Media-Kanälen der Freeride World Tour sowie auf freerideworldtour.com.
- Freigegeben in News

Der erste FWT-Contest der Saison wurde am Port del Rat ausgetragen. An diesem Hang hatte noch nie ein Contest der Freeride World Tour stattgefunden. Er war jedoch bereits mehrfach Schauplatz von Freeride World Qualifiern und Junioren-Events. Der nordöstlich exponierte, felsdurchsetzte 305-Höhenmeter-Hang war durchschnittlich 45 Grad steil und bot zwei Starts auf 2665 und 2622 Meter. Die teilweise von Saharasand bedeckte Schneedecke forderte die Fahrerinnen und Fahrer bei sonnigem Wetter mit wechselhaften Verhältnissen.
Snowboard Damen
Die FWT findet im siebten Jahr in Folge in Andorra statt. Ordino Arcalís hat seit Dezember mehrfach starke Schneefälle erlebt. Die Pyrenäen bieten ein abwechslungsreiches Terrain und eine große Auswahl an Hängen, auf denen der Wettkampf stattfinden kann. Die Bergführer der FWT haben bereits mit der Suche nach dem optimalen Hang begonnen. Gesundheit und Sicherheit stehen für die Veranstalter der FWT immer an erster Stelle. Deshalb arbeiten sie auch aktiv mit den lokalen Behörden zusammen und stellen sicher, dass die Wettbewerbe mit den geltenden Vorschriften vereinbar sind.
SportsMedien: Servus Manu, wie geht es Dir und Deiner Familie?
Ich habe zwei Filmprojekte wegen der Verletzung ins späte Frühjahr verschoben, wo jetzt natürlich nicht klar ist, was sein wird. Das Filmprojekt von Media pa Kanten in Norwegen wird auf jeden Fall ohne mich stattfinden.
Diese erzwungene Pause ist auch eine Chance für die Welt – wir können extrem viele Dinge besser machen, grade für die Umwelt, und jetzt ist Zeit, um da drüber nachzudenken...
Wir werden sehen, wie sich alles entwickelt, aber selbst in der nahen Umgebung von Innsbruck gibts so viele Lines. Ich hoffe natürlich, dass im nächsten Winter alle Skigebiete aufmachen können und auch die Lebensgrundlage für die Menschen hier in Tirol bestehen bleibt.
Das Spezielle am Wild Face ist das Contest-Format: Werden bei Freeridebewerben die Sieger meist durch Punktevergabe einer Jury gekürt, zählt im Pitztal einzig die schnellste Zeit. Vom Start am Mittagskogel stellen sich Rider 1.510 Höhenmetern und 4,6 Kilometern unpräpariertem Gelände bis zum Zielraum. Dabei kann sich jeder Fahrer seinen eigenen Weg suchen, festgelegte Strecken gibt es nicht. Zugelassen sind Freerider ab 18 Jahren, die mit Helm, LVS, Rückenprotektor, Sonde und Schaufel ausgerüstet sind. Das Starterfeld liest sich meist hochkarätig, und das liegt nicht nur an den zu vergebenden Punkten für das FWQ-Ranking.
Beim Pitztal Wild Face selbst werden im Normalfall etwa fünf Richtungs-Korridore auf der Strecke ausgesteckt, die von jedem Fahrer passiert werden müssen, dazwischen ist freie Geländewahl. Gestartet wird einzeln im Minutentakt nach ausgelosten Startnummern. Dann geht’s die 1.510 Höhenmeter schnellstmöglich bergab.
Die Siegerehrung findet im Anschluss an das Rennen im Zielgelände in Mandarfen statt. Das auf 1.663 Metern gelegene Ziel in Mandarfen ist auch während des Rennens der ideale Standort für Zuschauer, da von dort mehr als die Hälfte der Rennstrecke einsehbar ist. Beim Rahmenprogramm rund um das Freeride-Rennen genießen Fahrer und Zuschauer in entspannter Atmosphäre eine Freeride-Lounge sowie eine After Race Party im Hexenkessl.








