FWT, FWQ und FJT 2019 in Japan
Freeride-Boom im Land der aufgehenden Sonne
Innerhalb von nur zwei Jahren entwickelte sich die Freeride-Contest-Szene in Japan rasant: Fand im Januar 2017 erst der allererste Qualifier-Bewerb in Hakuba statt, so sind es 2019 der Tourstart der Freeride World Tour, vier Freeride World Qualifier und ebenfalls vier Bewerbe der Freeride Juniors Tour.
Japan bietet nicht nur Schnee en masse, sondern hat, wie Europa, eine über hundertjährige Ski-Historie: Am Ende der Meiji-Ära (1868-1912) trainierte die österreichisch-ungarische Armee die kaiserliche Armee der Japaner im Skifahren. Japan fungierte auch 1972 und 1998 Mal als Gastgeber für die olympischen Winterspiele, heute machen Urlauber aus China und Australien das Gros der Wintersporttouristen aus. Wobei mehr als fünf Millionen Japaner selbst Skifahren oder Snowboarden. „Zu Beginn gab es weder Sessellifte noch präparierte Pisten. Das war die Zeit des puren Freeridens in Japan. Später betrachtete man Freeriden und das Fahren im Backcountry dann als extrem gefährliche Aktivitäten, was zu Beschränkungen führte. Deswegen fahren heute nicht mehr als 5% der Japaner abseits präparierter Pisten. Die Freeride World Tour und das Hakuba Valley veranstalten jetzt nicht nur einen Freeride-Event von Weltklasseformat, sondern erinnern Skifahrer und Snowboarder auch daran, dass es um die Freiheit geht, in natürlichem Gelände abzufahren“, so Yojiro Fukushima, Direktor der Tourismuskommission des Hakuba VillageNeben den Freeride-Wettbewerben wächst der Sport in Japan auch an der Basis: Sieben Skischulen bieten eine Freeride World Tour Academy an. Die Academy vermittelt gemeinsam mit einheimischen Experten und Profifahrern Freeride-Knowledge an Nachwuchsfahrer.
Freeride Contests Japan 2019:
15. – 17. Januar: 3* FWQ Freeride Hakuba
19. – 26. Januar: FWT Hakuba
26. – 27. Januar: 1* FWQ Freeride Maiko
26. – 27. Januar: 1* FJT Freeride Maiko
9. – 10. Februar: 1* FJT Japan Freeride Open Juniors
16. – 17. Februar: 1* FJT Mt.ICI Sport Powder Freeride Kiroro Open Juniors
19. – 21. Februar: 2* FWQ Freeride Kiroro
6. – 8. März: 2* FWQ Arai Freeride Qualifiers
23. – 24. März: 1* FJT Freeride Kiroro Juniors
www.freerideworldtour.com
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In punkto Austragungsorten gabs zur vergangenen Saison nichts Neues zu vermelden:
Auf den 22 Ski Herren wird 2019 vielleicht noch mehr Augenmerk als sowieso schon liegen, ist doch Tanner Hall mittels Wildcard mit dabei. Weitere Wildcards gehen an FWT-Sieger 2013 Drew Tabke, Aymar Navarro und Fabio Studer. Alleine sechs Rookies werden sich in der FWT beweisen, darunter auch Konstantin Ottner aus Kaufbeuren: „Es freut mich mega, dass es schneller mit der Teilnahme an der FWT geklappt hat, als ich mir erträumt hatte“ sagte der 20-jährige Allgäuer. Vorjahressieger Christopher Turdell bekommt es also mit 21 motivierten Gegnern zu tun, die nur ein Ziel haben: Ihn vom Thron zu stürzen.
Bei den Snowboardern ist die eine große Frage, ob es irgendjemandem gelingen wird, Sammy Luebke auf dessen Weg zum vierten FWT-Titel in Folge aufzuhalten. Thomas Feurstein aus Schruns, der Zweitplatzierte der FWT 2019, und Gigi Rüf aus Bregenz, letztes Jahr nach seinem Sieg in Fieberbrunn Gesamtvierter, zählen zum engsten Favoritenkreis. Die Wildcard ging an Bigmountain-Spezialist Victor De Le Rue.
