Seite 44 | BERGSTOLZ Ski Magazin DEZEMBER 2016
RIDERPROFILE
Alter:
34
Homespot:
Arlberg
Beruf:
Selbstständige bzw. Mädchen für alles
Sponsoren:
Salewa, Sweet Protection, DPS
Highlights:
Winter 2012/13
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1. STUBAIER GLETSCHER : FWQ***
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2. X OVER RIDE KITZSTEINHORN
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Overall Winner
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OPEN FACES 2013
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Winter 2013/14
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3. BIG MOUNTAIN
HOCHFÜGEN, FWQ****
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1. OPEN FACES KAPPL
KATHARINA
SCHULER
Katharina ist als Mädchen aus einem kleinen Dorf, in dem
der Skisport GROSS geschrieben wird, sozusagen mit Bret-
tern an den Beinen auf die Welt gekommen. Mit drei Jahren
zum ersten Mal damit unterwegs, startete sie wenig später
die klassische österreichische Skilaufbahn im Skiclub Arl-
berg und im traditionellen Skirennlauf. „Das ging gut, bis ich
in die Pubertät kam“, lacht sie. „Da lachten mich die jungen,
attraktiven Saisons-Mitarbeiter, die Skibums, eindeutig
mehr an als die roten und blauen Torstangen. Das freie Ski-
fahren mit den blonden, furchtlosen Burschen faszinierte
mich und daraus entwickelte sich dann auch schließlich
meine Leidenschaft zum Freeriden. Die Faszination besteht
für mich in der Freiheit und Ungewissheit, die der Berg mir
täglich bietet. Dabei spielt vor allem der Aspekt der Körper-
beherrschung für mich eine sehr wichtige Rolle – das heißt,
einen Hang nicht einfach auf zwei breiten Brettern runter „zu
rodeln“, sondern den Berg mit all seinen Formationen kon-
trolliert zu befahren!“
Auch neben Schule und Studium war ab dem Zeitpunkt, an
dem sie mit dem Freeride-Virus infiziert wurde, für Katha-
rina das Wichtigste, sich mit Freunden aus aller Welt frei am
Berg bewegen zu können und dürfen. Logische Konsequenz
war da die Teilnahme an den Freeride World Qualifier Be-
werben. „Obwohl ich recht oft auf dem Podium landete, ver-
lor ich trotzdem irgendwie den Spaß und die Lockerheit beim
Skifahren“, meint sie heute. „Dazu kam, dass nach dem er-
folgreichen Abschluss meiner beiden Studien Sportwissen-
schaften und BWL für mich der Ernst des Lebens beginnen
sollte. Nach ein, zwei Versuchen merkte ich aber sofort, dass
mich ein klassischer Bürojob einengt und unglücklich
macht. Mein einziger Gedanke war, dass ich unbedingt was
anderes machen musste.“
Gegen den Wunsch ihrer Mutter – denn diese hätte sie am
liebsten in einer Bank gesehen – startete sie 2012 den Weg
in die Selbstständigkeit und realisiert seither für Lech Zürs
Tourismus die Snow & Safety Conference als externe Pro-
jektleiterin. „Lech Zürs wollten eine Veranstaltung ins Leben
rufen, die in Richtung Off-Piste-Sicherheit geht. Dafür haben
sie jemanden externen gesucht, der sich in diesem Thema
auskennt, und da sind sie auf mich gekommen. Zusammen
haben wir dann einen irrsinnig spannenden Event auf die
Füße gestellt.“ Seit mittlerweile fünf Jahren trifft die geballte
Expertise in den Bereichen Schnee & Lawinen, Sicherheit,
Skisport/Freeride und Industrie in Zürs am Arlberg für zwei
Tage aufeinander. Dabei steckt Katharinas Herzblut und der
Großteil ihrer Zeit im Referentenprogramm: „Die Vortragen-
den zu bekommen, interessante Themen aufzugreifen und
das Ganze dann noch fürs Publikum umzusetzen ist die
Challenge. Das Outdoor-Programm und Skifahren am Arl-
berg zu verkaufen ist relativ einfach, wenns ein bisserl
Schnee hat.“
Nebenher arbeitet Katharina außerdem noch an ihrer Kar-
riere als Hotelchefin: „Eigentlich bin ich nur der Hausmeis-
ter und das Mädchen für alles in der Frühstückspension
meiner Mutter“, lacht sie. Man trifft sie dann schon mal
dabei, das Frühstück für die Gäste vorzubereiten, oder beim
Wegfahren des Mülls. „Ich sorge dafür, dass alle Betten voll
sind und ich trotzdem noch genug Zeit zum Skifahren habe,
die Mama ist da sehr tolerant mit mir“, schmunzelt sie. „Im
Winter versuche ich also Tag für Tag eine Balance zwischen
Arbeit und meiner Leidenschaft, dem Freeriden, zu finden.
Nur Skifahren ist super, aber irgendwann muss man sich
auch überlegen, wie man Geld verdient. Ich hab es zum
Glück geschafft, dass ich mir das jetzt gut einteilen kann.“
Und sie arbeitet weiter daran, auch in Zukunft keinen Büro-
job machen zu müssen: „Aktuell bin ich gerade dabei, die
Skilehrerausbildung fertig zu machen, um mich dann in
Richtung Skiführer zu entwickeln. Da lassen sich Beruf und
Hobby für mich auch recht gut verbinden, das wäre eventuell
ein zweites Standbein für mich. Und falls nicht, kann ich
mich immer noch darauf konzentrieren, Hotelchefin im Haus
meiner Mutter zu werden.“ Auch dann wird man Katharina
sicher noch oft am Berg treffen – denn Übung hat sie mitt-
lerweile darin, viele unterschiedliche Dinge unter einen Hut
zu bringen.
“Irgendwann
muss man
auch Geld
verdienen”
www.villa-resi.at| Portrait: Maria Schuler | Action: Josef Mallaun




