Last Man Flying
- Freigegeben in Unterwegs

„Mit dem BMW Powder Ride Heli gelangen Sie zum Ausgangspunkt Ihrer Träume. Der Heli fliegt durch die faszinierende Alpenwelt bis hinauf zum Gipfel, dem 2.652 Meter hohen Mehlsack oder das Schneetäli (2450 Meter). Gemeinsam mit einem erfahrenen Bergführer von der Skischule Warth ziehen Sie Ihre Spuren in den unberührten Pulverschnee bis hinab ins Tal." – so ist das Abenteuer Heliskiing auf der BMW Website beschrieben. Da kommen einem doch sofort Bilder von unberührten Powderhängen, Bigturns und Faceshots in den Kopf. Der Traum jedes Freeriders oder jeder Freeriderin!!!
„Und Ihr wollt´s heut noch zum Heliskiing?" So wurden wir vergangenen Freitag im Büro der Skischule Warth von deren Chef Mathias ungläubig und fast schon a bisserl bemitleidend begrüßt. Auf der Fahrt Richtung Warth kamen auch bei uns Zweifel auf, ob es klug war, den Termin für diesen Tag Woche um Woche nach hinten zu schieben. Aber es war wie meistens – einmal konnte Fynn nicht, dann ich, dann war schlechtes Wetter und der Heli konnte nicht fliegen, dann Wochenende und da darf am Alberg nicht geflogen werden. „Letzte Woche hättet´s da sein müssen – da sind wir bis zum Bauch im Powder gesteckt" das waren die ersten Worte unseres Guides Marco, die irgendwie in die gleiche Kerbe schlugen. Aber was soll´s, sagten wir uns – Freeriden ist nicht immer nur Powder und schon fast als Drohung an Marco gerichtet: „und a gscheider Guide findet überall noch a bisserl Powder!".
Unter diesen denkbar ungünstigen Voraussetzungen ging es also Richtung Flexenpass, wo uns der BMW Heli abholen sollte. Parken, Ski ausladen, Skischuhe an und kaum waren wir fertig, hörte man von fern das leise Knattern eines Eurocopters. So ein anfliegender Helikopter macht aus jedem Mann wieder einen kleinen Bub! Es ist einfach eine völlig andere, faszinierende Art der Fortbewegung und einfach immer wieder beeindruckend, wie leise und elegant der Heli vor einem aufsetzt. Dass das Heliskifahren für die Mitarbeiter von Wucher Helikopter ungefähr so alltäglich ist, wie das chauffieren von Gästen für einen Taxifahrer in der Münchner Innenstadt, tat dabei unserer Begeisterung keinen Abbruch! Ski einladen, einsteigen, Türe zu, Gurt anlegen und schon geht es los.
Langsam zieht Ludwig den Heli in die Luft, wir überfliegen zuerst Zürs, dann Lech, um dann über Zug Kurs auf´s Schneetäli zu nehmen. „Da könnt ma noch a Glück haben" hat vorher Marco seine Entscheidung begründet, diesen Berg anzufliegen. Doch als wir schon im Anflug auf den Landeplatz sind, gibt Marco die Order abzudrehen und doch auf den Mehlsack zu fliegen. Was Ludwig dazu veranlasst, seinen taxifahrerischen Flug Stil kurz zu vergessen und in einer steilen Linkskurve, die uns allen ein breites Grinsen ins Gesicht zieht, auf den Mehlsack zuzusteuern. Landeanflug, Ski ausladen, Abflug - ist dann fast wieder wie beim Aussteigen aus dem Taxi am Hauptbahnhof München – nur das Zahlen fehlt. Versonnen schauen wir dem Heli nach, der schon nach Sekunden nicht mehr zu hören ist und nach ein paar weitern Momenten auch nicht mehr von den umgebenden Bergen zu unterscheiden ist.
Erst dann hebt sich der Blick! Wir sind allein! Ringsum nur Berge. Keine Lifte, keine anderen Skifahrer, nur „Gegend". Das ist für mich das beeindrucktendste am Heliskifahren – zwischen Einstieg am Flexenpass bis zur absoluten Ruhe oben am Mehlsack sind nur ein paar Minuten vergangen. Und wir können die Ruhe und die Aussicht richtig genießen. „Ihr seid´s für die Saison die letzten" hat uns auch Pilot Ludwig vorher noch bestätigt. Zur Hauptsaison fliegt er die Gruppen im 10 Minuten Takt auf die zwei Arlberger „Heli-Berge". Wir können uns also Zeit lassen. So lang, dass der Schnee etwas auffirnt, werden wir aber leider nicht warten können. Die warmen Temperaturen, die Sonne vom Vortag und ein paar Grad unter Null über Nacht haben der Schneedecke sehr stark zugesetzt und sie zu „sehr interessanten Schneebedingungen" gemacht, wie Marco den bock hart gefrorenen Untergrund lächelnd bezeichnet.
Aber es hilft ja nichts und Freeriden ist nicht immer Sonne, Powder, Zuckerschlecken.
Wir schauen, dass wir auf möglichst unverspurten Terrain den ersten Süd-Ost Hang hinter uns bringen, um möglichst schnell auf den Nord-Ost Hang des Mehlsack zu gelangen. Natürlich frotzeln wir die ganze Zeit, wo denn jetzt der „Arlberg Powder" und der „unberührte Pulverschnee" sei, was bei Marco natürlich den gewünschten Reflex auslöst, rum um den Felsen, rein in die Rinne und da ist er: POWDERALARM!!!

Zwar nur für ein paar Schwünge aber immerhin. Wer hätte das gedacht! Selbstischer grinsend kommt ein „A Bier für'n Bergführer, der an Powder findet" von Marco. Was normal schon Ehrensache ist, aber heute doppelt.
Je näher wir dem Zuger Tal kommen, desto besser (weicher) wird auch der Schnee und bei einigen Turns spritzt zumindest der Firn!
Und als wir anschließend im Lift auf unser Heliabenteuer zurückblicken, hat es sich doch mehr als gelohnt: anspruchsvoller Einstieg, ein paar Powderturns und eine schöne Firnabfahrt. Alle hatten Spaß und wir sind uns einig, dass man auch bei „interessanten Schneebedingungen" eine Menge Spaß haben kann.
Den Spaß hatten wir natürlich auch noch den ganzen Tag im Skigebiet Lech/Zürs. Marco führte uns immer wieder zu schön aufgefirnten Südhängen. Dass wir dabei das eine oder andere mal nur per Pedes weiterkamen war egal – das Freibier war ihm schon längst sicher.


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