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HUBER

BERGSTOLZ Ski Magazin NOVEMBER 2017 | Seite 19

„Die letzte Saison hat mir irrsinnig Spaß gemacht, weil ich an einem Punkt

angekommen bin, wo ich wirklich im Flow Skifahren konnte, selbst unter

Leistungsdruck. Ich hab ein System für mich entwickelt und das dann

während der fünf Events einfach immer wiederholt“, blickt Lorraine auf

den vergangenen Winter zurück. Dieses System hat auf der Freeride

Worldtour 2017 hervorragend funktioniert: Siege in Andorra beim aus

Chamonix verlegten Tourstopp und in Fieberbrunn, ein zweiter Platz in

Haines, Alaska und ein dritter Rang bei den FWT Finals in Verbier in der

Schweiz bedeuteten in der Gesamtwertung den Titel vor Titelverteidigerin

Eva Walkner und Arianna Tricomi.

Besonders gefreut hat sie sich, dass ihr in Fieberbunn alles aufgegangen ist:

„Das war meine fünfte Fahrt amWildseeloder, und es ist mir heuer zum ers-

ten Mal gelungen so zu fahren, wie ich es mir vorgenommen hatte. Diese

große Freude im Ziel, herrlich.“ Die Vorarlbergerin aus Lech am Arlberg hatte

in der Saisonvorbereitung viel an Skitechnik, körperlicher und mentaler Stärke

gearbeitet, das sollte die Basis des Erfolgs bilden. „Während eines Runs ist

mein Ziel, keine Gedanken zu haben, sondern einfach im Tun zu bleiben. Das

ist mir in Fieberbrunn hundertprozentig gelungen: Ich wollte mich nach dem

Gewinn in Andorra auf die Sprünge konzentrieren, bin am Start des Wildsee-

loders in meiner Routine geblieben, damit ich meinen Körper gut spüre. Bei

der Fahrt hab ich dann nichts mehr gedacht, nur gehandelt. Das war ein un-

glaubliches Gefühl, so eine coole Erfahrung! Ich hatte das Gefühl, vollkom-

men im Hier und Jetzt zu sein und alles unter Kontrolle zu haben.“

Der Weltmeistertitel stellt den Höhepunkt einer langen Freeride-Karriere dar:

Schon 2004 nahm die heute 37jährige an Contests teil. Ihre Leidenschaft für

das Geländeskifahren entdeckte sie mit 14 Jahren, als sie in den Erwachse-

nengruppen der Skischule Lech mitfahren durfte. „Ich war wochenlang mit

Peter Jochum und Raimund Bischof unterwegs, wir waren nur im Gelände“,

erinnert sie sich. Mit 18 begann sie dann richtig zum Freeriden. „Ich bin Mar-

tin ‚McFly‘ Winkler einfach überall hinterher gefahren. Der hat damals mit

mir zusammen in der Skischule Lech gearbeitet.“

Die Faszination Freeriden hat Lorraine seitdem nicht mehr losgelassen, selbst

Foto: Dom Daher

Foto:Tim

Lloyd