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Seite 22 | BERGSTOLZ Ski Magazin NOVEMBER 2017

LORRAINE

gearbeitet. Ich tat mir selber leid. Nach ein paar Tagen fasste ich aber den

Entschluss, der mir durch diese Wochen helfen sollte: Ich wollte unbedingt

in Fieberbrunn an den Start gehen. Ich tat alles dafür - Training, Physiothe-

rapie, Ernährungsumstellung, Akupunktur – und hielt durch: Anfang März

wurde ich am Wildseeloder Dritte.“

Verletzungen sind untrennbar mit dem Karriereverlauf eines Spitzensportlers

verbunden. Kaum eine oder einer, der unverletzt in die Sportlerpension gehen

kann. Bei nur wenigen kommt es allerdings so dick wie bei Lorraine. Beim

ersten Contest im Februar 2016 in Chamonix springt sie auf einen Stein und

zieht sich eine Fraktur des Tibiakopfes zu. Dazu kommt ein eingerissener Wa-

denmuskel. „Die Saison konnte ich also wieder vergessen.“ Und wieder rich-

tete sie ihren Fokus auf ein konkretes Ziel, und wieder war dieses Ziel

Fieberbrunn. Sechs Wochen nach dem Bruch des Schienbeinkopfes verpasste

sie das Podium am Wildseeloder als Vierte knapp.

2017 schließlich eine Traumsaison, vomWeltmeistertitel gekrönt. 2018 wird

sie wieder in der Freeride Worldtour starten. Sie will natürlich auch wieder

ganz vorne mitmischen. Die Konkurrenz kann sich warm anziehen: „Ich bin

seit über 10 Jahren Profi-Freeriderin und fühle mich körperlich und mental

stärker als je zuvor.“ Trotzdem versucht sie die Lockerheit zu bewahren:

„Eines habe ich gelernt: mich nicht mehr auf Resultate und Podien zu kon-

zentrieren sondern auf den Prozess, das Skifahren selber. Das ist jedenfalls

mein Schlüssel zum Erfolg.“ Und beinahe wie zu sich selbst fügt sie hinzu:

„Ich muss niemandem mehr etwas beweisen.“

Foto: Bernard

Foto: Dom Daher