Die 50 besten Freerider der Welt treten in vier Kategorien an: Ski Damen und Herren sowie Snowboard Damen und Herren. Sie kämpfen auf drei Kontinenten um den Titel des Freeride-Weltmeisters in ihrer Disziplin. Nach dem Auftakt in Japan Ende Januar und dem Contest in Kanada folgt das Highlight für die Freeride-Fans in Mitteleuropa, wenn vom 22. bis 28. Februar 2019 das Kräftemessen am Wildseeloder in Fieberbrunn (AUT) steigt. Nach dem vierten Event in Vallnord-Arcalís (Andorra) geht es für die besten FahrerInnen zum Finale, dem Xtreme Verbier Ende März.
Nur die besten 13 der 24 Skifahrer, sechs der acht Snowboarder, sechs der acht Skifahrerinnen und vier der sieben Snowboarderinnen sind Ende März beim Xtreme Verbier dabei, um den Weltmeister respektive die Weltmeisterin zu ermitteln. Gezählt werden nur die drei besten Resultate vor dem Cut.
Nach zwei actionreichen Wettbewerben in Kicking Horse fällt in den nächsten beiden Etappen in Andorra und die Woche darauf im österreichischen Freeride-Mekka Fieberbrunn (9. bis 15. März) die Vorentscheidung, wer sich für das große Finale Ende März beim Xtreme Verbier in der Schweiz qualifiziert.
Thomas Feurstein aus Schruns holte sich nach seinem gestrigen zweiten Rang heute den nächsten Podiumsplatz bei den Snowboardern: Er glänzte mit einem Backside 360 sowie zwei weiteren Sprüngen und fuhr auf Platz drei. Zweiter wurde Vortagessieger Davey Baird, der mit einem flüssigen Lauf und drei Drops 69 Punkte sammelte. Der Sieg ging an Jonathan Penfield, der drei Grabs zeigte. Für Gigi Rüf, der mit einer Wildcard an den Start ging, lief es abermals nicht wunschgemäß – der Vorarlberger belegte Rang vier. „Es hat super Spaß gemacht“, sagte Thomas Feurstein. „Ich konnte meinen 360 und den Sprung am Felsen oben stehen, es lief heute ziemlich gut für mich!“
Felix Wiemers aus Biedenkopf (GER), am Vortag nach solidem Auftritt auf Platz 14, begann seinen Lauf mit einem Backflip und landete am Ende auf Platz 11. Stefan Häusl, beim ersten Event nach Sturz auf Platz 21, startete mit einem technisch anspruchsvollen Doppelsprung und blieb dann nach einem Backflip im Schnee hängen: Platz 19 für den Strengener. Fabio Studer aus Koblach stürzte nach einem Sprung und belegte in der Endabrechnung Platz 22 nach seinem 13. Rang vom Vortag.
Wakana Hama (JPN), die eigentlich im Boardercross zu Hause ist, holte mit einer technisch schwierigen Linie 66,33 Punkte und damit gleich bei ihrem ersten FWT-Auftritt den Sieg. Platz zwei ging an Erika Vikander, Titelverteidigerin Marion Haerty wurde mit einem 360 Dritte. Manuela Mandl, Siegerin des Auftaktevents, stürzte gleich zu Beginn des Laufs im Steilhang und musste sich mit Platz sieben zufriedengeben.
Den Auftakt in Kicking Horse machten die Snowboarder. Thomas Feurstein startete von der unteren Startposition und setzte gleich zu Beginn einen 180 in den Hang. Mit einem Indy sammelte er weitere Air & Style-Punkte und erhielt für seine flüssige Fahrt schließlich 78 Punkte. Besser war nur Davey Baird, der dritte Platz ging an Blake Hamm. Gigi Rüf (AUT), der mit einer Wildcard am Start war und dessen Auftritt mit Spannung erwartet worden war, begann stark mit einem Backside Air und einem Frontside 360, stürzte dann aber leider bei einem weiteren Sprung und musste sich mit Platz sechs zufriedengeben.
