Seite 38 | BERGSTOLZ Ski Magazin Oktober 2014
OSTTIROL
Beim ersten Big Dump der Saison machten sich Roman Rohrmoser
und die komplette Crew der Whiteroom Productions, bestehend
aus Fabi, Raphi, Joi, Daniel, Alex, Jochen, Michi und drei Filmer und
ein Photograph, zum Filmen nach Osttirol auf. Es sollten einige Se-
quenzen für den neuen Streifen „Trial&Error“ entstehen. Anfang
Februar war es allerdings schon fast zu viel des Guten und sie konn-
ten „eigentlich“ nichts machen, da alles gesperrt war. Straßen,
Brücken, Seitenwege und natürlich die Lifte und Pisten waren ge-
sperrt - auch die Lebensmittel wurden knapp (zur großer Sorge
ihres Photographen Toni). Natürlich ließen sie es sich nicht nehmen
und marschierten mit den Fellen los. „Die Abfahrt in St. Jakob war
Gott sei Dank gewalzt, sonst wären wir heute noch am Spuren.
Weit von der Piste hatten wir uns auch nicht entfernt, eigentlich
gleich links und rechts davon. Bei diesen Schneemassen wollten
wir nicht wirklich in ein anderes Seitental oder eben steile Treeruns
fahren“, erinnert sich Roman.
Tag für Tag wurde es aber sicherer und der Schnee setzte sich. „Wir
hatten den ultimativen Powder und die deepest powder runs of the
year! Und das ganz für uns alleine“. Allerdings mussten sie jeden
gefahrenen Höhenmeter zuerst aufsteigen. Geplant waren
ursprünglich drei Tage, doch am Ende war die Crew fast eineWoche
eingeschneit. „Irgendwie ist es echt ziemlich cool gewesen, dass
die Straße zu war. Kein Stress, kein Verkehr, nur ein paar Touristen,
die Locals und wir. Die andere Sorge war allerdings die Sprengung
der Lawinen oberhalb der Straße. Schlussendlich weiß man ja
nie wie groß die dann wirklich wird und was sie alles mit runter ins
Tal mitnimmt.“
Natürlich hatten sich die Bedingungen und Möglichkeiten im
Defereggental wie ein Lauffeuer in der Szene verbreitet und so
konnte man in dem beschaulichen Tal vom Februar weg die ge-
samte Elite der europäischen Freerideszene antreffen.
Ende März machten sich noch Romans Marmot Teamkollegen nach
St. Jakob auf und waren auch schlichtweg begeistert: Ringsum freie,
unberührte Hänge, steile Rinnen und sonnige Flanken ziehen be-
geistert die Gruppe. Bereits im Lift hat sich jeder im Team seine
Lieblings-Line ausgesucht. Das Schöne für Powder-Junkies ist: Viele
der spektakulären Abfahrten sind mit kaum bis mäßigem Aufstieg
ideal erreichbar. An einem Tag kann man mit Liftunterstützung also
locker einige tausend Höhenmeter bergab bewältigen.
Die Gruppe startet gleich in Richtung Großem Leppleskofel, der mit
seinen 2.820 Metern vor ihr aufragt. Nach ein paar Minuten
Foto: Christian Weiermannn