Seite 58 | BERGSTOLZ Ski Magazin DEZEMBER 2017
LAVA
Abfahrtsmeter zusammen. Zum Glück bot die Kulinarik Italiens erwartungs-
gemäß beste Voraussetzungen, um leere Kraftreserven schnellstens wieder
zu füllen: Die Speisekarten in den Ristoranti wurden jedem Mafia-Gelage ge-
recht und die Mamma in unserer Unterkunft verwöhnte uns mit einem Früh-
stück, dass den Wunsch nach Sport in den Hintergrund rückte: Selbst
gebackene Kuchen, Salat aus frischen Orangen mit Parmesan und Olivenöl,
Prosciutto und Cappuccino.
Der Sprung ins Meer rundete den Trip dann gänzlich ab. In der Badehose be-
trachteten wir den speienden Vulkan, den wir erst am Vormittag einen Besuch
abstatteten. Außer den fleißigen Fischern waren wir jedoch zu der Jahreszeit
die einzigen, die sich im Meer die Haare nass machten. Auch die touristischen
Küstenorte entpuppten sich im Februar als verträumte und pittoreske Plätze, die
sonst in einem Reiseführer unter Geheimtipps zu finden sind. Kulinarisch ließen
wir uns hier mit einer wohlschmeckenden Pizza a la italia verwöhnen und fla-
nierten mit einer Kugel di gelato durch die verwinkelten Gassen Siziliens.
Neben den Gaumenfreuden der Cucina casalinga kamen wir leider auch in
den „Genuss“ einer mafiösen Autovermietung: Weit entfernt von fairen Ge-
schäftspraktiken wurden wir mit undurchsichtigen Übergabeprotokollen ge-
waltig übers Ohr gehauen. Die Erinnerung an die Erlebnisse am Ätna ließen
die Cosa Nostra aber zum Glück auch schnell wieder in den Hintergrund rü-
cken und beseitigten sämtliche Zweifel:
Wir waren uns alle einig, dass wir im nächsten „Jahrhundertwinter“ gerne
wieder den Schnee zwischen Lava und Orangenbäumen suchen würden!




