Bergstolz Issue No. 134

LYNGEN LOTTERIE NORWEGEN PENELOPE MISA DESIGN x CANVAS UPRO SHORS A LONG JOURNEY CHINA TAO KREIBICH GÖLL-OST EVA WALKNER RIDERPROFILE JUSTINE DUFOUR-LAPOINTE ANDRZEJ BARGIEL FOTOFOLIO ROMAN HUBER SKITEST UP & BEYOUND LIEBLINGSTOUR K2 DER ÖTZTALER ALPEN SKI TOURING TELEMARK NEWS POWDER EVENTS SKI #134 ❄ ❄ ❄ ❄ ❄ VERLOSUNG FWT WOCHENENDE IN FIEBERBRUNN 2ÜB, 2 PERS. INKL. SKIPÄSSE NORRØNA / OUTFIT BLACK DIAMOND / IMPULS TI 98 MAMMUT / AIRBAG CONTOUR / FELLE

3 EDITORIAL / INHALTE Herausgeber und V.i.S.d.P Sports Medien, Ralf Jirgens Angerlweber 5 | 83703 Gmund am Tegernsee email: info@sports-medien.de Redaktion Sophie Oettl // sophie@bergstolz.de +49 (8022) 5080-162 Julia Dobler // julia@textprojekte.com +43 650 7108128 Christina Mack // mack@sports-medien.de +49 (8022) 5080-160 Anzeigen Sports Medien |Ralf Jirgens // jirgens@sports-medien.de Grafik | Bildredaktion Nagel Werbeagentur Autoren Sissi Pärsch, Eva Walkner, Anne Kaiser, Sophie Oettl, Julia Dobler, Birgit Ertl, Christina Mack, Ralf Jirgens Fotografen Luca Jänichen, Anton Brey, Ralf Jirgens, Eberl Christian, C.Oberschneider, Josef Heim, Roman Huber, Max Draeger, Felix Wachter, Lucas Bürner, Noah Wallace, Blanchard, Bartłomiej Pawlikowski, Eva Walkner, Frank Shine, Rick Sorensen, Gabriel Koschier, Anne Kaiser Druck Athesia Druck GmbH Weinbergweg, 7 | 39100 Bozen | Südtirol | Italien www.athesiadruck.com Web Design Nagel Werbeagentur | Marco Marchese Redaktions-Anschrift Bergstolz Ski & Bike Magazin® c/o Sports Medien | Ralf Jirgens Angerlweber 5 | 83703 Gmund am Tegernsee email: jirgens@sports-medien.de Tel: +49 (8022) 5080-160 Fax: +49 (8022) 5080-169 www.bergstolz.de Bergstolz® ist eingetragener Markenname von Nicolas Nagel. Bergstolz® ist ein geschützter Titel nach §5 Abs.3 MarkenG von Nicolas Nagel (NAGEL Werbeagentur) © 2008-2026 N.N. IMPRESSUM INHALTE 03 Editorial | Impressum 04 News 06 News 08 Verlosung 10 Fotofolio / Roman Huber 14 Lyngen Lotterie 20 Upro Shors 26 Skitest / Up & Beyound 32 Rider Profile / Justine Dufour-Lapointe 33 Rider Profile / Andrzej Bargiel 34 Göll-Ost / Eva Walkner 40 Penelope Misa / Design x Canvas 42 China / Tao Kreibich 46 Lieblingstour / K2 der Ötztaler Alpen EDITORIAL LYNGEN LOTTERIE NORWEGEN PENELOPE MISA DESIGN x CANVAS UPRO SHORS A LONG JOURNEY CHINA TAO KREIBICH GÖLL-OST EVA WALKNER RIDERPROFILE JUSTINE DUFOUR-LAPOINTE ANDRZEJ BARGIEL FOTOFOLIO ROMAN HUBER SKITEST UP & BEYOUND LIEBLINGSTOUR K2 DER ÖTZTALER ALPEN SKI TOURING TELEMARK NEWS POWDER EVENTS SKI #134 ❄ ❄ ❄ ❄ ❄ VERLOSUNG FWT WOCHENENDE IN FIEBERBRUNN 2ÜB, 2 PERS. INKL SKIPÄSS NORRØNA / OUTFIT BLACK DIAMOND / IMPULS TI 98 MAMMUT / AIRBAG CONTOUR / FELLE Ja Zefix! Lieber Winter 2026 – was ist denn mit dir schon wieder los?! Zuerst legst du so gut los: Mit dem ersten Scheibenkratzen im Oktober, dem ersten fetten Dump Ende November. Und dann? Der große Durchhänger. Aber wenigstens bei kalten Temperaturen, da bleiben uns zumindest Carvingturns und Pistentouren. Am Wochenende wollte mich die Marketingdame meines Lieblingsskigebiets gar zum Verschwörungstheoretiker machen: „Chemtrails“ – hatte ich noch nie gehört – würden dem Flugbenzin „beigemischt“ und ergäben diese anhaltenden Kondensstreifen, die nachhaltig das Wetter verändern. Ja noch mal Zefix! Müss ma jetzt mit Alufolie über dem Helm fahren? Oder Flugreisen boykottieren? Oder was hilft? Und wen stört’s, hab ich mich gefragt: Wir wollen doch nur Schnee! Und zwar viel davon. Wir sind doch nur unschuldige, kleine Skiverrückte, die ihren Spaß im weißen Gold haben wollen. Wen stört denn das? Den „orangenen Typ“, den alles stört? „Die Grünen“ würde unser bayerischer Landesvater natürlich sofort blöken. Wer weitere Verdächtige hat, kann die gerne in einschlägigen Foren posten. Hab gehört, da gäbe es ein paar… Aber bevor ich mich da weiter damit beschäftige, zünde ich lieber ’ne Kerze an, tanz den „Schneetanz“ der Inuit und hoffe weiter auf fetten Niederschlag. Der muss jetzt kommen, denn erst gestern habe ich meine neue Powderwaffe mit 115 mm unter der Bindung montiert. Der will Schnee, ich will Schnee, alle wollen Schnee!!! Ich will jetzt aber nicht zum Grantler werden: Skifahren macht auch auf der Piste Spaß. Aber irgendwie fühlt es sich nach ’ner Zeit an wie ein Biergartenbesuch im Sommer, bei dem nur alkoholfreies ausgeschenkt wird. Also was mach ma? Schwurbln, grantln, wegfliegen oder hoffen. Sicher ist: Irgendwann kommt er, der Schnee. Wie jedes Jahr! Und dann heißt es, bereit sein. Ich bin’s! Ski montiert, Lawinenrucksack gepackt, Tausende Pistenturns gefahren – lieber Winter, jetzt bist du dran! Wir vom Bergstolz und all unsere Leser warten!!! Pray for Snow! & das Bergstolz Team COVER Fotograf: Frank Shine

