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IRAN

BERGSTOLZ Ski Magazin DEZEMBER 2016 | Seite 65

Man könnte fast meinen, dass hier vor uns noch niemand war. Auf ca. 3200

Metern müssen wir unsere Harscheisen anlegen. Von wegen Powder – wir

kämpfen uns auf eisigen Untergrund hinauf Richtung Gipfel. Und immer die-

ser Wind, der uns den Aufstieg nicht gerade leichter macht und wie wir später

merken werden, uns den Rest der Reise nicht mehr von der Seite weichen

wird. Doch der Blick hinter uns lässt den anstrengenden Aufstieg vergessen:

surreal erhebt sich aus grünen Tälern der schneebedeckte Vulkankegel. Mit

5.671 ist der Damavand einer der höchsten freistehenden Berge der Welt und

gleichzeitig der höchste des gesamten Nahen Ostens.

Auf etwas über 4000 Metern erreichen wir den Grat eines unbekannten Gip-

fels und entscheiden uns zum Umkehren. Doch traurig über den fehlenden

Gipfel-Erfolg ist niemand. Stattdessen blicken wir in unendliche Weiten, auf

ein grandioses Panorama und blicken voller Vorfreude der schier grenzenlosen

Abfahrt entgegen. Zwar nicht im Powder aber auf feinem Firn, nachdem wir

die ersten eisigen Meter überstanden haben.

Am nächsten Tag gehen wir von Lasem aus in ein anderes Tal. Die Landschaft

bleibt dieselbe: karg, steinig und keine Menschenseele weit und breit. Dieses

Mal erreichen wir einen Gipfel: Wir stehen auf ca. 4100 Metern und sind

glücklich. Auch dieser Gipfel hat keinen Namen – zumindest sagt das Madijd.

Obwohl uns der Wind fast in die Knie zwängt, genießen wir den Moment –

und die fabelhafte Aussicht. Die Abfahrt ist auch an diesem Tag erst eisig,

dann traumhaft firnig und weiter unten weich über den Lawinenkegel. Mit

müden Beinen kommen wir schießlich wieder in Lasem an.

WARTEN AUF BESSERE ZEITEN

Aufgrund der Wetterverhältnisse müssen wir unser Alam Kuh Abenteuer wei-

ter verschieben.Wir machen uns nichts draus und kehren der iranischen Berg-

welt für ein paar Tage den Rücken. Unser Ziel: Die Stadt Shiraz im Süden des

Landes. Wir tauchen in die jahrtausendealte Kultur Persiens ein, lassen uns

vom bunten Treiben des Bazars verzaubern, saugen den Duft der Gewürze in