Bei den Snowboarderinnen war die Wienerin Manuela Mandl, die sich über fünf Siege beim Freeride World Qualifier 2017 wieder für die FWT qualifiziert hatte, nicht zu schlagen. Sie zeigte in ihrem flüssigen Run eine kreative Linie und vier sicher gestandene Sprünge. Mit 80 Punkten gewann sie den Wettkampf deutlich vor Anna Orlova und Titelverteidigerin Marion Haerty. „Ich bin überglücklich“, freute sich Manuela Mandl. „Obwohl ich bei einem Absprung an einem Stein hängen geblieben bin, konnte ich alle Sprünge stehen.“
Mit einem sensationellen Lauf holte sich British-Columbia-Local Logan Pehota den Sieg bei den Skifahrern. Er läutete seinen Run mit einem 360 ein, schickte einen technisch schwierigen Double Cliffdrop hinterher und krönte die Abfahrt mit dem wohl höchsten Sprung des Tages. Unglaubliche 98 Punkte waren nicht zu schlagen – auch nicht von Markus Eder, der sich nach zweijähriger Abwesenheit eindrucksvoll auf der FWT zurückmeldete: Nach drei weiten Shiftys sprang er einen 360 und erhielt für seine schnelle, flüssige Fahrt 94 Punkte. Platz zwei für den Italiener vor Ivan Malakhov der mit seinem aggressiven Run auf Platz drei fuhr.
War aber leider nicht so, denn jetzt muss man eines wissen: Einige Gipfel der japanischen Alpen kratzen zwar an der 3000er Marke. Die Skigebiete gehen aber nur bis auf etwa 1800 Meter. Der Ort Hakuba Happo-one liegt auf 700m. Es hat aber bis fast ganz oben geregnet...
Nachdem alle um 5 oder früher aufgestanden waren, warteten die ersten Rider im Aufstieg auf das angekündigte Wetterfenster. Die gesamte Finish Area war aufgebaut, der Livestream lief, nur das Wetterfenster kam nicht. Maximal die Hälfte vom Face war von unten zu sehen, auch die Schneebedingungen waren schwierig, der durch den Regen verursachte, harte Deckel war fast immer zu spüren. Nach einer Wartezeit von mehreren Stunden und aufkommendem, starken Wind mussten wir schließlich aufgeben.
In den nächsten Tagen war die gesamte Crew durchgehend am Powdern, endlich wurde jedes Klischee von #japow erfüllt - Pillows und endlos viele Faceshots im japanischen Wald in verschiedenen Gebieten im Hakuba Valley. Und das, obwohl die Freeridezonen in Japan stark reguliert sind: je nach Resort darf der Wald nur teilweise und nach Freigabe oder gar nicht befahren werden.
Am Freitag Abend beim Ridersmeeting dann die Gewissheit: Der Contest kann in Hakuba nicht stattfinden, sondern muss woanders restaged werden. Extrem schade, aber für die Sicherheit von uns Ridern die richtige Entscheidung.
In zwei Tagen kehrt die Freeride World Tour (FWT) zum ersten Mal nach 2014 nach Kanada zurück. Austragungsort ist dieses Jahr erstmals Kicking Horse bei Golden in British Columbia. Das Skigebiet inmitten der kanadischen Rocky Mountains wird vom 3. bis 9. Februar 2018 46 Teilnehmer aus vier Kategorien sowie diverse Event-Wildcards willkommen heißen. Das Einheimischen Logan Pehota (Whistler/British Columbia, Ski Herren), Audrey Hebert (Banff/Alberta, Snowboard Damen), Kylie Sivell (Rossland/British Columbia, Ski Herren) und Trace Cook (Nelson/British Columbia, Ski Herren) werden versuchen, sich vor der internationalen Konkurrenz zu platzieren.