Foto: Anton Brey NEWS Der nächste Tourstopp des FreerideTestivals 2026 steht vor der Tür: Am 7. & 8. Februar trifft sich die Community in der Silvretta Montafon. Danach geht es weiter nach Warth-Schröcken (7. & 8. März) und zum Saisonfinale auf den Stubaier Gletscher (21. & 22. März). Rund um die Testtage bieten Side-Events die Möglichkeit, tiefer ins Freeriden einzutauchen. Sie richten sich an alle, die mehr wollen als freie Tests: an Neugierige, die ihren Einstieg ins Gelände suchen, an Fortgeschrittene, die an Technik und Sicherheit arbeiten möchten, und an erfahrene Freerider, die gemeinsam mit Guides anspruchsvolle Lines und Touren erleben wollen. Im Montafon stehen Skitechnik-Trainings, geführte Freetouren und Abenteuertage auf dem Programm - ideal, um Know-how aufzubauen und Selbstvertrauen im Gelände zu gewinnen. In Warth-Schröcken locken längere Routen, Safaris über mehrere Gebiete und exklusive Sessions mit Locals. Am Stubaier Gletscher ergänzen alpine FreerideTestival // Side-Events für alle Levels 4 Die Rab Khroma Latok GTX Kombi ist klar fürs alpine Gelände gemacht: steile Lines, lange Tourentage und Bedingungen, bei denen du dich auf dein Setup verlassen musst. Im Test überzeugt sie mit angenehm weicher Haptik – nicht steif, gut verstaubar und modern geschnitten. Jacke und Hose (Größe S bei 160 cm/53 kg) sitzen locker und bieten dank Latzdesign zuverlässigen Schneeschutz. Top ist die Bewegungsfreiheit: Vorgeformte Ärmel und Knie machen Aufstieg, Bootpack und Abfahrt easy. Die körperzonengerechte Materialaufteilung mit zwei verschiedenen GORE-TEX-PRO-Gewichten sorgt dafür, dass stark beanspruchte Stellen besonders robust sind, während Bereiche mit hoher Wärmeentwicklung optimal atmen können. Taschen sind sinnvoll platziert, dazu kommt ein Highlight: die Drop-Seat-Funktion der Hose. Bergstolz Fazit: Die Khroma Latok GTX Kombi liefert genau das, was man im Backcountry braucht: maximalen Wetterschutz, starke Atmungsaktivität und ein Tragegefühl, das auch nach Stunden noch passt. Besonders überzeugt hat uns, wie gut Rab Komfort und Performance verbindet – von der Passform übers Layering bis zu den Details, die draußen wirklich zählen. Wer eine langlebige, robuste Shell-Kombi für Freeride, Freetouring und alpine Abenteuer sucht, bekommt hier ein Setup, das zuverlässig abliefert. www.rab.equipment.eu Freetour-Guidings, Technikformate und spezielle Angebote für junge Freerider das Programm. Die Side-Events verbinden Lernen, Erlebnis und Gemeinschaft und machen jeden Tourstopp zu einem individuellen Freeride-Abenteuer. Als Ausrüstungspartner sind dieses Mal **Bergans, Level und Sweet Protection** mit am Start. Jetzt für Side-Events anmelden: www.freeride-testival.com RAB // Khroma Latok GTX Kombi Atomic bringt mit der Shift² 16 MN die konsequent weiterentwickelte Version seiner beliebten Hybrid-Bindung. Entwickelt in enger Zusammenarbeit mit dem Atomic Freeride Team sowie Athleten wie Daron Rahlves, Tonje Kvivik und Craig Murray, richtet sich die Bindung an Rider, die beim Aufstieg Effizienz erwarten und bei der Abfahrt keine Kompromisse eingehen. Im Fokus der Weiterentwicklung der DIN 16–Version standen eine höhere Abfahrtsperformance, mehr Stabilität und verbesserte Vibrationsdämpfung – ohne Abstriche bei der Touring-Funktionalität. Herzstück ist das Micro-AFD-Vorderteil mit integriertem Power Block aus Aluminium, das für eine direkte Kraftübertragung sorgt. Verstärkte Elemente am Fersenbereich verbessern die Vibrationsabsorption und Sicherheit in anspruchsvollem Terrain. Für zuverlässige Funktion im Aufstieg und langlebige Performance sorgt der vollständig aus Aluminium gefertigte Hike & Ride Switch, der einen reibungslosen Wechsel zwischen Geh- und Abfahrtsmodus ermöglicht. Dank Multi-Norm-Zertifizierung ist die Shift² 16 MN mit allen genormten Skischuhen kompatibel. www.atomic.com ATOMIC // Shift² 16 MN Freeride World Tour Challenger am Kitzsteinhorn Es sind die alles entscheidenden Events um den Aufstieg in die Freeride-Königsklasse des darauffolgenden Jahres: die Challenger. Der X OVER RIDE genießt Kultstatus in der Freeride-Szene – seit 2004 findet er am Kitzsteinhorn statt. Auch dieses Jahr werden die besten Freerider der Welt am LakarschneidFace um wertvolle Punkte für die Qualifikation in die Freeride World Tour 2027 kämpfen. Wer live dabei sein will, genießt von der Public Viewing Area am Langwied beste Aussichten. Außerdem wird das Event via professionellem Livestream übertragen. www.kitzsteinhorn.at X OVER RIDE // 14. März 2026 Bergstolz Ski & Bike Magazin • 01/2026 Strava startet mit neuen Features in die Wintersaison und macht Skifahren, Snowboarden und Tourengehen deutlich smarter. Highlight ist das neue Echtzeit-Tracking: Während der Aktivität sehen Nutzer jetzt Abfahrten, Gesamtdistanz der Runs und Durchschnittsgeschwindigkeit auf einen Blick. Praktisch dabei: Liftfahrten werden automatisch erkannt und aus der Statistik herausgerechnet, so bleiben Tempo, Distanz und Höhenmeter realistisch. Nach dem Skitag wird’s für Abonnenten noch genauer: Mit der Run-by-Run-Analyse lassen sich einzelne Abfahrten vergleichen. Außerdem können Winteraktivitäten als animierter Flyover auf neuen Winterkarten geteilt werden – ideal, um Lines auch im Nachhinein sichtbar zu machen. Für die Planung gibt’s erweiterte Winterkarten mit 3D-Gelände, Lawinengefälle-Anzeige sowie markierten Liften und Pisten. www.strava.com Hochfügen erweiterte sein Winter-Angebot um ein echtes Highlight: den Winterklettersteig Pfaffenbichl. Die Idee entstand direkt aus der Freeride-Community. Roman Rohrmoser erklärt: „Da Hochfügen mein Homeresort ist und ich dort auch viel zum shooten unterwegs bin und meine Freeridecamps abhalte, hatten wir die Idee den Normalanstieg zum Pfaffenbühel zu sanieren. Daraus entstand die Idee einen wintertaug- lichen Klettersteig zu errichten.“ Nach längerer Planungs- und Behördenphase wurde der Steig im September gebaut. Der Klettersteig führt von der Waidoffenbahn auf 2.431 m und bietet auf 260 m Länge sowie 115 Höhenmetern gesichertes Winter-Abenteuer mit Drahtseilen, Trittbügeln und einer 28 m langen Seilbrücke bis zum Gipfel. Mit max. Schwierigkeit B ist er ideal für sportliche Skifans und Tourengeher. Wichtig: nur im Aufstieg begehbar, Abstieg über den markierten Wintersteig. Ausrüstung ist Pflicht, Leihmaterial gibt’s im 8er Shop (Talstation 8er Jet). Einstieg: Bergstation 6er Sesselbahn Waidoffen. www.hochfuegenski.com STRAVA // Winter Update HOCHFÜGEN // Winterklettersteig Pfaffenbichl Foto: Eberl Christian Foto: Luca Jänichen Foto: Anton Brey

