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HAINES, AK

„Welcome in Haines“ werden wir von den Einheimischen begrüßt. Egal wohin wir gehen,

wen wir treffen, alle wissen den Grund unseres Besuches und zeigen uns deutlich, wie

überglücklich sie darüber sind! Sogar die Schule in Haines ist im Contestfieber - Livestream

statt Bücher. So wunderschön, einzigartig und speziell Alaska auch ist, so sehr kann es

einen auf die Probe stellen. Geduld ist ein Begriff, den wir nur zu gut lernen. Man begreift

schnell, wie man einen Tag mehr oder weniger sinnvoll totschlägt. Das Budget für ein

paar tägliche Heli runs haben wir nicht. Skilifte gibt es keine. Zu wenig Schnee in Haines

für Ski Touren und am Pass in Canada ist es meist zu windig, Lawinengefährlich und

schlecht Wetter. Es gibt kein Fitnesscenter. Die Laufstrecke am Hafen kennen wir schon

auswendig. Im Mountain Market Cafe spricht man uns, beim Bestellen unseres Mittags-

menüs, mittlerweile schon mit dem Namen an und Aksel Lund Svindal oder Tanner Hall

als Tischnachbarn geben uns gute Gesprächsthemen vor. Mädls halt.

Haines stellt uns auf eine ordentliche Geduldsprobe. Jeden Tag blicken wir auf unverspurte

Berge, Spines in der Größenordnung, wie man sie nur inAlaska sieht, im roten Morgenlicht

lächeln sie uns an. Man könnte weinen. So nah und doch so fern. Das Wetter ist perfekt,

die Lawinengefahr allerdings zu groß! Nach dem Sturm hat es zuviel Neuschnee gegeben.

Ein Lawinenunfall, der glücklich ausgegangen ist, warnt uns und wir warten erneut. Nach

einem Sturm kommt die Sonne in Begleitung von extrem hoher Lawinengefahr und da-

nach kommt wieder ein Sturm. Ein Teufelskreis. Der Tag X ist nun endlich gekommen.Wir

sind alle höllisch nervös. Endlich ist es soweit. Nach tagelangem scouten des Organisati-

onsteams ist das perfekte Face nun endlich gefunden. Den Hang bekommen wir bis jetzt

noch nicht zu Gesicht. Das heißt, wir haben nur sehr wenig Zeit für die Besichtigung. In

Alaska, wo es so gut wie keine Orientierungspunkte wie Bäume oder Felsen gibt und die

Dimensionen für uns schwer einzuschätzen sind, wird das für die Meisten eine große He-

rausforderung. Wir warten bei Mile 33 im Roadhouse. Erste Funksprüche kommen vom

Berg, wir sollen uns für den Helikopter bereit machen. Die Männer sind schon oben. Die

Nervosität steigt immer mehr und mehr. Ich kann mir frühzeitig den Titel sichern. Das lässt

die Anspannung nochmal nach oben schnalzen. Dann der Funkspruch: „Stand by. Bad

weather is coming in“. Ständige Verzögerungen. Wir warten Stunden, bis wir die Infor-

mation bekommen: kein Contest heute.

Foto: FWT_DDaher

Foto: FWT_DDaher

Foto: Eva Walkner

Foto: Eva Walkner