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Seite 40 | BERGSTOLZ Ski Magazin DEZEMBER 2016

ROAD TRIP

17. Februar 2016, 17:15 Uhr

| Der Plan: Noch heute Abend bis

Andermatt fahren, morgen Früh jungfräulichen Powder shredden.

Das Problem: Wir sitzen noch beim Afterride BBQ, mussten aber

soeben entdecken, dass der Furkapass imWinter natürlich nur mit

demAutozug passierbar ist und der fährt das letzte Mal um 20:30.

Die Lösung: Wir müssen den Ralleymodus von unserem heißen

Schlitten aktivieren.

Die Umsetzung: Tobi ist mittlerweile mit Rekordtempo auf dem

Weg Richtung Furkapass.Wir sind im hinteren Teil des Geschos-

ses damit beschäftigt, unsere Ladung in den dafür vorgesehe-

nen, aufklappbaren Schränken zu halten und bemängeln dabei

lautstark das Straßennetz der Zentralschweiz, sowie die Erfin-

dung des Kreisverkehrs. Just in diesem Moment scheppert Tobi

um einen weiteren Kreisel und zwei Ladegeräte aus dem nun

geöffneten Schrank gegen Philipps Kopf.

17. Februar 2016, 20:28 Uhr

| Das Ergebnis: Zwei Minuten vor

Abfahrtszeit.Wir schalten den Motor ab. Erleichtert schießen wir

vier Kronkorken gegen die Decke. Dieses Bier haben wir uns ver-

dient, denn unser Kahn hat seinen Platz auf demAutoverlad ge-

funden, es geht Richtung Andermatt.

ANDERMATT

18. Februar 2016, 13:17 Uhr

| Neugierig steht Fabi vor seinem

Kamerastativ. Tobi wurde von Tim als Fotograf angeheuert und

steht neben ihm. Zusammen starren sie jeweils durch ihre

Kameras in Richtung einer steilen Rinne im Felshang vor ihnen.

„Nie im Leben sendet der sich da durch!“, spekuliert Fabi wäh-

rend er Tim durch seinen Sucher beim Stretching beobachtet.

„Okay, komme in 5...“, mischen sich auf einmal drei Funkgeräte

gleichzeitig in unser Gespräch ein. „Macht der nie.“ murmelt

Tobi noch während er sein Auge fest an die Kamera presst. Fokus

sitzt, Blende und Belichtungszeit passen, hurra die Gams, gibs

ihm Tim! Ein kleiner Punkt springt in eine viel zu enge und steile

Rinne und jagt mit einem Affenzahn talwärts. Tims Hardshell

Klamotten fangen bei den hohen Geschwindigkeiten derart an

zu flattern, dass wir knapp 300 Meter von ihm entfernt meinen

könnten, ein Helikopter fliegt auf uns zu. Der Typ ist wirklich völ-

lig bekloppt. Als Tim bei uns ankommt, springen wir ihn förmlich

an vor Freude und lassen uns alle von dem Hype seiner Line mit-

reißen. Ach was ist das nur für 1 Life?

ENGELBERG

19. Februar 2016, 17:30

| „Brauchen Sie Strom?“ fragt uns die

nette Dame an der Rezeption auf Schwyzerdütsch. Fabi und Tim

sind völlig aus dem Häuschen und checken einander vor den

verdutzten Augen der Rezeptionisten ab.Wir sind gerade in En-

gelberg angekommen. Aufgrund der Tatsache, dass mittlerweile

sämtliche Akkus aller Kameras, Laptops, Handys und der Drohne

vollständig entladen waren, blieb uns diese Nacht nichts Anderes

übrig als einen Campingplatz anzusteuern.

19. Februar 2016, 19:30

| Wir lümmeln in unseren gepolsterten

Bänken rund um den Esstisch. Nachdem sich nach zehn minüti-

ger Diskussion immer noch kein Freiwilliger für den Abwasch ge-

funden hatte, wird das Thema gewechselt: "Shit es pisst

mittlerweile, ge!" Tim kramt sein Handy aus der Sofaritze und

aktiviert das WLAN. Wir suchen neuerdings unsere Stellplätze

für die Nacht nach freien Hotspot Verbindungen aus. Das Ver-

einsschloss des Golfplatzes in Engelberg hatte wohl bei der Ein-

winterung vergessen den Saft abzudrehen. Wir parken mit

unserem Monster auf vier Rädern quasi in der Eingangstüre,

denn so nah müssen wir ran, damit auch das älteste Handy vol-

len Empfang hat. Mit jeder weiteren Runde Wizard kippen wir

vor lauter Verzweiflung ein weiteres Bier, denn die Temperatur-

kurve der Messstation auf dem Titlis rennt schnurstracks auf die

Nullgradgrenze zu. Na toll... Das Ende vom Lied ist

also:Wir

ent-

scheiden spontan morgen früh, wenn wir aus unserem Klapp-

fenster schauen, so wie immer!

20. Februar 2016, 10:00

| Die Gondel dreht sich und beschert

uns einen 360-Grad-Blick der Extraklasse. Die Entscheidung auf

den Berg zu fahren fiel heute morgen, als uns die Sonne durch

das Plastikfenster geweckt hatte. „Natürlich fahren wir rauf! Die

Sonne scheint und wir sind in Engelberg“. Oben angekommen

erwartet uns ein noch viel imposanteres Panorama und keine