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AOSTA

BERGSTOLZ Ski Magazin DEZEMBER 2016 | Seite 47

DOWNDAYS

IM

AOSTATAL

Was schenkt man einem guten Freund zum 40sten? Einem der eh schon alles hat und das, was er nicht

hat, einfach kauft? Schnell entbrannte die übliche Diskussion: Spaßgeschenk, Event, Gutschein – alles

schon dagewesen, alles gut, aber kein Highlight. Ein Glück, dass diese Diskussion nach einer Abendskitour

in gemütlicher Runde auf der Hütte des Skiclubs Schliersee stattfand. Da waren die Gedanken natürlich

frei, was entweder an den paar hundert Höhenmetern oder an den paar halben Bier gelegen haben mag.

Aber plötzlich sprudelten die Ideen. Wir gehen gemeinsam mit ihm zum Skifahren. Aber es muss was

Besonderes sein! Also Heliskiing. Und zwar nicht irgendwann, sondern gleich nach dem Geburtstag! Der

Plan stand, die Organisation wurde auf mehrere Schultern verteilt und so schwebte kurze Zeit später ein

ferngesteuerter Heli durch ein Lokal in Bad Aibling. Natürlich landete der nicht – wie vom „Piloten“

stock und steif versichert und mit einer Wette um eine Flasche Wein unterstützt - auf dem Gabentisch,

sondern erst an der Decke und dann irgendwo zwischen den Gästen. Aber der kleine Heli war ja auch

nur die fliegende Glückwunschkarte.

Am Samstag vor Ostern wurde der 40er gefeiert, am Gründonnerstag machte sich unsere 4er Combo auch

schon Richtung Italien auf den Weg. Denn als feststand was wir verschenken, ging die viel längere Diskussion

los, wohin wir denn fahren könnten. Gudauri sei zu teuer und für 4 Tage zu weit weg, die Schweiz zwar näher,

aber ähnlich teuer wie der Trip nach Georgien. Österreich hat Flugverbot, also blieb nur noch Italien.Was grund-

sätzlich schon mal als attraktives Reiseziel für ein Männerwochenende für gut befunden wurde. Nach einem

kurzen Telefonat mit Frank Henssler – Chef der Heliguides und ausgewiesener Experte, wenn es darum geht

eine Horde Skiverrückter glücklich zu machen – stand das Ziel in Italien sehr schnell fest: Das Aostatal!

Die Anreise kann man nur als bizarr beschreiben: Frühling in Bayern, Schnee am Brenner, Frühsommer in Bozen,

22 Grad bei Mailand und dann vom warmen Aprilwetter wieder zurück ins verschneite Piemont. Zum Reiseziel

Gressoney südlich des Monte Rosa-Massivs in der italienischen Region Aostatal auf etwas über 1600hm. Sieben

Stunden Anreise mussten natürlich erstmal bei einem ausgiebigen Abendessen und ein paar Flaschen hervorra-

genden Shyraz aus dem Piemont verdaut werden. Zum Verdauen des Abendessens folgten natürlich noch ein

paar heimische Schnäpse und so ging es mit gut verdautem Abendessen und ebenfalls gut verdauter Anreise

ins Hotel.

Am nächsten Morgen weckte uns erst mal der Duft von frisch aufgebackenen Cornetto, der verführerisch durchs

Hotel schwebte. Frisch gestärkt machten wir uns dann auf den Weg Richtung Helibase. Dass die italienischen

Bergführer nicht so schnell schießen wie wir vor Tatendrang platzten, war die erste Erkenntnis. Die zweite, dass