OSTTIROL
Gehzeit stellt sich die Frage: Ganz hoch zum Gipfel, um die langgezogenen, felsdurchsetzen Nord-
hänge zu erreichen, die sich bis ganz ins Tal erstrecken, oder Richtung Südwesten abbiegen und
die umliegende Gegend in Angriff nehmen? Da wir ein paar Tage Zeit und den Luxus stabiler guter
Verhältnisse haben, ist die Entscheidung schnell getroffen: erst das eine, dann das andere.
Hochleitenspitze (2.877 Meter) und Wagenstein (2.849 Meter) sind vom Skigebiet aus innerhalb
von zwei Stunden gut zu erreichen und bieten fantastische Abfahrten zur Brugger Alm. Auch die
Weiße Spitze (2.962 Meter) und der nach Südosten verlaufende Kamm bis zur Ochsenlenke (2.744
Meter) lassen das Herz von ambitionierten Extremskifahrern höher schlagen. Die Rote Spitze (2.956
Meter) ist unter Freeridern eigentlich eher unbekannt. Gut gestuftes und steiles Gelände oberhalb
der malerischen Rogötz Alm lässt jedoch meist einen stabilen Schneedeckenaufbau zu, dort hält
sich auch sehr lange der Pulverschnee. Auf einem Sattel unterhalb des Gschritt (2.750 Meter) tun
sich in nordöstlicher und nördlicher Richtung zahlreiche Powderlines auf – gigantisch!
Das bei einem solchen Programm eine ausreichende Energieversorgung nötig ist, versteht sich von
selbst. Und auch hier erweist sich das Defereggental als kleines Paradies. Seine Gastlichkeit begleitet
alle Gäste von Anfang bis zum Ende. Sei es beim gemütlichen Einkehren auf der in wunderschönem
alpinen Ambiente gelegenen Eggenhütte am Rande des Skigebiets – der Kaiserschmarrn ist sensa-
tionell! – beim Besuch auf der 1.714 Meter hoch gelegenen, urgemütlichen Alpe Stalle – mit holz-
getäfelter Stube, köstlichen Schlutzkrapfen und anschließender Rodelabfahrt – oder den zahlreichen
Gasthäusern des Tales, kulinarisch kommen wir ebenso auf unsere Kosten wie sportlich.
Und so waren sich nach dem Winter alle Freerider einig: Das Defereggental bietet tatsächlich
alles, was man von einem echten Freeride-Geheimtipp erwartet. Und Schnee hat es auch bis zum
Abwinken gehabt!
Foto: Lars Schneider
Foto: Christian Weiermannn