Bergstolz Ski & Bike Magazin • 01/2026 NEWS 6 Mit dem Remedy 130 bringt Atomic einen neuen Freeski-Boot an den Start, der für Rider entwickelt wurde, die im Park und im Pow keine Kompromisse machen wollen. Der Schuh verbindet präzise Kraftübertragung mit einem Setup, das auch harte Landungen wegsteckt. Basis ist der Redster TX, allerdings gezielt fürs Freeskiing überarbeitet: Eine torsionssteife Schale und ein progressiver Flex liefern Kontrolle, während die integrierte ShockStopper-Technologie Schläge dämpft. Auch beim Fit legt Atomic nach: Competition-Elite-Innenschuh, verbessertes Ankle-Retention-System und mehr Platz im Zehenbereich sorgen für festen Halt und Komfort. Mit GripWalk-Sohle wird’s außerdem angenehmer bei kurzen Hikes. Fazit: Dieser Atomic Boot beeindruckt durch seine „sportliche“ Performance und den sehr komfortablen Innenschuh. Die breitere Zehenbox sowie die neue Außenschale erhöht merklich den Komfort und macht den Schuh freeride-tauglicher. Das „ShockStopper-Board“ beeinträchtigt in keinster Weise die Fahreigenschaften bzw. erhöht auch nicht den „Stand“ des Fußes – besticht aber mit einem gewissen „Cushioning-Gefühl“ bei Drops etc. ohne dabei ein Gefühl von Kontrollverlust aufkommen zu lassen. Der Dual-Strap ist sehr durchdacht und kann sehr präzise und individuell angepasst werden. Die GripWalk Sohle könnte vielleicht die Gemüter spalten – ich empfand die zusätzliche Ausstattung als echten Mehrwert, um Richtung „FREERIDE“ den Horizont des Boots zu erweitern. Mein einziges Lowlight bisher ist die „Anfälligkeit“ für unschöne Kratzer der schwarz lackierten Buckles. Trotzdem bin ich sehr froh, dass der Schuh die traditionellen Schnallen aufweist und nicht ein BOA-System verbaut wurde. www.atomic.com ATOMIC // Remedy 130 Wer möglichst viel Zeit im Schnee verbringen will, freut sich über jedes zusätzliche Ticket. Genau hier setzt das Ski-Free-Programm von Helly Hansen an: Beim Kauf ausgewählter Skibekleidung erhalten Wintersportler Zugang zu kostenlosen Skitagen oder Vergünstigungen in über 80 Skigebieten weltweit, darunter auch mehrere Destinationen in Österreich und der Schweiz. Das Programm richtet sich an alle, die regelmäßig auf Ski unterwegs sind. Je nach Skigebiet reicht das Angebot von einem gratis Tagesticket bis hin zu 2-für-1-Deals. Wie funktionierts? Nach dem Kauf führt ein Hangtag Schritt für Schritt durch den Prozess: Auf der Helly Hansen Website wird ein teilnehmendes Skigebiet ausgewählt, anschließend das Produkt registriert und der Kaufbeleg hochgeladen. Danach kann der Ski-Free-Tag direkt eingeplant werden. Da die Leistungen je nach Skigebiet variieren, lohnt sich ein kurzer Check der jeweiligen Konditionen. Das Ski-Free-Programm erweitert sich um neue Spots in Österreich und der Schweiz und bietet neben klassischen Skigebieten vor allem abwechslungsreiches Terrain mit sportlichen Optionen. Mit dabei sind in Österreich Ski Gastein und die Silvretta Montafon, in der Schweiz unter anderem Gstaad, Verbier (4 Vallées), Andermatt-Sedrun-Disentis, Arosa Lenzerheide sowie Corvatsch– Diavolezza–Lagalb. www.hellyhansen.com SKI-FREE | HELLY HANSEN // Mehr Skitage rausholen Zwei starke Namen, ein klarer Anspruch: Mit dem Osprey x Houdini Allt 30 treffen bewährte Osprey-Passform und alpine Funktion auf Houdinis kompromisslosen Fokus auf Nachhaltigkeit und Zirkularität. Das Ergebnis ist ein vielseitiger Alpinrucksack, der das ganze Jahr über funktioniert – vom Skitourentag bis zur Hochtour im Sommer. Der Allt 30 ist für Einsätze gemacht, bei denen viel Material mit muss. Seil, Eisgeräte, Ski oder Lawinenausrüstung finden problemlos Platz. Möglich macht das eine verstellbare Rückenplatte in Kombination mit einem robusten, wasserfesten Dimension Polyant RX36-Material, das auch rauem Felskontakt standhält. Innen sorgt ein Multifunktionsfach für Ordnung – egal ob Schaufel und Sonde oder Trinkblase. Außen gibt’s A-Frame-Skibefestigung, Eisgerätehalterung, Kompressionsriemen fürs Seil und abnehmbare Frontstraps für weiteres Zubehör. Besonders angenehm: der C³-Schaumstoff, der Feuchtigkeit schnell vom Körper wegtransportiert, sowie der gepolsterte Hüftgurt mit Materialschlaufen für den schnellen Zugriff. Rolltop innen, Zugband außen und ein zusätzliches Staufach unter dem Verschluss runden das Setup ab. Das eigentliche Highlight kommt am Ende des Produktlebens: Zurückschicken statt wegwerfen. Osprey und Houdini nehmen den Rucksack zurück und recyceln ihn. Ein echtes Statement für alpine Abenteuer mit Verantwortung. www.osprey.com www.houdinisportswear.com OSPREY x HOUDINI // Allt 30 DJI bringt mit dem DJI Mic 2 ein kompaktes Wireless-Mikro, das sich besonders für Vlogs und Interviews eignet. Das System ist sofort einsatzbereit und liefert dank omnidirektionaler Aufnahme klare Sprachqualität. Neu ist die intelligente Geräuschunterdrückung und für windige Bedingungen liegt zusätzlich ein Windschutz bei. Man kann außerdem eine Backup-Spur aufnehmen. Adapter für USB-C und Lightning sind ebenfalls dabei. Dazu kommen breite Anschlussmöglichkeiten, ein OLED-Touchscreen am Empfänger und ein robustes Design. Das DJI Mic 2 hat zudem eine Reichweite bis zu 250 m und eine lange Akkulaufzeit. www.dji.com DJI // Mic 2 Die Insta360 X5 Satinweiß Limited Edition ist eine stylische Sondervariante des aktuellen Insta360-Flaggschiffs und richtet sich klar an Creator, die Performance und Design gleichermaßen schätzen. Das satinweiße Gehäuse mit feinen Glitzerakzenten und orangefarbenen Details macht die Kamera zu einem echten Hingucker und hebt sie deutlich von klassischen Actioncams ab. Trotz des edlen Looks bleibt die X5 voll auf Abenteuer ausgelegt: Sie ist wasserdicht, robust gebaut und wird inklusive passendem Zubehör geliefert – vom unsichtbaren Selfie-Stick bis zur Schutztasche. Im Vergleich zur Insta360 X4 bringt die X5 mehrere spürbare Verbesserungen. Die größeren Sensoren sorgen für sichtbar bessere Bildqualität, vor allem bei wenig Licht. KI-gestützte Modi wie PureVideo liefern sauberere Nachtaufnahmen mit weniger Rauschen, während AdaptiveTone schwierige Lichtsituationen zuverlässiger ausgleicht. Ebenfalls neu und praxisnah: austauschbare Linsen, die bei Beschädigungen nicht mehr einen kompletten Kameratausch erfordern. Die Akkulaufzeit wurde verlängert, das Schnellladen deutlich beschleunigt und der integrierte Windschutz verbessert die Tonqualität bei Actionaufnahmen. In Kombination mit der weiter optimierten Insta360-App und den KI-Editing-Tools bleibt die X5 eine der vielseitigsten 360-Grad-Kameras am Markt – technisch ausgereift und jetzt auch optisch ein echtes Statement. www.insta360.com Wenn sich in Obertauern Hunderte Wintersportler mit Schaufeln bewaffnen und ein Schneefeld zur Schatzkarte wird, ist klar: Das Gamsleiten Kriterium steht an. Österreichs größte Schatzsuche im Schnee geht 2026 in die 18. Runde und sorgt von 16. bis 19. April 2026 wieder für Spannung und Frühlings-Vibes im Skigebiet. Im Bereich der Talstation Gams- leiten 1 werden unter strengster Geheimhaltung 35 Schatztruhen auf einem Areal in Fußballfeldgröße vergraben. Am Eventtag bleiben rund 2,5 Stunden, um mit einer kleinen Schaufel eine der Kisten zu finden. In den Truhen warten Preise im Gesamtwert von mehreren zehntausend Euro – als Hauptgewinn lockt ein BMW 123 xDrive, dazu kommen Reisegutscheine, Skiausrüstung und Sachpreise ab 500 Euro. Nicht gefundene Truhen werden verlost. Danach: Aftershow-Party mit Live-Musik. Infos & Tickets: www.obertauern.com INSTA 360 // X5 OBERTAUERN // Gamsleiten Kriterium 2026 Foto: C.Oberschneider

