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Issue No. 93

Bergstolz Issue No 93

Aktuelle Ausgabe E-Paper

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Wenn mich zurzeit jemand fragt, wie der Winter 20/21 wird, kriegt er von mir die gleiche Antwort wie jedes Jahr um diese Zeit: Dieser Winter wird GROßARTIG!!! Und warum? Weil sich schöne Erlebnisse mehr ins Gedächtnis prägen und schlechte Sachen - Gott sei Dank - schnell in Vergessenheit geraten. Wenn ich die letzten Winter vor meinem geistigen Winterauge Revue passieren lasse, sind da viele tolle Powderabfahrten, Skitouren mit guten Freunden, Hüttenabende und besondere Bergerlebnisse. Und der letzte Winter? Natürlich hatten wir anfangs zu wenig Schnee, die Snow Card hat sich hinten und vorne nicht rentiert und der Lockdown war ein einziger Irrsinn – aber es bleiben eben auch wunderbare Tage bei der SSC in Lech, viele Skitouren in den heimischen Bergen bei Tag und Nacht, grandiose Tage beim FreerideTestival in Warth und ein denkwürdiger letzter „Skigebietstag“ am 11. März in Gurgl.

Also, egal wie der Winter wird: Mit viel Schnee, mit oder ohne Reisewarnungen – es werden wieder großartige Tage sein und, wie jedes Jahr, werde ich schöne Bergerlebnisse mit mir wichtigen Menschen teilen. Und darauf freu ich mich jetzt schon wie ein kleines Kind auf Weihnachten!!!

Und Corona? Wird uns Freerider und Tourengeher weniger treffen als die „normalen“ Winterurlauber und Pistenrutscher. Für uns ist der Blick ins Internet vor einem Skitag völlig normal. Wetter und Lawinenlage checken wir jetzt schon. Heuer kommen eben noch die Seite des RKI und der Landesregierungen dazu.

Natürlich wird dieser Winter anders werden als alle zuvor. Viele Unsicherheiten, viele Diskussionen, einige Einschränkungen. Aber auch davon werden wir uns die kommende Saison nicht vermiesen lassen! Wir werden uns an alle Regeln halten - auch wenn einige davon äußerst fragwürdig erscheinen - und appellieren auch an Euch, das zu tun. Vielleicht sind amerikanisch-geordnete Verhältnisse beim Anstehen, leise Musik und das Bier im Sitzen ja auch gar nicht so schlecht! Wir werden sehen! Aber der Winter wird toll, und die Erinnerungen daran GROßARTIG. Das steht jetzt schon fest!

Happy Skiing

Ralf

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Freeride – Next Generation

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VIER PROS ALS COACHES FÜR DEN NACHWUCHS

Es gibt immer mehr Freeride Nachwuchs. Ein Trend der sich abzeichnet. Kanada und die USA waren vielleicht die ersten Länder, in denen private und kommerzielle Freeride Teams entstanden sind. In Kanada und in den USA gibt es sogar Schulen mit dem Schwerpunkt Freeride. Im europäischen Raum sind sicher die Franzosen mit ihren großen Skischulen die Stärksten, welche Freeride Teams ganzjährig betreuen. Die Eltern der Juniors müssen hier in die Tasche greifen, um den Kids das Freeriden zu ermöglichen.

Ähnlich ist es in der französischen Schweiz. Dort gibt es schon seit Jahren Freeride Teams, welche die Berge unsicher machen. Weltweit ist die Nachwuchsarbeit in der Sparte Freeride jedoch selten bis gar nicht in den traditionellen Skiverbänden integriert. Das hat den Vorteil der Unabhängigkeit, jedoch hat es den Nachteil, dass in der Nachwuchs Arbeit wenig bis keine öffentlichen Mittel an die Teams fließen. Trifft man solche Teams bei den Junior Contests, kann man immer beobachten, dass dies sehr, sehr gut funktioniert. Man sieht, dass die Jugendlichen Spaß haben, sie lernen kreativ zu sein, sie pushen sich gegenseitig und den Ordnungsrahmen gibt der Coach vor. Der Coach hilft den Jugendlichen, dass sie sich „sicher“ entwickeln können. Den öfters genannten Widerspruch aus Team und dadurch keine Freiheit zu haben kann man nicht erkennen. Eher kann man erkennen, dass die Juniors heilfroh sind, Gleichgesinnte zu haben mit denen sie ihrer Leidenschaft nachgehen können.

