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ABRUZZEN | ITALIEN


A LITTLE SOBRIETY/ in den Abruzzen

Wenn wir immer nur auf perfekte Bedingungen warten, werden wir im Winter nicht mehr viel erleben…

Unser Plan war ziemlich simpel: 5 Tage blocken, um eine gute Zeit mit Freunden zu verbringen, ein neues, wildes Massiv zu entdecken und bei unserem Mini-Abenteuer ein bisschen „grün“ unterwegs zu sein. Und wir sind sogar noch etwas in die Kultur abgetaucht, was eher selten für uns alpine Geschöpfe ist.

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Mit dem – überraschend bequemen – Nachtzug ging es für uns von Wien nach Rom. Dort verbrachten wir dann den Tag, schlenderten durch die engen Gassen, um anschließend drei Tage in den Abruzzen Ski zu fahren, die nur eine Stunde mit dem Auto entfernt liegen.

Frischen Powder fanden wir dort nicht, sondern vom Wind verwehte Schneereste. Ein weiteres trauriges Beispiel für unsere mageren Winter… Aber Frust wich bald Reflexion und Philosophie (wie so oft) – und vor allem guter Pizza und viel Spaß!

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TAG 1 /

Am Bahnsteig des Wiener Hauptbahnhofs treffen wir unsere Freunde Veronika und Paul. Nur wir, die Ski am Rucksack und große Lust auf Abenteuer!

Wir entdecken die engen Liegeplätze, die uns über Nacht nach Rom bringen werden. Der Kebab, den wir im Gang des Zuges essen, ist zwar kalt, aber das trübt keinesfalls die Stimmung, da wir endlich alle zusammen sind. Das monotone Rattern wiegt uns in einen Traumschlaf – wie ein 13-Stunden-Nickerchen. Gelegentlich weckt uns der Zigarettengeruch, der bei den Stopps durchs Fenster zieht, oder die Schläge der Gleise.

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Angekommen auf italienischem Boden, weht uns schon der Duft von Pizza und heißem Kaffee entgegen! Rom empfängt uns für einen Tag. Beim Schlendern durch die alte Hauptstadt stellen wir uns vor, wie sie einst das Epizentrum der antiken Welt war: vom Circus Maximus über das Kolosseum bis hin zum gigantischen Petersdom.

Nach diesem kulturellen Intermezzo wächst die Sehnsucht nach Bergen und Ski!

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TAG 2 /

Endlich brechen wir auf in die Abruzzen! Doch je näher wir dem Massiv kommen, desto mehr mischen sich Überraschung und Ernüchterung. Wunderschön und wild – aber auch schneearm. Während wir auf Karten nach möglichen Lines suchen, riskieren wir den schlechten Reflex, in die sozialen Netzwerke zu schauen… und sehen: In den Alpen schneit es gerade wie verrückt. Vielleicht die einzige „echte“ Winterwoche der Saison – und wir verpassen sie!

Jetzt beginnt die mentale Übung: Hier im Süden Italiens, aber ohne richtige Schneebedingungen. Trotzdem wollen wir die Reise unvergesslich machen und vor allem den Frust loswerden, der durch den Vergleich entsteht!

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Wir parken auf einem großen, komplett leeren Parkplatz unterhalb eines alten, verfallenen Lifts. Ein dünnes Schneeband im Gras reicht, um die Ski anzuschnallen. Nach Überquerung des kleinen Passes gelangen wir auf die Nordseite. Der Pass ist fast unpassierbar, da der Wind mit fast 160 km/h wütet und uns buchstäblich am Weitergehen hindert.

Wir krabbeln auf allen Vieren durchs Gras, Ski auf dem Rücken, und versuchen, gegen den Wind anzukämpfen. Endlich oben, öffnet sich eine flache, weite Ebene. Hier liegt zumindest
etwas Schnee.

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Ein verlassenes Skigebiet steht mitten in dieser fast mondähnlichen Landschaft. Zum Tagesende werden die Farben spektakulär, Wolkenlücken geben Ausblick auf die umliegenden Gipfel. Die Sonne versinkt zwischen Himmel und Erde, schwarze Wolken drücken sich herab. Wir beenden den Tag mit unserer Abfahrt auf den eisigen Hängen – inklusive Stirnlampen.

TAG 3 /

Heute soll das Wetter top sein! Ziel: der Gran Sasso (2912 m), höchster Gipfel der Abruzzen. Doch die Laune des Wetters ist – wie in den Büchern beschrieben – eher launisch: dicht hängende Wolken, hart gefrorener Schnee. Mit heiklen Spitzkehren arbeiten wir uns ins Massiv vor.

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Im Talboden sehen wir den Gipfel des Gran Sasso. Er wirkt absolut unerreichbar, vom Schnee und Wind plattgedrückt – fast schon furchteinflößend. Wir flüchten in das einzige Café eines alten Skigebiets – das einzige, das in der Region noch geöffnet ist. Mit lediglich drei Pisten und einer völlig veralteten Infrastruktur erinnert das Gebiet an ein Relikt aus Jugoslawien. Wie hier Leute zahlen können, um dort zu Skifahren, bleibt ein Rätsel. Dennoch spendet die heiße Schokolade großen Trost und entfacht unsere beinahe verlorene Motivation wieder!

Als Trost besteigen wir einen kleineren Gipfel, von dem wir einen grandiosen Blick auf die Adria haben! Sie scheint so nah! Unglaublich, dass Rom nur 1 Stunde westlich liegt und das Meer etwa 20 Minuten östlich.

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Doch die Wolken lauern und wir müssen wieder zurück. Mit Steigeisen und Pickel geht’s über steile, vereiste Flanken, wo die Skikanten keinen Halt geben. Unten angekommen, geht es für uns weiter Richtung Süden, in den Nationalpark Majella. Dort wartet unser charmantes Airbnb in einem typischen süditalienischen

Steinhaus – und endlich wieder Schnee im Dorf! Morgen ist unser letzter Tag, den möchten wir voll auskosten!

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TAG 4 /

Bei Tagesanbruch brechen wir auf – und wir sind nicht allein, ein gutes Zeichen. Fast 1 Meter Schnee säumt die Straße, eine völlig andere Atmosphäre, eine völlig andere Landschaft!

Wir beginnen den Tag mit einem 1500-m-Aufstieg, geradewegs einen steilen Hang hinauf, inklusive einer 40°-Neigung am Gipfel. Beim Aufstieg treffen wir die lokalen Bergretter, die „Carabinieri“ (Polizei auf Italienisch), die hier trainieren und Schneeprofile
graben. Ein spannender Austausch – auf Englisch-Italienisch erklären sie, wie speziell der Schnee hier ist: aufgrund des Einflusses der Winde aus Mittelmeer und Adria, die nur rund hundert Kilometer auseinanderliegen, und wie stark die Feuchtigkeit eine Rolle spielt.

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Wir erreichen den ersehnten Gipfel, den Monte Amaro (2793 m)! Über ein Meter Raureif überzieht das Gipfelkreuz – ein Anblick für die Ewigkeit. Glück pur an unserem letzten Tag! Eine schnelle
Umarmung, dann folgt die Abfahrt: leicht aufgefirnter Schnee, perfekt zum Fahren. Danach geht’s zurück nach Rom, von wo wir ein paar Stunden später unseren Zug Richtung Heimat nehmen. Letzte Pizza am Bahnhof, wieder rein in die kleinen Liegen – und bald sind wir wieder zu Hause.

ABRUZZEN – WIR KOMMEN WIEDER!

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