8 VERLOSUNG Bergstolz Ski & Bike Magazin • 01/2026 „Easy up – wild down“: Im Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn öffnen 70 moderne Lifte und kurze Hikes den Zugang zu spektakulären Powder-Arealen. Besonders Fieberbrunn gilt als Hotspot für Freerider – mit markanten Geländeformen auf der einen und lässigen Tiefschnee-Hängen auf der anderen Seite. Vom 5. bis 10. März 2026 steht Fieberbrunn im Pillerseetal ganz im Zeichen der Freeride World Tour. Als einziger Tourstopp im deutschsprachigen Raum treffen hier die besten Freerider der Welt aufeinander. Austragungsort ist der anspruchsvolle Nordhang des Wildseeloders – eine Bühne, die selbst Profis Respekt abverlangt. Doch nicht nur der Berg sorgt für Gänsehaut: Im Contest Village an den Wildalmen verfolgen Zuschauer die Runs aus nächster Nähe. Ergänzt wird das Event durch das Event Village an der Talstation Streuböden mit Beats, Chill-out-Areas, Skitests,Ausstellern sowie Opening- und Prize-Giving- Ceremonies. Von Freitag, 6. März, bis Sonntag, 8. März ist hier Freeride-Feeling von früh bis spät garantiert. Gewinnspiel: Wir verlosen ein Freeride-Wochenende in Fieberbrunn: 2 Nächte für 2 Personen (06.–08. März 2026) mit Frühstück in einer gemütlichen Unterkunft im Pillerseetal und 2×2 Tagestickets für den Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn. Die Verlosung findet ihr wie immer auf unserer Website. Viel Glück! www.pillerseetal.at www.freerideworldtour.com FIS Freeride World Tour Fieberbrunn // 2x2 Nächte mit HP in einer gemütlichen Unterkunft im Pillerseetal + Lifttickets Wie nimmst du teil? Schicke uns einfach die Lösung zur Gewinnspielfrage (welche du auf unserer Webseite findest) an die verlosung@bergstolz.de! Email schicken, im Lostopf landen und mit etwas Glück gewinnen Foto: Josef Heim Foto: Josef Heim CONTOUR // Package Ready für den nächsten Skintrack? Für alle, die diesen Winter gerne selbst aufsteigen: Wir verlosen ein contour Package inklusive guide 2.0 Fellen plus Pflege-Setup und Buff. Die guide 2.0 Felle setzen auf bewährte hotmelt-Schmelzklebertechnologie und bieten zuverlässigen Halt, auch bei mehrfachem Auffellen unter anspruchsvollen Bedingungen. Der Mix aus 65% Mohair und 35% Nylon sorgt für starke Gleiteigenschaften und lange Lebensdauer. Neu ist das überarbeitete Trägermaterial: leichter, flexibler und mit deutlich geringerer Wasseraufnahme. Dazu gibt’s rund 10% weniger Gewicht als bei der Vorgängerserie – ohne Kompromisse bei Robustheit oder Performance. Features wie kleines Packmaß, PFAS-freie Materialien, ein sicherer Tail Clip mit Längenanpassung und ein abriebfester Tail Strap runden das Setup ab. www.contourskins.com NORRØNA // Lofoten Gore-Tex Pro Plus Herren-Ski-Kombi BLACK DIAMOND // Impulse Ti 98 Skis Ihr wollt einen Ski, der nicht nur auf der Piste funktioniert, sondern auch im Gelände richtig Spaß macht? Dann lohnt sich diese Verlosung: Wir schicken den Black Diamond Impulse Ti 98 in 175 cm an einen Gewinner raus. Der Impulse Ti 98 ist ein vielseitiger All-Mountain-Carver, der besonders auf weichem Schnee mit einem verspielten Fahrgefühl punktet, aber auch bei höherem Tempo stabil bleibt. Genau diese Mischung hat er auch in unserem großen Skitest bestätigt – getestet von einem Team aus rund 80 Personen aus der Ski-Industrie. Das Feedback bringt’s auf den Punkt: Trotz der eher schmalen Mittelbreite liefert der Ski im Powder dank breiter Schaufel soliden Auftrieb und bleibt im Gelände kontrolliert. Auf der Piste läuft er ruhig, fährt sich aber eher direkt und fordernd – ein Ski, der aktiv gefahren werden will. Oder wie ein Tester meinte: „Keine One-Night-Stand – ich such was Festes.“ Wer sich darauf einlässt, bekommt einen starken Partner für alle Bedingungen, mit klarer Offpiste-DNA. eu.blackdiamondequipment.com MAMMUT // Eiger Free 20 Removable Airbag 3.0 Für alle, die im Backcountry unterwegs sind und keine Kompromisse in Thema Sicherheit machen wollen: Wir verlosen den Mammut Eiger Free 20 Removable Airbag 3.0 in storm grey (Unisex, 20 L). Der Lawinenrucksack wurde für ambitionierte Touren im alpinen Gelände entwickelt und von Athleten wie Nadine Wallner und Jérémie Heitz mitgetestet. Mit nur 1,5 kg inklusive Removable Airbag System 3.0 (Kartusche separat) bleibt er angenehm leicht und bietet trotzdem volle Funktion für steile Lines und lange Tage draußen. Das Airbag-System ist zudem übertragbar und kann in kompatiblen Rucksäcken genutzt werden. Robustes, wasserdichtes ULTRA™-Material, ein cleanes Design und das Eiger HookSystem für Ski, Snowboard oder Pickel machen ihn zum zuverlässigen Partner. Dazu kommen Helmhalterung, Rücken-Zugang, Funkgerätetasche und Trinksystem-Kompatibilität.. www.mammut.com Big-Mountain-Setup für den Winter: Wir verlosen die Norrøna lofoten Gore-Tex Pro Plus HerrenKombi: Jacke + Hose in Caviar Black und Größe XL. Die lofoten-Serie ist gemacht für Tage, an denen es draußen ernst wird: windig, nass, tief und trotzdem steht noch eine Line nach der anderen auf dem Plan. Norrøna setzt auf besonders robustes GORE-TEX PRO mit moderner ePE-Membran: dauerhaft wasserdicht, atmungsaktiv und absolut winddicht. Gleichzeitig ist das Material leichter und dünner, PFAS-arm (unter 50 ppm) und mit reduziertem CO2-Fußabdruck auf Langlebigkeit ausgelegt. Die Jacke punktet mit neu konzipierter, einhändig verstellbarer Kapuze, cleverer Nahtführung gegen Tropfen auf der Goggle, viel Belüftung und einem abzippbaren Schneefang. Die Hose liefert ein komfortables Taillensystem, starke Ventilation, integrierte Gamaschen und Verstärkungen gegen scharfe Ski-Kanten. www.norrona.com

10 FOTOFOL I O Bergstolz Ski & Bike Magazin • 01/2026 Roman Huber In Landeck im Tiroler Oberland aufgewachsen, wurden Roman die Berge praktisch in die Wiege gelegt. Wandern, Skifahren und Skitouren haben ihn von klein auf begleitet und irgendwann auch die Kamera. Eigentlich führte ihn sein Weg nach Innsbruck zum Lehramtsstudium, doch die Fotografie kam dazwischen: Aus einem langjährigen Hobby wurde mit Mitte 20 eine klare Entscheidung. Seit 2018 arbeitet Roman hauptberuflich als Fotograf. Am liebsten ist er draußen unterwegs, im Winter auf Skitour oder im Skigebiet, im Sommer beim Wandern oder Biken, oft gemeinsam mit Tourismusverbänden. Roman liebt natürliches Licht und Kompositionen, die direkt in der Natur entstehen – ehrlich, klar und ohne große Inszenierung. Zu seinen bisherigen Highlights zählen eine mehrmonatige Zusammenarbeit mit Audi, ein Projekt in Georgien mit der US-amerikanischen Entwicklungshilfe und dem Tourismusverband sowie eine Produktion in Namibia für Deuter. @romanhuber www.romanhuber.com FOTO: SIMON THOMAS ÖTZTALER ALPEN

11 FOTOFOL I O Bergstolz Ski & Bike Magazin • 01/2026 DAVOS / KLOSTERS

12 FOTOFOL I O Bergstolz Ski & Bike Magazin • 01/2026 FOTO: OBEN / LINKS: ST. ANTON A. ARLBERG // NINA HÖRMANN RECHTS: SILIAN // OSTTIROL FOTOS : UNTEN / GEORGIEN // HAYDEN KORTE-MOORE

13 FOTOFOL I O Bergstolz Ski & Bike Magazin • 01/2026 FOTO: OBEN / SILVIO KLIMMER // KAPPL FOTOS: UNTEN / LINKS: ST. ANTON A. ARLBERG // FABIAN HEIGEMEIR, NINA HÖRMANN, SIMON PETER RECHTS: KAUNERTALER GLETSCHER // SIMON MÖST

14 NORWEGEN Bergstolz Ski & Bike Magazin • 01/2026 350 Kilometer nördlich des Polarkreises schlängeln sich schmale Fjordarme durch die Lyngenalpen. Steile Felsflanken stürzen direkt ins Meer ab. Es ist ein Ort wilder Schönheit. Ein Ort mit unberührten Spines und Big Lines. Kein Wunder, dass es Fotograf Max Dräger mit der ORTOVOX Film- und Rider-Crew nach Nordnorwegen zieht. Doch was mit euphorischen First Tracks beginnt, wandelt sich zu Tagen mit Whiteout am Berg und Angeln im Hafen, mit viel Buddeln und „ehrlicher Arbeit“. Text: Sissi Pärsch // Fotos: Max Draeger DIE LYNGEN LOTTERIE

