Seite 42 | BERGSTOLZ Ski Magazin JANUAR 2017
FREERIDEMAP
Lech | Zürs | Warth
In Kooperation mit
www.freeride-map.comDie Locals sind sehr sensibel, wenn es um die Ressource Pulver-
schnee geht. Nicht etwa deshalb, weil es in der Arlberg-Region so
wenig schneien würde. Im Gegenteil: Die Region ist ein meteoro-
logischer Glücksfall, weil sich die vonWesten heranziehendenWol-
ken in schöner Regelmäßigkeit hier entladen. Sogenannte «Big
Dumps», Neuschneemengen von über einem halben Meter, sind
in der Region keine Ausnahme. Die Einheimischen sind vor allem
deshalb gestresst, weil auch diesseits des Arlbergpasses Hinz und
Kunz abseits der Piste fährt. Und damit pro Abfahrt nicht zu viel
des Pulverschnees verwüstet wird, wird in Lech-Zürs nach alter
Schule im Kurzschwung zu Tale gewedelt – im Idealfall schön
neben der Abfahrtslinie des Vorfahrenden in einem Streifen, der
maximal zwei Meter breit ist. Wer das ungeschriebene Gesetz
bricht und ungebührlich weite Turns in den Schnee zieht, muss mit
einer Rüge rechnen. Vielleicht macht es gerade deshalb hier be-
sonders viel Spaß, in großen Radien durch den Powder zu pflügen.
Außerdem wäre Kurzschwingen mit einer 190 cm langen, breiten
Freeride-Latte ein Sündenfall. Das Madlochjoch ist ein sehr guter
Ausgangspunkt für derartige Aktionen. Das Gelände unterhalb der
Madlochspitze ist sehr vielseitig. Es ist vom Lift aus ohne Aufstieg
einfach zu erreichen. Und weil die Hänge sehr breit sind, wird man
hier noch lange unbefahrenen Pulverschnee vorfinden, selbst wenn
noch weitere Freerider sich erdreisten sollten, den zugewiesenen
Zweimeter-Streifen zu verlassen.
Text: Jürg Buschor
Zürs – Madlochjoch
Foto: FRM




