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BERGSTOLZ Ski Magazin November 2015 | Seite 65

Freer ide Ci ty Innsbruck

Als ich vor genau drei Jahrzehnten im zarten Alter von zehn Jahren auf der Seegrube

zum allerersten Mal ein Snowboard an meine Füße schnallte, hätte ich mir nicht

träumen lassen, dass ich eines Tages hier als homegrown Freeride Pro über die

Berge rund um meine Heimatstadt schreiben darf. Dabei war Innsbruck schon

immer eine Stadt voller Freerider, denn bereits lange vor dem Snowboardboom der

80er und 90iger Jahre wurden die traumhaften Hänge rund um die zweifache Olym-

piastadt von den Locals auf ihren Holzschiern befahren.

Heute haben sich die vier Top-Gebiete Axamer Lizum, Stubaier Gletscher, das Kühtai

und die Nordkette zusammengeschlossen und präsentieren sich zusammen mit der

Stadt selbst im neuen Look als Freeride City Innsbruck. Jedes dieser Gebiete hat ein

anderes Flair und durch ihre einzigartigen geografischen Lagen gibt es für uns immer

irgendwo Powder – je nachdem aus welcher Richtung der letzte Schneefall kam!

Die Nordkette

– Hochalpin direkt über den Dächern der Stadt

Bei den Einheimischen liebevoll die „Gruabn“ genannt, bietet die Seegrube bei ausrei-

chender Schneelage bis zur auf 800 Metern Seehöhe gelegenen Talstation auf der Hun-

gerburg Freerideerlebnisse der Extraklasse. Nicht nur der Blick auf die Stadt von Gipfeln

herunter ist atemberaubend, auch die Runs haben es mit bis zu 1.500 Metern Höhenun-

terschied in sich. Von den bis zu 45 Grad steilen Felsrinnen des Hafelkars über die weit

offenenWiesenhänge imAlmenbereich bis zu denWoodruns im unteren Bereich ist alles

dabei – allerdings in vielen Bereichen reserviert für Fortgeschrittene und Könner! Es ist

kein Zufall, dass mit Max Zipser, Alex Hofmann, mir selbst & Mitch Tölderer über die

letzten Jahre vier Locals den Sprung von hier auf die FreerideWorld Tour geschafft haben.

Rund um die Bergstation auf der Seegrube gibt es für Einsteiger natürlich auch etwas

zahmere Hänge, wobei es nach einem fetten Nordstau mit viel Neuschnee an den Big

Days und anWochenenden bei den Gondeln schon mal zu längerenWartezeiten kommen

kann. Ich selbst lasse daher diese Tage oft aus und warte lieber auf jene Magic Days unter

der Woche, an denen Innsbruck von einer dicken Nebeldecke begraben ist. Dann findet

sich bei Sonnenschein meist gerademal eine Handvoll von Ridern ein, die sich dann mit

kurzen Hikes zu den versteckten Powderspots aufmacht und diese alleine genießt. Und

wenn rund um die Gondeln mal alles verspurt ist, dann wartet Richtung Norden mit dem

Karwendelgebirge Mitteleuropas größtes unbewohntes Gebiet darauf, mit Tourenschi und

Splitboards erkundet zu werden.

Foto_Hallerl

Foto_Tourismusverband Innsbruck

Foto_Klaus Polzer