15 NORWEGEN Bergstolz Ski & Bike Magazin • 01/2026

16 NORWEGEN Bergstolz Ski & Bike Magazin • 01/2026 Max Dräger ist bekannt für seine reduzierte Ästhetik. Seine klare Linienführung, sein Spiel mit Licht und Schatten hält er gerne schwarz-weiß oder monochrom. So kann die Natur in Ruhe zeigen, was sie alles kann: harte Kanten, wattig-weiche Rundungen, tiefe Falten, scharfe Zacken. Und den Athleten eröffnet der Fotograf mit seiner Bildkomposition Raum, sich in die Bergwelt hineinzuzeichnen. Vor allem im Winter, wenn die Skier zum Pinsel auf der stillen Schneeleinwand werden. „Im Winter“, sagt Max, „gibt es keine Wege, denen du zu folgen hast. Im Winter wählst du allein deine Spur. Das ist die absolute Freiheit.“ Sein Stil prägt auch die Bildsprache von ORTOVOX, einem seiner langjährigen Partner. An den schönsten Spots der Welt mit dem coolsten Team der Welt die stärksten Shots zu machen – das klingt nach einem Traumjob. Hätten da nicht Mutter Natur und Vater Petrus immer ein Wort mitzureden… Magisch oder saufrustrierend „Es ist der größte Struggle“, meint Max, „aber gleichzeitig auch das, was es ausmacht. Gerade beim Freeriden braucht es ganz viel, das zusammenspielen muss. Und wenn das dann der Fall ist, ist es so special. Dann ist es magisch.“ Und wenn nicht? „Dann ist es saufrustrierend. Dann geht man in eine Bar und bucht den Flug um.“ Das mit der Bar und mit dem Umbuchen ist Max im vergangenen Winter für ein Freeride-Shooting für ORTOVOX gleich zweimal passiert. Einmal in Georgien, als die Crew desillusioniert von zwei Wochen auf eine Woche verkürzte. Einmal in Norwegen, wo sie hoffnungsvoll von zwei Wochen auf drei Wochen verlängerte. Mit Filmemacher Fabian Spindler und den drei Ridern Sabine Schipflinger, Fabio Keck und Philipp Müller war Max im Februar 2025 in Georgien. Das Skigebiet Tetnuldi-Mestia liegt im Norden des Landes, im hintersten Tal der Region Swanetien. Über 4.800 Meter ragen die Berge hier im Kaukasus auf. Tetnuldi ist ein Freeride World Tour-Stopp und dennoch noch immer ein Offpiste-Geheimtipp. Fabio hat als Bergführer immer wieder Gruppen in Georgien geführt und auch Max war schon mehrmals dort. „Und jedes Mal lief es echt super, weil die Bedingungen perfekt waren. Es gibt so viele Varianten in dem Gebiet, wir hätten endlos shooten können. Außerdem sind die Leute ultragastfreundlich, megaliebe Menschen.“ Doch dieses Mal sollte Georgien die Crew im Stich lassen. „Der Schnee war da, aber die Verhältnisse waren super sketchy“, meint Max. „Wir hatten steep lines im Kopf und dafür war es viel zu gefährlich. Uns wurde ziemlich schnell klar, dass es keinen Sinn macht, auf Besserung zu hoffen.“ Was tut man also? Man geht in die Bar und bucht die Flüge um.

Große Lines. Verrückte Spines. Die Crew sucht nach einer Alternative. Die Landschaft Nordnorwegen, wo Fjell auf Fjord trifft, steht bei allen schon lange auf der Liste. Dani Niederkofler stößt als Filmer dazu und Konsti Ottner als Rider. Also ab Richtung Nordlichter, den Polarkreis überschreiten, immer weiter hinauf bis in diese dünn besiedelte Inselwelt. Hier in den Lyngenalpen wachsen weite weiche Berge und steil abbrechende Felsflanken direkt aus dem Meer. Hier sind die Hänge unberührt, das Licht sensationell, die Kulisse spektakulär – so sagt man… „Nordnorwegen hatte einen extrem guten März mit Rekordschnee. Als wir im April kamen, hat es immer noch geschneit“, erzählt Max. „Und Tag 1 war unglaublich. Wir waren völlig überwältigt, weil wir gar nicht damit gerechnet hatten, dass der Schnee so gut sein könnte. Wir haben eine Bowl entdeckt, mit großen Lines und verrückten Spines. Die Verhältnisse waren superstabil, 60 Zentimeter Powder und keine Schneedeckenprobleme, nix. Wir waren super stoked, dass wir hier jetzt zwei Wochen Vollgas geben können.“ Tief buddeln und schnell altern Doch dann kommt Tag 2 – „und mit ihm der Struggle“. Ab jetzt schneit es konstant und gleichzeitig wird es wärmer. Es gibt wenig „bis gar keine“ stabilen Phasen. Tag um Tag klingelt der Wecker um 1 Uhr, um ja nicht das perfekte Licht zu verpassen. Sie stapfen die Hänge zwischen Lyngenfjord und Ullsfjord hinauf – nur um festzustellen, dass die Wolken die Berge nicht loslassen wollen. „Das Wetter war wirklich nie wie vorhergesagt und das Timing wurde extrem schwer“, erzählt Max. „Wir haben uns in den Schnee eingebuddelt und stundenlang gewartet – bis dann die Line schon nicht mehr im Licht war.“ Was tun? In die Bar gehen und umbuchen? Ersteres geht nicht, weil die einzige Bar in Lyngseidet zu hat. Aber beim Bier im Apartment entscheiden sich die sechs, um eine Woche zu verlängern.Also weiter probieren, weiter jeden Abend Stunde um Stunde überlegen, was man wo probieren könnte – „und gleichzeitig ahnt man, dass es wieder nix werden wird. Da dreht man voll durch. Man behauptet, dass ich zwischenzeitlich doppelt so alt ausgesehen hätte.“ Es muss eben alles zusammenkommen, damit sich die Puzzleteile perfekt fügen – und beim Freeriden sind die Puzzleteile besonders zahlreich und besonders kritisch. Die richtigen Leute Die Verhältnisse sind fordernd und es werden viele Schneeprofile gegraben. NORWEGEN Bergstolz Ski & Bike Magazin • 01/2026

I N F O BOX 18 NORWEGEN Bergstolz Ski & Bike Magazin • 01/2026 „In Norwegen bedeutet jede Mission ehrliche Arbeit. Du gehst vom Meer los und wir haben zum Teil sechs, sieben Mal in die gleiche Zone gespurt, zum Teil im Whiteout.“ Speziell bei derartigen Verhältnissen, speziell bei einer Freeride-Produktion muss sich das Team aufeinander verlassen können. Fabio ist Bergführer, Bine Skiführerin und der Rest der Crew hat „sauviel Zeit“ in Ausbildung investiert. „Wir sind alles Menschen, die gewissenhaft am Weg sind“, erklärt Max. „Aber du musst auch deinen Kopf neu tunen. Zuhause hast du eine enorme Informationsdichte – die Erfahrung, gute Kontakte, gute Lawinenberichte. Und das hast du in solch abgelegenen Regionen eben nicht unbedingt. In den Lyngenalpen gibt es einen Menschen, der ein riesiges Gebiet abdeckt und dafür nur wenige Datenpunkte hat.“ Bereit für das Comeback Vielleicht liegt es daran, dass man als Fotograf berufsbedingt die Dinge aus unterschiedlichsten Perspektiven betrachten muss. Den richtigen Blickwinkel finden, das kann Max. Auch auf Nordnorwegen. „Am Ende war es eine mega geile Zeit“, grinst er. „Das Tolle bei uns Menschen ist ja, dass wir gut im Verdrängen sind. Was alles nicht geklappt hat, ist die eine Seite, aber es war sensationell schön da oben. Unsere erste Mission war es, Angelruten zu kaufen und wir haben sicher so viel Zeit beim Fischen im Hafen verbracht wie in Schneehöhlen. Wir haben gemeinsam gekocht, Besuch aus der Heimat bekommen und eine lustige Zeit gehabt. Am Ende hat sogar die Bar aufgemacht und der Abend wurde auch durchaus lang." Wer die Essenz der Natur einfangen will, der muss sich ihr fügen. Der muss damit zurechtkommen, viele Schneeprofile zu graben und viele Stunden in Schneehöhlen abzuwarten. Und der muss umkehren können. „All das macht es aus“, meint Max. „Ich mag ja auch das schlechte Wetter. Mir gefällt es, mich in meiner Hardshell zu vergraben. Und dann kommen immer wieder Momente, die alles rechtfertigen. Wenn es funktioniert, dann ist es einfach umso unglaublicher.“ Und wird er wiederkommen? „Definitiv. Mein Traumszenario wäre Lyngen mit der gleichen Crew bei stabilen Verhältnissen, viel Schnee und niedrigeren Temperaturen. Jetzt wissen wir auf jeden Fall ganz genau, wo wir die coolsten Lines finden.“ Crew: Sabine Schipflinger, Fabio Keck, Konstantin Ottner, Fabian Spindler, Daniel Niederkofler und Max Draeger Zeitraum: März bis Mai Tipps: • Nicht vergessen: Die Verpflegungssituation ist spärlich. Versorgt euch ausreichend. Und kauft eine Angel! • Fahrt mit Menschen, mit denen ihr definitiv eine gute Zeit haben werdet. Es ist nicht viel Ablenkung vor Ort – mal abgesehen von Elchen. • Auf nordnorge.com besprechen sich Bergführer, die in Lyngen unterwegs sind, in täglichen Guide-Meetings. Ihren Bericht kann man im Anschluss herunter laden.

