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Issue No. 88

Bergstolz Issue No 88

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editorial

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Eigentlich wollte ich hier über meine Vorfreude schreiben. Denn ich freu mich auf den richtigen Start in die Skisaison wie meine zwei Buam auf Weihnachten. Ich sehne mich nach verschneiten Bergen, tiefem Pulverschnee, geilen Tagen mit Freunden und die ersten Skitouren vor und nach der Arbeit an meinem Hausberg. Beim „Dein Winter. Dein Sport“ Symposium in Oberstdorf hat uns Marcel Beaufils vom rheingold Institut erklärt, wie positiv Winter, Schnee und Berge besetzt sind. Starke Worte wie „unberührt“, „jungfräulich“, „glitzernd“ werden mit verschneiten Bergen assoziiert.

Ich könnte diese Assoziationskette noch seitenfüllend fortsetzten. ABER! Immer öfter muss ich mich für meinen Sport und meine Begeisterung rechtfertigen. Das sei doch nicht mehr zeitgemäß. Die Pisten zerstörten die Berge, die Beschneiung die Almwiesen, die Anreise das Klima und überhaupt diese ganzen Bauten im Hochgebirge – das müsse doch wirklich nicht mehr sein!

Was soll man da sagen? Mit Argumenten kontern? Dass z.B. nur 0,8% der Fläche Bayerns saisonal als Pisten genutzt werden und davon nur 25% beschneit werden? Dass der Energiebedarf für einen Skitag mit 16 kWh genauso hoch ist wie 22km Autofahrt mit einem Mittelklasse PKW? Dass ein kleines Skigebiet mit 20ha zur Beschneiung pro Saison so viel Energie verbraucht wie ein einzelner Ferienflug von München nach Mallorca und zurück? Oder dass der Energiebedarf für einen Hallenbadbesuch die vierfache Energiemenge kostet wie die technische Beschneiung pro Gast und Tag? Dass ein Mitarbeiter bei der Seilbahn 5,1 Arbeitsplätze in der Region sichert bzw. schafft?

Oder mit Vergleichen? Fernreisen, Kreuzfahrten oder der tägliche Stau auf Bayerns Autobahnen, weil die Staatsregierung immer noch an ihren aberwitzigen Grenzkontrollen festhält. Oder der Stau in den Innenstädten, weil immer noch zu viele Menschen lieber das Auto nehmen als mit dem Rad oder dem ÖPNV zu fahren? Auch POW sieht die Anreise als das große Problem beim Wintersport. Aber da tut sich Gott sei Dank gerade sehr viel! Die Deutsche Bahn und die ÖBB bieten vermehrt Angebote für Wintersportler. Von München kommt man mit dem Zug wunderbar nach Garmisch-Partenkirchen oder die Münchner Hausberge, aber auch nach Fügen im Zillertal ist man nur knapp zwei Stunden unterwegs. Und wenn´s schon das Auto sein muss: Tut euch zusammen – das macht mehr Spaß und schont die Umwelt am meisten! Oder Ihr macht’s wie unser Graphiker Toni – der fährt in Garmisch nur mit dem Rad zum Lift!

Wie auch immer, schaut‘s auf die Umwelt – wir haben nur eine! Denn ich und wir alle wollen doch weiter in Vorfreude schwelgen und diese wunderbaren Gefühle erleben!

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