Seite 48 | BERGSTOLZ Ski Magazin DEZEMBER 2016
AOSTA
unser Guide ohne einen zweiten, dritten und schließlich vierten Caffè scheinbar nicht in die Skischuhe kommt.
Da trafen gerade zwei Welten aufeinander – ein italienischer Bergführer, der in Ruhe die Wetter-Apps checkte
und mit dem Piloten telefonierte und vier deutsche Jungs, die sofort auf den Berg wollten und ihre Felle ob des
sich minütlich verschlechternden Wetters davonschwimmen sahen. Und es kam genau so, wie man es nicht
brauchen kann, wenn man aufgebrochen ist, um mit dem Heli das Monte Rosa-Massiv zu erkunden: Downday!
Zu viel Nebel im Nachbartal, keine Sicht an den Landepunkten – der Heli bleibt in der Halle. Das Problem kennt
jeder und ein Helikopter potenziert das Gefühl in der Gruppe noch – man freut sich wie ein Schneekönig auf
einen geilen Skitag, unverspurte Hänge, weite Blicke und sitzt dann in einem kleinen, tristen Büro irgendwo in
Norditalien und sieht den Traum platzen. Die Lust irgendetwas anderes zu machen geht gegen Null. Und als
unser Guide Giorgio auch noch fragt, ob wir Felle dabei hätten, bringt er damit das Fass zum Überlaufen – wir
sind zum Fliegen da und nicht zum Laufen! Aber es ist wie immer in den Bergen – gegen die Natur kommst ned
an und der Bergführer ist der Chef. Also Planänderung, rein in den Lift, mit einer riesen Gruppe quer durchs Ski-
gebiet und dann mit gefühlten 50 Leuten den Berg hoch. Wir haben keinen Bock auf die anderen, die keinen
Bock auf uns, die Bergführer sind auch genervt – tolle Wurst! In dieser Stimmung stapfen wir los. Natürlich
dauert es nicht lange und wir finden uns mit dem neuen Plan ab – die ersten blöden Sprüche fallen und auch
Giorgio entspannt sich, weil er merkt, dass wir auch das Beste aus der Situation machen wollen. Auf der Abfahrt
platzt der Knoten dann endgültig – ein Südhang mit großen schneefreien Stücken ist eine echte Herausforderung.
Es geht über Steige mit Schnee, Wiesen ohne Schnee, Gräben mit „interessantem“ Schnee, durch Bäume und