20 UPRO SHORS Bergstolz Ski & Bike Magazin • 01/2026 Upro Shors A long journey Nach einer schweren Erkrankung, die ihn zeitweise vollständig lähmte, wagte Felix gemeinsam mit seinem Kindheitsfreund Lucas ein außergewöhnliches Abenteuer. 100 Tage reisen sie in einem Van durch die Türkei unGeorgien, um an außergewöhnlichen Orten Ski und Snowboard zu fahren. Ihre Erlebnisse halten die beiden in einem Film fest, der von Durchhaltevermögen, tiefem Powder undFelix‘ Comeback ins Leben erzählt. Lucas und Felix kennen sich seit dem Kindergarten und haben ihre Schulzeit gemeinsam verbracht. Auch während des Studiums in unterschiedlichen Städten verloren sie nie den Kontakt. Über Jahre hinweg verfolgten sie ein gemeinsames Ziel. Nach dem Studium wollten sie ins Ausland reisen, Ski und Snowboard fahren in Ländern, in denen sie noch nie zuvor waren. Während seines Medizinstudiums absolvierte Felix im Sommer 2022 einen Teil seines praktischen Jahres in Tansania. Er arbeitete dort in einem Krankenhaus, operierte nachts und nutzte die Tage, um das Land zu erkunden. Er wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, dass er sich dort mit einer Infektion angesteckt hatte, die sein Leben komplett auf den Kopf stellen würde. Die Infektion verlief zunächst unauffällig, bis sich sein Zustand am Tag seiner Rückkehr nach Deutschland plötzlich verschlechterte. Auf der Zugfahrt vom Flughafen nach Hause wollte sich Felix zwischen zwei Sitzplätzen abstützen. Ein Arm gab nach und er rutschte ab. Er dachte sich nichts dabei und schrieb es der langen Reise zu. Als er seinem Bruder am nächsten Morgen zeigte, dass er sich nicht mehr selbst vom Boden aufrichten konnte, war jedoch klar, dass etwas nicht stimmte. Felix fuhr direkt in die Notaufnahme, wobei sein Zustand ab diesem Zeitpunkt zunehmend schlechter wurde. Seine Muskeln begannen zu verkrampfen und die Kontrolle über seinen Körper ließ stetig nach. „Ich bin ins Krankenhaus reingelaufen und am nächsten Tag konnte ich noch 10 Sekunden stehen. Eine Nacht später konnte ich nicht mal mehr das. Ich konnte meine Arme und Beine einfach nicht mehr bewegen“, erzählte Felix im Interview. Text: Christina Mack // Fotos: Felix Wachter & Lucas Bürner

21 UPRO SHORS Bergstolz Ski & Bike Magazin • 01/2026 Die Diagnose lautete Guillain-Barré-Syndrom, eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die eigenen Nervenfasern angreift und Lähmungen hervorruft. Felix kannte die Krankheit und wusste, dass sie schwer verlaufen kann, aber auch dass die Nerven sich erholen oder langsam nachwachsen können. Zwei Wochen lang war Felix nahezu vollständig gelähmt, bevor er weitere vier Monate in der Schön Klinik Bad Staffelstein verbrachte. Felix ging den Reha-Prozess zunächst optimistisch an, merkte aber schnell, wie langsam Fortschritte sichtbar wurden. Vieles, was vorher selbstverständlich gewesen war, musste er sich mühsam zurückerarbeiten. Nach etwa einem Monat konnte Felix wieder stehen und am Ende der Reha mit einem Rollator rund hundert Schritte gehen. Die geplante Reise blieb somit ein Gedanke im Hintergrund, der aber lange nicht greifbar schien. „Du kannst dir so eine Reise nicht wirklich vorstellen, wenn du nur hundert Meter laufen kannst“, beschrieb er diese Phase rückblickend. Gleichzeitig war genau dieser Gedanke eine konstante Motivation, denn er wusste, dass etwas Großes auf ihn wartete. Über ein Jahr voller Untersuchungen und Therapien später kehrte Felix erstmals in die Berge zurück. Zunächst fuhr er eine kurze Abfahrt am Kinderlift, dann lief er rund 300 Höhenmeter selbst hinauf und fuhr wieder ab. In diesem Moment wurde ihm klar, dass es zumindest theoretisch wieder möglich wäre und sie die Reise wagen konnten. Es folgte ein weiteres Jahr intensiven Trainings und Physiotherapie, bevor sie schließlich aufbrachen. Im Januar 2025 starteten Lucas und Felix schließlich ihre Reise. Der Van rollte Richtung Südosten. Die ersten Stopps führten sie nach Slowenien und Nordmazedonien. Diese Tage dienten vor allem dazu, anzukommen und das Vertrauen in den eigenen Körper zurückzugewinnen. Die erste Skitour fühlte sich ungewohnt an, die Bewegungen waren noch steif und die Energie sehr begrenzt. Der erste größere Meilenstein wartete dann in Griechenland. Am Olymp gingen sie eine erste größere Skitour, bei bestem Wetter und mit Blick auf das wunderschöne

22 UPRO SHORS Bergstolz Ski & Bike Magazin • 01/2026 Meer. Lucas und Felix waren bewusst langsam unterwegs und wurden positiv überrascht, wie gut der Aufstieg bereits ging. Diese Skitour setzte den Ton für die Reise, die jetzt so richtig begann. Eigentlich war die Türkei nur als Durchreiseland geplant, denn das große Ziel hieß Georgien. Doch je länger sie unterwegs waren, desto klarer wurde, dass die Türkei weit mehr bot, als sie erwartet hatten. Hohe Berge, weite Regionen ohne Skigebiete und eine landschaftliche Vielfalt, die sie überraschte. Aus ein paar geplanten Tagen wurden somit mehrere Wochen. In Zentralanatolien bestiegen sie zunächst den Erciyes Dağı, einen knapp 4.000 Meter hohen Vulkan. Der lange Aufstieg und die steile Abfahrt forderten Konzentration, wurden aber mit einer grandiosen Abfahrt und Glücksgefühlen belohnt. Den Großteil ihrer Zeit in der Türkei verbrachten sie jedoch im Kaçkar-Gebirge im Nordosten des Landes, nur wenige Kilometer vom Schwarzen Meer entfernt. Als die zwei realisierten, dass einiges an Schnee kommen sollte, fuhren sie in ein abgelegenes Hotel; das einzige, das im Winter offen hatte. Dort trafen sie auf Bedingungen, die sie bisher kaum erlebt hatten. Innerhalb weniger Tage fielen teils über zwei Meter Neuschnee. Es schneite tagelang, unterbrochen von kurzen Wetterfenstern, bevor die nächste Front hereinzog. Die Nähe zum Meer sorgt in der Region dafür, dass sich die Wolken dort regelrecht entladen. Während sie vom Schneesturm eine Woche lang im Hotel festgehalten wurden, lernten sie Ian Hall von Turkish Backc ountry kennen, der Skitouren anbietet und die Gegend bestens kennt. Mit einer Pistenraupe konnten sie oft ein paar hundert Höhenmeter hochfahren und von dort ihre Touren starten. Bei den Schwüngen im Tiefschnee konnten sie kaum atmen, weil so eine unglaubliche Menge an Schnee lag. Lucas beschrieb es im Film so: „Ich habe Felix noch nie so schnell laufen sehen seit der Erkrankung, und wir freuen uns jetzt einfach den Tiefschnee runterfahren zu können, weil’s so genial ist.“ Besonders eindrücklich blieb außerdem ein Tag im Gebiet von Yaylalar. Sie liefen mehrere Stunden in ein abgelegenes Tal hinein. Das Dorf, von dem sie gestartet waren, bestand aus nur wenigen Häusern und war bewohnt von Menschen, die mit Skifahren kaum Berührung hatten. Die nächste größere Stadt lag mehrere Autostunden entfernt. Sie gingen ohne konkretes Ziel los und hielten Ausschau nach dem besten Schnee. Ein steiler Hang, der sich von unten perfekt präsentierte, zog sie schließlich an. Ihnen war klar, dass hier nichts passieren durfte. Die Abfahrt belohnte sie mit einem der intensivsten Momente der gesamten Reise. Was das Skifahren in der Türkei für die zwei besonders machte, war die Mischung aus Einsamkeit und Vielfalt. Es gibt einige kleine Skigebiete, die sich auf flaches Gelände beschränken, gleichzeitig existieren riesige Gebirgsketten, die im Winter praktisch unerschlossen sind. Die südliche Lage des Landes bringt allerdings auch ihre eigenen Herausforderungen mit sich. Sonnenexponierte Hänge bauen schneller ab, während schattige Lagen meterhoch verschneit bleiben. Die Bedingungen ändern sich schneller

