U.S.A.
BERGSTOLZ Ski Magazin November 2013 | Seite 47
und verlockte mit mehreren kleinen Couloirs, perfekt, ein paar Runden zu drehen. Nur noch ein
Kontrollanruf bei unserer Kontaktperson, schließlich kennt man die Geschichten um Permits für den
Zugang zur Wildnis in den Staaten, Ihr wollt Morgen ins Backcountry hallt es zurück aus dem
Telefon. Das geht nur bei einem der Gates und ihr müsst dort auschecken und später wieder ein-
checken, sie könne uns aber nicht sagen ob Morgen dieses Gate offen wäre. Aha, mmmmm, again
something new! Ein Gate zum ein- und auschecken, prinzipiell durchaus keine so blöde Institution,
trotzdem kamen wir uns um unsere Menschenrechte betrogen vor. Wie war das nochmal mit den
unbegrenzten Möglichkeiten? Klar war das Gate geschlossen, folglich durften wir einen weiteren
Tag rund um die Lifte genießen, was sich als absolut genial rausstellen sollte. Ein vollkommen
nüchterner und ausgeschlafener Start ist halt einfach was anderes und der Kalifornische blaue
Himmel lies ebenfalls wenig Wünsche offen. Vormittags machten wir es den paar Locals nach und
blieben weiter unten im Gebiet, wo die Sonne die Buckel bereits etwas aufgeweicht hatte. Steilere
Pisten bleiben in Squaw von der Pistenraupe verschont und dank einer erstaunlichen Quantität an
gutem skifahrerischen Niveau sind die Buckelpisten deutlich weniger von Querspuren durchzogen.
Nach dem bereits obligatorischen Mittagsburger auf der Gold Coast Lodge zog es uns mit gelo-
ckerten Kniekehlen zum Granite Chief, den man mit einem kurzen viertelstündigen Hike am ober-
sten Ende des Skigebietes erreicht. Der Blick von dort oben auf knapp 2.800 Metern ist grandios.
Gen Osten leuchtet der Lake Tahoe ansatzweise heraus und in alle anderen Himmelsrichtungen
scheint der Horizont keine Grenzen zu kennen. Gepaart mit zwar kurzen, aber dafür steilen Shutes,
die in offene Hänge münden, bevor man wieder in die verspielten Redwoodwälder eintaucht,
ergab die richtige Mischung für den puren Frühjahrsspaß!
Bekannterweise nimmt jeder noch so schöne Tag in den Bergen irgendwann ein Ende. Liebend
gerne hätten wir noch ein paar Mal mehr den Hike zum Chief auf uns genommen, doch der erste
Umzug des Trips brachte uns am späten Nachmittag zurück auf die Straße.
Die Entschädigung folgte prompt! Ich hatte die Straße entlang desWestufers vom Lake Tahoe zwar
als nicht gerade unschön in meinem Kleinhirn abgespeichert, dass es einen landschaftlich so
umhaut, war ich mir nur wage bewusst. Allein die 1,5 Std. Autofahrt sind beinahe einen 12 Std.
Flug nach San Fransisco wert und wir konnten jeden normalen Touri verstehen, die alle paar
Minuten am Straßenrand zum Knipsen anhielten. Allein unser Ziel am südwestlichen Ende des
Sees, mit dem verheißungsvollen Namen Heavenly, trieb uns voran. Kaum hatten wir unser
Quartier bezogen, wunderten wir uns über den Krach, der aus dem benachbarten Hotel zu uns
herüber schwappte. Die einfache Erklärung, dass jenes Hotel bereits in Nevada lag und somit die
berühmt berüchtigte Mischung aus Hotel und Spielkasino war, erklärte einiges. Noch gestoked
vom Grand Chief, machten wir einen bewussten Bogen um die einarmigen Banditen und runde-
ten den Tag mit ein paar Bier in der Abendsonne am Ufer ab.
Der Blick aus dem Fenster am nächsten Morgen verhieß erneut lockere Kniekehlen, Heavenly ist
durchaus bekannt für seine ewig langen Buckelpisten und Freshies waren auf Grund des strahlen-