Bergstolz Issue No. 48 - page 42

Seite 42 | BERGSTOLZ Ski Magazin Oktober 2014
WINTERVORBEREITUNG
38,5 Stunden. Damit ist an dieser Stelle nicht etwa die Zahl der Stunden
gemeint, die ein durchschnittlicher deutscher Arbeitnehmer proWoche im
Büro verbringt.Vielmehr ist es die Zeit, die Freeride-Profis wie EvaWalkner,
Lorraine Huber, Sandra Lahnsteiner und Stefan Häusl Woche fürWoche in
ihre Fitness investieren.
DieWintersaison naht mit Riesenschritten und so hatte Trainer und Sportwis-
senschaftler Phil Anker seine von ihm trainierten Spitzenathleten zum zweiten
Mal in Folge zum zweitägigen Outdoor-Camp nach Fieberbrunn eingeladen.
Ein Training der völlig anderen Art. „Kraft, Koordination und eine gut ausge-
bildete Kondition bilden die Grundlage für den Erfolg der Freeride-Profis“,
ist Anker überzeugt. Neben den Fieberbrunner Nachwuchshoffnungen Ben
Kalra, Ben Raffler und Snowboardprofi Christoph Fuschlberger waren auch
Freeride World Tour Rider Stefan Häusl und die Vizeweltmeisterin Lorraine
Huber dabei. Das Trainig fand auf einem Bauernhof am Fieberbrunner Haus-
berg Wildseeloder statt. „Ziel dieses Camps ist es, Abwechslung zum teils
monotonen Trainingsalltag in der Kraftkammer zu schaffen“, betont Anker.
Er weiß, worauf es ankommt - durch seine langjährige Erfahrung unter an-
derem als Ski- und Konditionstrainer der Nachwuchsmannschaft der Herren
Großbritanniens.
Für die alternativen Trainingsmethoden dienen Traktorreifen, Mähwerke oder
Bordwände als Hilfsmittel, um auf die Zielsportart hinzuarbeiten. Hilfe be-
kommt Anker von Michi Aschaber. Gemeinsam ging es zum Slackline Highli-
nen. Die Höhe ist die Herausforderung. Denn 30 Meter über dem Boden
(natürlich mit Sicherung) muss im Kopf alles stimmen, damit diese Art von
Training erfolgreich abgeschlossen werden kann. „Wenn in dieser Höhe Kopf
und Körper nicht im Reinen sind, spielt es keine Rolle mehr, wie lang die Line
ist. Sie wird unüberwindbar“, so Anker.
Vom Camp begeistert zeigte sich vor allem Lorraine Huber: „Das Outdoor-
Camp ist nicht nur körperlich, sondern auch mental einfach super. Ich profi-
tiere besonders vom Highlining.“
Auch die Vizeweltmeistern des Jahres 2012, EvaWalkner, setzt auf Highlining.
Nach knapp zwei Jahren Verletzungspause fiebert sie ihrem Comeback ent-
gegen. Sie arbeitet jeden Tag vier bis fünf Stunden an sich, um die verlorene
Zeit aufzuholen und gibt sich optimistisch: „Ich bin total fokussiert und fitter
denn je! So langsam geht’s auf die Wasserschanze, um auch dort wieder zu
alter Stärke zurückzufinden.“
Genau wie Eva setzt auch Anker auf dieWasserschanze. 30 bis 40 Mal sprin-
gen die Freerider ins kühle Nass, bis der neue Trick endlich auch im Schnee
ausprobiert werden kann. Da ist es kein Wunder, dass auch Lorraine Huber
vom Training auf der Wasserschanze überzeugt ist: „Hier hatte ich die Mög-
1...,32,33,34,35,36,37,38,39,40,41 43,44,45,46,47,48
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