UPRO SHORS Bergstolz Ski & Bike Magazin • 01/2026 als in den Alpen und erfordern deshalb hohe Aufmerksamkeit und Anpassung. Neben dem Skifahren prägte vor allem der Kontakt zu den Menschen ihre Zeit in der Türkei. In Bergdörfern wurden sie regelmäßig angesprochen und auf Tee oder zum Essen eingeladen. Gerade im Winter, wenn kaum Reisende unterwegs sind, sorgte ihr Van für Neugier. Manchmal sei es fast anstrengend geworden, jeden Abend irgendwo eingeladen zu sein, erzählten die beiden lachend. Nach fast eineinhalb Monaten in der Türkei setzten sie ihre Reise nach Georgien fort. Von Mestia aus ging es weiter nach Ushguli, dem höchstgelegenen Dorf Europas. Neben spannenden Abfahrten und abwechslungsreichem Gelände prägte auch hier die große Gastfreundschaft der Einheimischen die Reise von Lucas und Felix. Mit über 5.000 Metern ist der Kasbek einer der markantesten Gipfel des Großen Kaukasus und bildete den Höhepunkt der Reise. Für Lucas war der Kasbek ein alpines Ziel, für Felix vor allem ein persönlicher Meilenstein. Zwei Jahre zuvor hatte er kaum stehen können und nun bereitete er sich auf die Besteigung eines 5.000ers vor. Lucas und Felix verbrachten mehrere Tage im Tal, um ein passendes Wetterfenster abzuwarten. Bei der ersten Möglichkeit stiegen sie schließlich an zwei Tagen zu den ersten beiden Hütten auf. Am Gipfeltag klarte der Himmel auf, doch die Bedingungen blieben weiterhin extrem. Böen von über 100 km/h, Temperaturen um die −30 °C und große Mengen Triebschnee machten die Bedingungen zunehmend kritisch. Auf etwa 4.500 Metern entschieden sie sich dann umzudrehen, da die Lawinengefahr zu groß war. Beide waren dennoch glücklich und insbesondere Felix merkte, dass die Kraft und Energie vorhanden waren. Ihm wurde bewusst, dass er körperlich in der Lage gewesen wäre und die Natur einfach nicht mitspielte.

24 UPRO SHORS Bergstolz Ski & Bike Magazin • 01/2026 Upro Shors • Felix Wachter & Lucas Bürner @uproshors @felixwachter @lucasbrnr • Film-Dokumentation: auf @uproshors gibt es alle Informationen zu kommenden Filmfestivals und Streaming des Films • Hauptdestinationen: Türkei, Georgien, Griechenland Auch für Lucas war der Moment am Kasbek besonders. Wenn er an die ersten gemeinsamen Touren nach Felix’ Erkrankung zurückdachte und ihn nun auf über 4.000 Metern erlebte, sei das eine unglaubliche Entwicklung gewesen. Dass Felix an diesem Tag sogar vorne spurte, wäre früher undenkbar gewesen. Außerdem ergänzen Lucas und Felix noch ein weiteres Learning. Man muss nicht in den Bergen aufgewachsen sein oder Profi-Skifahrer sein, um solche Abenteuer zu erleben. Wenn man etwas wirklich machen will, sollte man es einfach angehen, auch wenn es andere für unmöglich halten oder man selbst unsicher ist. Und so konnten die beiden zwei Jahre nach der schweren Erkrankung atemberaubende Touren gehen und Momente erleben, die sie nie vergessen werden. Auf der Heimfahrt legten sie in Griechenland einen finalen Stopp ein und brachen zu einer letzten Skitour auf. Während sich die Sonne im Meer spiegelt, reflektierte Lucas im Film: „Vor ein paar Monaten konnte Felix keinen Schritt gehen und jetzt stehen wir in Griechenland, nur wir zwei auf einer Hütte. Hinter uns liegt wohl die Reise unseres Lebens. Drei Monate unterwegs, Freiheit, Berge, Abenteuer und viele Begegnungen. Für solche Momente leben wir und wir wissen: Diese Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit.“ I N F O BOX

26 SK I TEST FREERIDE SKITEST HOCHFÜGEN, ZILLERTAL 2025 KATEGORIE "UP & BEYOUND" Jedes Jahr lädt Bergstolz zum großen Freeride Skitest ein, um die spannendsten Neuheiten und Entwicklungen der kommenden Saison zu testen. Beim Skitest 2025 ging’s für unser Team drei Tage nach Hochfügen ins Zillertal, mit perfekten Bedingungen, motivierten Testern und einem Setup, das keine Wünsche offenließ: Rund 25 Skimarken standen in jeder Kategorie bereit, um im direkten Vergleich getestet zu werden. Dass uns direkt zu Beginn „der geilste Snow Dump“ der Saison begrüßt hat, war natürlich ein Traum – mit einem kleinen Haken: Alle abfahrtsorientierten Powder-Ski waren erstmal vergriffen. Verständlich. Denn wenn Hochfügen liefert, will jeder nur noch eins: fette Turns, tiefe Lines und maximale Grinspflicht. Doch nach und nach entspannte sich die Lage und schlussendlich kamen auch die Touring-Modelle dran und wurden genau dort getestet, wo sie hingehören: im echten Gelände, unter echten Bedingungen und mit echten Ansprüchen. Denn Touring-Ski sind längst nicht mehr nur „leichte Aufstiegsgeräte“. Sie müssen heute den Spagat schaffen zwischen effizientem Handling bergauf und stabiler, spaßiger Performance bergab, egal ob im Powder, in zerfahrenen Passagen oder auf technisch anspruchsvollen Abfahrten. Genau deshalb wollten wir herausarbeiten, welche Modelle nicht nur gut funktionieren, sondern wirklich zu unterschiedlichen Fahrstilen und Einsatzzwecken passen. Unser Ziel: Dir einen klaren Überblick über die getesteten Ski zu geben, ihre Charaktere herauszuarbeiten und Dir die Entscheidung zu erleichtern, damit Du am Ende genau das Setup findest, das zu Deinen Touren, Deinem Terrain und Deinem persönlichen Fahrgefühl passt. Bergstolz Ski & Bike Magazin • 01/2026 Foto: Anton Brey

