Seite 42 | BERGSTOLZ Ski Magazin November 2013
FREERIDEMAP
DISENTIS
in Kooperation mit
VAL ACLETTA
DISENTIS
Wer glaubt, ein Pulverschnee-Flash sei nur mit dem nötigen Kleingeld und unter Einsatz eines
Helikopters zu erreichen, irrt gewaltig. In Disentis gibt es die 10'000 Höhenmeter pro Tag noch
unter 50 Franken und dabei spart man sich erst noch das Geld, um den «Schlechtes-Gewissen-
Fond» für CO2-Sünder zu äuffnen. Über 1.600 Höhenmeter am Stück sind es von den Flanken des
Piz Ault bis ins Tal. Ohne Gegenanstieg, ohne Schieben, pures Abfahrtsvergnügen. Da kommt einem
die Bergfahrt mit der Seilbahn, zwei Sesselliften, und einem Bügellift sehr gelegen – rund zwanzig
Minuten durchatmen und die Muskulatur lockern bevor es weiter geht.
Wer gut plant, die erste Bahn nimmt, nur kurze Pausen macht und auf ein langes Mittagessen ver-
zichtet, schafft es so vielleicht gar auf acht Abfahrten, und knapp 13.000 Höhenmeter. Das Gelände
rechts des Bügellifts zum Piz Ault bietet schier endlose Möglichkeiten. Nicht alle Linien sind jedoch
für jedermann geeignet. Die Seitentäler, Rinnen und Flanken sind teilweise mit riesigen Felsblöcken
durchsetzt, Steilstufen erfordern gutes Fahrkönnen und die allgemeine Geländesteilheit im oberen
Teil setzt viel Erfahrung in der Beurteilung der Lawinengefahr voraus.
Spass ist hier fast den ganzen Winter über garantiert. Wie das Oberalpgebiet im allgemeinen, fällt
in Disentis bei vielen unterschiedlichen Wetterlagen Schnee. Die Schneesicherheit ist entsprechend
gross. Und auch im Frühjahr, wenn die immer kräftigeren Sonnenstrahlen die über Nacht hart gefro-
rene Schneedecke auftaut, herrschen im Val Acletta ideale Firnbedingungen.
Foto: Martin Söderqvist
Foto: Sedrun - Disentis Tourismus