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Seite 66 | BERGSTOLZ Ski Magazin November 2015

HOMESPOT

Die Axamer Lizum

– Freeride Magie am Fuße der Innsbrucker Dolomiten

Die spektakulären Bilder der letzten beiden Jahre vom 3* FreerideWorld Qualifier in der „Liazn“ haben viele Schi-

fahrer und Snowboarder erst auf das tolle Freeridepotential im Olympiaschigebiet von 1964 und 1976 aufmerksam

gemacht. Schon bei der Bergfahrt auf den Hoadl mit der ehrwürdigen Standseilbahn kann man sich seine Lines

aussuchen, und mit ein paar Traversen erschließen sich im ganzen Schigebiet viele kleine Pockets mit Mini-Lines,

Cliffdrops und feinenWoodruns. Durch die vielenAlmwiesen als Untergrund kann man hier schon bei relativ geringer

Schneelage im Frühwinter viel Spaß haben.

Meine Lieblings - Variante wartet auf jene, welche die 15 Minuten Aufstieg zum Hochtennboden nicht scheuen.

Einige fette Schwünge führen in die große Bowl Richtung Osten, die man durchquert um dann nochmal 20 Mi-

nuten auf den Widdersberg aufzusteigen. Von dort warten dann 800 Höhenmeter kupiertes Gelände bis direkt

hinunter zu den Liften mit fast immer gutem Schnee, da die traumhafte Kulisse der Kalkkögel die Hänge hier

permanent beschattet.

Gegen Ende das Tages findet man die Locals am Hoadl oft beim „Gerade-Oder-Ungerade“ – Spielen, denn als

letzter Run lockt die Abfahrt zur Kemater Alm hinunter. Der Verlierer muss die Crew dann am Ende der Rodelbahn

mit dem Auto abholen, die Sieger dürfen die meist unverspurten Westhänge im Sonnenuntergang genießen....

Das Kühtai

– Gut verstecktes Tiefschnee-Paradies

Auf über 2000 Metern Seehöhe gelegen besticht das Kühtai in erste Linie durch Schneesicherheit von November

bis Anfang Mai. Viele leicht erreichbare Varianten im Nahbereich der Pisten zu beiden Seiten des Tales machen es

zum perfekten Einsteigergebiet, da diese Runs nicht zu steil werden und auch gut einsichtig sind.

Doch auch für Experten gibt es tolle Möglichkeiten, wie zum Beispiel die immer verlockende Befahrung der großen

Staumauer des Finstertaler Stausees. Mit einem perfekten Aufstiegs-Abfahrts-Verhältnis hingegen lockt die Tour

auf den

Gaiskogel:Von

der Bergstation des Drei-Seen-Liftes aus steigt man in rund 45 Minuten auf den Gipfel, von

wo aus man 1.200 Meter Abfahrt genießen kann. Da die Rinnen im oberen Bereich richtig steil sind, kann dieser

Run allerdings nur bei geringer Lawinengefahr gemacht werden.

Für das Freestylerherz steht zwischen dem Alpenrosenlift und der Hohenmutbahn der KPark, ein in vier Bereiche

geteilter perfekt geshapter Funpark. Rail- und Jibline, jede Menge verschiedene Obstacles für Anfänger und Fort-

geschrittene, Easy- Medium- und Pro-Kicker münden in das absolute Highlight: Die gewaltige Superpipe mit 7,2m

Höhe, 160m Länge und 19m Breite. Die Hohenmutbahn Bergstation ist auch der Ausgangspunkt für ein Schmankerl,

wenn alles andere tracked out ist: Die nordwestseitige Abfahrt Richtung Längentalspeicher. Auch hier muss man

sich allerdings wieder einmal zuerst ausmachen, wer von den Kumpels die anderen am Ende des Runs mit dem

Auto wieder abholt.

Der Stubaier Gletscher

– Powdern von September bis Juni

Was wäre Innsbruck ohne sein eigenes Gletschergebiet? Nicht nur die Weltelite der Freestyler pilgert jedes Jahr im

Herbst zu den Monster-Kickern des Stubai Zoo Parks, sondern auch die Freerider haben dank des Powder Departments

vollen Support am Stubaier, Österreichs größtem Gletscher Skigebiet. Neben vielen empfohlenen Runs ist DER Klassiker

dabei die Abfahrt über den Daunferner, dank des neuen Sesselliftes nun mit einer Gehzeit von unter einer Minute zu

erreichen, angenehm weit weg vomTrubel der Pisten und Lifte sowie für Einsteiger gut bewältigbar. Ganz anders ist

des Gefühl auf der Schaufelspitze, die von Liften umringt inmitten des Schigebietes thront und einem auf ihrem Gipfel

stehend das Gefühl gibt, der Welt und den Menschen darunter ein bisschen entrückt zu sein.

Hier sollte man sich erst bei ausreichender Schneealge und als erfahrener Freerider hinaufwagen, denn nach dem

Hike von der Bergstation der Schaufeljochbahn, der fast immer ohne Aufstiegshilfen möglich ist, geht es mit über

40 Grad Neigung die Nordostflanke hinunter, direkt auf die staunenden Pistenbefahrer im Auslauf zu.

Wem auf über 3000 Metern der Sauerstoff nicht zu knapp wird, der bucht am besten Patrick vom Freeridecenter

Stubai als Guide und macht sich auf denWeg zum Zuckerhütl. Eine der schönsten Touren in den Stubaier Alpen mit

atemberaubendem Panorama und meine Lieblingstour nach den ersten soliden Schneefällen des Jahres. Bitte denkt

am Stubaier immer daran, dass ihr euch auf einem Gletscher mit Eisdicken bis zu 100 Metern befindet und gerade

im Frühwinter Gletscherspalten oft nur hauchdünn mit Schnee zugedeckt sind.

Downtown Innsbruck

– Im Herzen der Szene

Rund 30.000 Studenten, und davon etwa die Hälfte internationaler Herkunft, machen Innsbruck zu einer sehr

jungen Stadt, und so mancher hat sein Studium schon um ein paar Jahre verlängert, um die Freeridemöglichkeiten

rund um die Stadt lange genug ausnützen zu können. Mit Legs of Steel, der Freeski Crew,White Room Productions

und den Pirates haben einige der renommiertesten Filmcrews Mitteleuropas ihre Base hier, sie alle schätzen die

einzigartig Kombination aus urbanem Leben direkt in den Bergen.

Auch das Nightlife in Innsbruck kann sich sehen lassen, und wer die Freerideszene treffen will geht dabei am besten

am Mittwoch Abend ins legendäre Jimmys. Von dort zieht man weiter zur berühmten Bogenmeile, wobei es an-

geblich bis heute niemand geschafft hat, an einem einzigen Abend jeweils einen Drink in jeder dieser dicht neben-

einander liegenden Bars und Clubs zu konsumieren.....aber vielleicht bist ja DU der Erste? Sicher ist nur, dass sich

so manche Bar etwas früher leert, wenn der nächste Tag wieder frischen Powder verspricht – schließlich muss man

als Freerider Prioritäten setzen im Leben!

Foto_Tourismusverband Innsbruck

Foto_Tourismusverband Innsbruck

Foto_Bause

Foto_Klaus Polzer