BLACK DIAMOND HELIO CARBON 102 Testermeinung: Beim Helio Carbon 102 waren sich nicht alle Tester einig: Während leichtere Rider die Drehfreudigkeit, den soliden Auftrieb und die spritzige Performance lobten, fanden schwerere Tester den Ski zu weich. Seine Stärken liegen klar im Gelände: Dort schwimmt er zuverlässig auf, bleibt wendig und macht auch bei längeren Radien Spaß. Auf der Piste fehlt ihm jedoch etwas Ruhe– hier merkt man sein geringes Gewicht. Seine Leichtigkeit verdankt der Ski seiner Prepreg-Karbonkonstruktion mit Pappelholzkern und abgeschrägten 5-mm-ABS-Seitenwangen. Für: Leichte Tourengeher, die eher im Powder unterwegs sind, auf Aufstiegsfreundlichkeit achten und einen ausgewogenen Ski für lange Tage im Backcountry suchen. Hätte er eine Tinder-Bio: „Federleichte Balletttänzerin, die dich durch den Powder trägt – aber bitte nicht zu grob anfassen.“ BLIZZARD ZERO G 105 Testermeinung: Der Zero G 105 ist so etwas wie der Klassiker unter den breiten Tourenski – und er macht auch 2025 keine halben Sachen. Der Ski verlangt Technik und Führung, dann spielt er aber seine Stärken voll aus. Auf der Piste geht er willig auf die Kante und mit ein wenig Druck lässt er sich easy ansteuern. Im Gelände blüht er auf – pflügt durchs Verspurte wie ein Traktor und lässt sich im Powder trotz seines geringen Gewichts erstaunlich stabil und drehfreudig fahren. Big Mountain Lines oder Zöpferlflechten. Seine CarbonDrive-3.0-Konstruktion mit Paulownia-Holzkern sorgt für eine gelungene Mischung aus Kontrolle, Laufruhe und geringem Gewicht. Wer ihn aktiv fährt, bekommt einen harmonischen Ski, der in allen Radien funktioniert und sich für lange Tourentage genauso eignet wie für steile Lines. Für: Ambitionierte Tourengeher, die ein stabiles, klassisches Allround-Tool suchen. Hätte er eine Tinder-Bio: „Lebensfreude sucht Begleiter – mal Traktor, mal Surfer, aber immer verlässlich.“ DPS SKIS Carbon Pagoda Tour CFL 105 Testermeinung: Carbon, Style und ein Hauch von Extravaganz – der Pagoda Tour CFL 105 trägt unverkennbar die Handschrift von DPS. Minimalistisches Topsheet, dazu das ikonische Logo. Auf Schnee präsentiert er sich als extrem vielseitiger Partner: Er geht leicht auf die Kante, ist verspielt, drehfreudig und gleichzeitig laufruhig. Selbst im verspurten Gelände bleibt er gelassen, pflügt durch Buckel, bleibt fehlerverzeihend und man braucht wenig Kraft. Tester lobten besonders seine Leichtigkeit und den Mix aus Surf-Feeling und Präzision. Bei hohen Geschwindigkeiten wirkt er überraschend stabil, und dank der guten Rückmeldung bleibt er ein Ski, der in allen Bedingungen Spaß macht. Kurz: Eine echte Allzweckwaffe für Tourengeher, die Wert auf Style und Performance legen. Im Herzen des Skis wurde PaulowniaHolz eingearbeitet, zusätzlich sorgt das neue Carbon + Flax Laminat für maximale Torsionssteifigkeit und Kontrolle bei hohen Geschwindigkeiten. Für: Anspruchsvolle Rider, die einen leichten, aber vielseitigen Touren-Allrounder suchen. Hätte er eine Tinder-Bio: „Carbon-Herz, Surfer-Seele – good buddy for bad conditions.“ Testlänge | Radius 185 cm | ø R = 23 m Erhältliche Längen 164, 171, 178, 185 cm Taillierung 129 | 102 | 117 Gewicht 3.200 g Preis 850,00 Euro Testlänge | Radius 188 cm | ø R = 24 m Erhältliche Längen 164, 172, 180, 188 cm Taillierung 133 | 105 | 119 (180) Gewicht 3.080 g Preis 850,00 Euro Testlänge | Radius 184 cm | ø R = 18 m Erhältliche Längen 155, 163, 171, 179, 184 cm Taillierung 135 | 105 | 119 Gewicht 3.286 g Preis 1.699,95 Euro ARMADA Locator 104 Testermeinung: „Light is right!“ – selten hat ein Tester so kurz und knackig das Wesen eines Skis beschrieben. Der Locator 104 ist ein ultraleichter Freetouring-Ski, der vor allem durch seine Vielseitigkeit auffällt. Auf der Piste zeigt er sich stabil und dynamisch, im verspurten Gelände fehlt ihm manchmal das Gewicht – dafür bleibt er vorhersehbar und leichtfüßig. Im Powder schwimmt er solide auf und lässt sich leicht fahren. Oder wie einer der Tester meinte: „Macht Laune.“ Genau das ist die Stärke des Skis – ein Allrounder, der Aufstieg und Abfahrt so gut verbindet, dass er auch Skeptiker aus der Schmalski-Fraktion überzeugen könnte. Mit TI Binding Dampener, CarbonVerstärkungen und einem Caruba-Holzkern, der das Leichtbaukonzept perfekt abrundet – ein Setup, das Uphill begeistert und Downhill überzeugt. Für: Tourengeher und Allrounder, die ein starkes Performance-GewichtsVerhältnis suchen. Hätte er eine Tinder-Bio: „Leichter Spritzer auf der Suche nach’m flinken Gamsler.“ ATOMIC Backland 109 Testermeinung: Der Backland 109 ist ein typischer Atomic-Mix: leicht genug für lange Aufstiege, aber mit klarer Abfahrts-DNA. Viele Tester waren überrascht, wie stabil und laufruhig er sich trotz seiner Breite fährt. Auf der Piste flattert er bei höherem Tempo zwar etwas, doch im verspurten Gelände zeigt er seine Stärken: wendig, stabil und angenehm gedämpft. Seinen Charakter verdankt der Ski nicht zuletzt seinem durchdachten Aufbau – ein Ultra Light Woodcore aus Pappel und Karuba, kombiniert mit Fiberglas-Lagen, sorgt für geringes Gewicht und spürbare Laufruhe. Im Powder schwimmt er zuverlässig auf und lässt sich spielerisch in kürzere wie längere Radien steuern. Manche hätten sich mehr Rocker gewünscht, andere sahen in ihm sogar ihren persönlichen Testsieger. Klar ist: Der Backland 109 ist ein vielseitiger Allrounder mit Freeride-Fokus, der Tourengeher wie auch Powdersurfer glücklich machen kann. Für: Freetourer, die einen leichten Ski mit ernsthafter Abfahrts-Performance suchen. Hätte er eine Tinder-Bio: „Leicht zu haben, verspielt, aber bitte nicht zu hart anfassen.“ AUGMENT Enigma 100 Testermeinung: Mit dem Augment Enigma 100 bringt die kleine Manufaktur aus den Hohen Tauern in Salzburg einen Ski auf den Markt, der schon auf den ersten Blick auffällt: die markante Schaufelform macht neugierig. Auf der Piste zeigt sich der Enigma erstaunlich fähig und fährt sich in allen drei Radien ausgewogen. Im verspurten Gelände wirkt er verspielt und lebendig, springt dank seines ausgeprägten Pops leicht von Buckel zu Buckel. Wer allerdings viel Laufruhe sucht, wird hier weniger glücklich. Im Powder hingegen fühlt er sich sofort zu Hause: super Auftrieb, leichtes Handling und eine ordentliche Portion Verspieltheit machen ihn zum spaßigen Begleiter für Tage mit frischem Neuschnee. Für: Junge Wilde und Rider, die gerne verspielt unterwegs sind und ihre Lines kreativ ins Gelände zeichnen. Hätte er eine Thinder-Bio: „Anders aber geil.“ 27 SK I TEST Testlänge | Radius 186cm | ø R = 23 m Erhältliche Längen 162, 170, 178, 186 cm Taillierung 132 | 104 | 123 Gewicht 3.100 g Preis 699,95 Euro Testlänge | Radius 189 cm | ø R = 20 m Erhältliche Längen 176, 184, 189 cm Taillierung 136 | 110 | 125 Gewicht 3.080 g Preis 799,99 Euro Testlänge | Radius 175 cm | ø R = 18 m Erhältliche Längen 167, 175, 183 cm Taillierung 127 | 100 | 113 Gewicht 2.980 g Preis 999,00 Euro Bergstolz Ski & Bike Magazin • 01/2026

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