Im deutschsprachigen Raum stecken wir hier noch in den Kinderschuhen. Beim Skiclub Arlberg haben wir vor vier Jahren mit der Freeride Abteilung begonnen. Es ist ein sehr großer Skiclub und darum konnten wir von Beginn an mit einem seriösen Training starten. Das Sommer- und Herbsttraining variiert zwischen Bergsport, Mountainbike, Trampolin, Krafttraining, Bangerpark – einer Schanze mit Airbag Landung - und Turnen. Es ist also ein bunter Mix aus freerideähnlichen Aktivitäten, die meist auch die mentalen Fähigkeiten fördern. Ähnlich dem Skifahren. Vielseitigkeit steht an oberster Stelle.

"Gesundheit & Sicherheit steht über allem!"

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Interview mit Andreas Steibl (Geschäftsführer TVB Paznaun-Ischgl)

Die 1.617-Seelen-Gemeinde Ischgl ist einer der bekanntesten Wintersportorte Tirols. Die Silvretta Arena bietet 239 bestens präparierte grenzübergreifende Pistenkilometer bis ins schweizerische Samnaun, etliche Freeride-Areale und einen der größten Freestyle-Parks Europas. Die Saison dauert vom 26. November 2020 bis zum 2. Mai 2021. Das vielprämierte Skigebiet ist für Freerider ein echter Geheimtipp. Aufgrund seiner Lage über 2.000 Metern Seehöhe und günstigen geografischen Gegebenheiten bietet sich dem Powder-Fan ein nahezu grenzenloser Spielplatz. Seit März 2020 steht Ischgl jedoch wegen des anfänglichen Umgangs mit der SARS-CoV-2-Pandemie in der Kritik. Wir haben mit dem Geschäftsführer des TVB Paznaun-Ischgl, Andreas Steibl, über die vergangenen Monate - und natürlich auch den kommenden Winter - gesprochen.

„Ischgl“ ist eine starke Marke mit einer klaren Ausrichtung. Im März hat Euch genau das in negativer Hinsicht getroffen. Wie habt Ihr denn diese Wochen empfunden? Wir wurden im März und den Folgemonaten ungewollt zum Corona-Medienthema. Selbstverständlich bedauern wir die negative Berichterstattung sehr. Das Corona-Virus stellt unser aller Leben gleichsam „auf den Kopf“, jeden Tag erfuhren wir durch die Experten Neues über das Virus, seine Ausbreitung und seine Auswirkungen. Niemand, kein Land und kein Ort der Welt, war auf eine derartige Pandemie vorbereitet und das Wissen um diese Pandemie war im März noch viel geringer als heute.

PER SKI & PFERD durch das wilde Kirgistan

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Verdutzte Blicke beobachten uns, als wir mit unseren vollbepackten Skisäcken zum Check-in Schalter des Fluges nach Moskau gehen. Für die Menschen am Flughafen in München wohl eher nicht verständlich, warum drei Mädels mit Skier nach Moskau reisen. Wenn die wüssten, dass es für uns danach noch weiter geht nach Kirgistan …

Wir finden einige wenige Artikel über den Wintertourismus in Kirgistan und es wird schnell klar, das Land müssen wir mit Skiern bereisen. Wir lieben exotische und fernöstliche Länder. Um ehrlich zu sein mussten wir das Land aber auch erstmal auf der Karte suchen. Kirgistan, eine raue Schönheit an der Seidenstraße, beeindruckt mit seiner vielfältigen Landschaft und seinen Hochgebirgen. So liegt zum Beispiel der bekannte Peak Lenin (7.134 m) zum Teil im Land der Nomaden.

Die Anreise ist lange und so kommen wir nach ca. 10 Stunden am Flughafen in Osh an. Der Flughafen ist überschaubar und unser Gepäck liegt bereits in der Wartehalle bereit. Beim Ausgang tummeln sich viele Männer, die uns irgendetwas auf Kirgisisch zurufen. Im Gedränge rund um den Ausgang kommt uns ein freundlich grinsender Mann entgegen und stellt sich als Samat vor. Samat wird uns die Reise über begleiten. Sein deutsch ist beeindruckend gut, er verzieht jedoch ein bisschen die Miene als er unsere Menge an Taschen und Skisäcken sieht. Er überlegt nicht lange und holt ein paar Reepschnüre aus dem Kofferraum und schon befestigen wir die Skisäcke am Dach. Um ehrlich zu sein haben wir uns nichts anderes erwartet, auch auf unserer Reise in Albanien oder Georgien wurden die Skier auf diese altbewährte Art befestigt.

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