Gracey Hemstreet
| Alter: | 21 |
| Wohnort: | Squamish, British Columbia |
| Homespot: | Sunshine Coast |
| Beruf: | Downhill MTB Rider |
| Sponsoren: | Norco, adidas, Race Division, Red Bull |
| Ziele: | Overall und World Championships gewinnen |
Instagram: @graceyhemstreet
Gracey Hemstreet musste nie lange überlegen, welchen Sport sie einmal machen würde. Das Mountainbiken war von Anfang an Teil ihres Lebens. Während andere Kinder ihre ersten Runden auf dem Spielplatz drehten, lernte sie mit vier oder fünf Jahren auf dem Rasen zwischen ihrer Mutter und ihrem Großvater hin und her zu fahren. Wenige Jahre später stand sie bereits dort, wo ihre Geschichte eigentlich beginnt. Im Coast Gravity Park. Ihr Vater gehörte zu den Menschen, die die Trails des Parks mit aufgebaut haben. Während die Erwachsenen schaufelten und bauten, fuhr Gracey ihre Runden. „Ich bin einfach hochgelaufen und wieder runtergefahren“, erinnert sie sich. Damals war sie acht Jahre alt. Dass daraus einmal eine Karriere werden würde, spielte keine Rolle. Es ging ihr nur ums Fahren. Vielleicht ist genau das bis heute ihr größter Vorteil geblieben. Auf die Frage, wann Downhill mehr als nur Spaß wurde, antwortet sie trocken: „Downhill ist Spaß. Deshalb mache ich es.“ Eine Antwort, die viel über ihre Herangehensweise verrät. Während andere früh über Resultate und Karriere nachdenken, fuhr Gracey einfach. Die Erfolge kamen von allein.
Schon als Juniorin gehörte sie zu den Schnellsten ihrer Generation. Druck verspürte sie dabei kaum. Sie fuhr Rennen, weil sie Lust darauf hatte, nicht weil sie musste. Natürlich seien die Erwartungen heute größer, sagt sie. Vor allem die eigenen. Trotzdem versucht sie, sich genau das zu bewahren, was sie von Anfang an angetrieben hat, den Spaß.
Ihr erster World Cup im Jahr 2021 ist dafür ein gutes Beispiel. Gemeinsam mit ihrer Mutter, ihrem Großvater und einigen Freunden von der Sunshine Coast reist sie zum Rennen. Oben am Start sitzen sie und eine Freundin zwischen den besten Riderinnen der Welt. Während die Konkurrenz auf Trainingsbikes aufwärmt, schauen sie sich an und denken: „Okay, dann machen wir halt ein paar Hampelmänner.“ Die Nervosität wird von Neugier verdrängt. Am Ende qualifiziert sie sich als Schnellste und wird Fünfte. Ein erster Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte.
Besonders geprägt haben sie die Erfahrungen bei Red Bull Hardline. Als sie zum ersten Mal in Tasmanien am Start steht, wirkt die Strecke fast absurd. Gemeinsam mit ihrem Vater läuft sie den Kurs ab. Bei manchen Features denkt sie nur: „Keine Chance, warum bin ich überhaupt hier?“ Doch sobald das Training beginnt, verändert sich etwas. Sprung für Sprung wächst das Vertrauen. Am Ende gehört sie zu den wenigen Frauen, die die Strecke komplett bezwingen. Ein Moment, auf den sie bis heute stolz ist. Trotz aller Erfolge lief nicht immer alles nach Plan. Einer der schmerzhaftesten Momente kam vergangene Saison in Andorra. Kurz vor dem Ziel stürzt sie auf einem vermeintlich einfachen Feature und verliert dadurch die Chance auf einen Sieg. Auch der verpasste Gesamtsieg schmerzte. Doch lange aufhalten lässt sie sich davon nicht. „Du machst einfach weiter“, sagt sie.
Was sie antreibt, ist einfach: Sie hat ihre Ziele noch nicht erreicht. Es gibt noch Titel zu gewinnen, Herausforderungen zu meistern und Grenzen zu verschieben. Und solange das so ist, wird Gracey Hemstreet weiter das tun, was sie schon als Kind im Coast Gravity Park getan hat: Hochlaufen, runterfahren und jede Menge Spaß dabei haben.






