LIVIGNO
BERGSTOLZ Ski Magazin Dezember 2014 | Seite 41
FABIANO MONTI
Freeride-Experte:
Fabiano ist in Livigno geboren und als Wissenschaftler
für Schnee und Lawinensicherheit für das tägliche
Lawinenbulletin des Projekts Freeride verantwortlich.
Wie sieht der perfekte Tag in Livigno aus?
Auf jeden Fall sollte er mit einem leckeren Frühstück in
der Latteria beginnen.Wenn viel Schnee liegt, gibt’s tolle,
steile Abfahrten. Bei Sonne geht’s am besten per Lift und
dann für eine Tour weiter nach oben. Anschließend folgt
eine lange Abfahrt ins Tal. Zum Sonnenuntergang mache
ich am liebsten eine weitere Abfahrt, zum Beispiel von
Passo D’Eira Richtung Livigno.Abends kann man den Tag
am besten mit einemApero und einer leckeren Pizza mit
Freunden ausklingen lassen.
Was macht Livigno für Dich so besonders?
Es gibt einfach unglaublich viel zu tun – nicht nur ein
großes Sportangebot, sondern auch kulinarisch. Außer-
dem verfügt Livigno über eine ausgeprägte Partyszene,
in der nicht nur Besucher, sondern auch die Einheimi-
schen feiern. Viele Gäste schätzen den Ort vor allem als
große Duty-Free-Zone – dabei hat auch die Natur hier
so viel zu bieten.
Gibt es in diesem Jahr etwas Neues in Livigno?
In der Tat. Wir arbeiten daran, die tagesaktuellen und
lokalen Daten über Schnee und Sicherheit noch sicht-
barer zu kommunizieren.Wir planen die Installation von
Monitoren im Skigebiet sowie im Dorf und können die
Infos von unserem Büro aus steuern. Zudem erstellen wir
eine Freeride-Karte und organisieren zu diesem Thema
ein ganz neues Festival – das European Freeride Festival.
Wann herrschen in Livigno die besten
Schneebedingungen?
Das ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Im vergangenen
Jahr war der Januar der beste Monat. Und in dieser
Saison hatten wir bereits ein paar optimale Tage! Auch
im April können die Konditionen perfekt sein – mit
Pulverschnee und langem Sonnenschein.
FAUSTO BORMOLINI
Telemark-Experte:
Fausto Bormolini ist Mitglied des Telemark Clubs in sei-
nem Geburtsort Livigno und einer der Gründer des welt-
weit größten Telemark-Festivals La Skieda, das jedes Jahr
im März in Livigno stattfindet.
Wie sieht für Dich ein perfekter Tag in Livigno aus?
Der perfekte Tag lässt sich in Livigno nach einem starken
Schneefall erleben – wenn die Berge bedeckt sind mit
Pulverschnee. Dann nehme ich meine Telemark-Ski und
gehe mit Freunden auf die Pisten. Dann ist es, als ob die
Zeit still steht: Sonnenschein, weiße Landschaft und tolle
Ausblicke. Und hinterher wärmen wir uns bei einem
heißen Getränk auf und sitzen rund um eine Feuerstelle.
Das ist für mich der perfekte Tag in Livigno.
Was macht Livigno für Dich so einzigartig?
Die Lage. Livignos Höhe sorgt für eine überaus große
Schneesicherheit, so dass man die Pisten praktisch durch-
gehend vom 1. Dezember bis zum 30.April erleben kann.
Was kann man tun, wenn das Wetter einmal
nicht so gut ist?
Zum Beispiel Shoppen. Livigno verfügt über mehr als
250 Geschäfte. Sie bieten Mode, Sportswear, Hi-Tech
und vieles mehr. Und das alles zu unschlagbaren Duty-
Free-Preisen.
Welches ist Dein liebstes Event?
Auf jeden Fall „La Skieda“. Dies ist eines der weltweit
besten Telemark-Festivals, zu dem mehr als 1.800 Besu-
cher kommen. 2014 fand es bereits zum 21. Mal statt.
Mein liebstes Rennen in diesem Rahmen ist das „Epoque
Race“, bei dem sich die Teilnehmer in traditionelle
Kostüme hüllen. Für Zuschauer ist dies wie eine Zeitreise.
Welche ist die beste Telemark-Abfahrt für Dich?
Da habe ich gleich zwei: Eine heißt „Femminile“ und
führt von „Blesaccia Due“ nach „Bait dal Pel“. Die
andere heißt „Fisi“. Die erste Route mag ich, weil man
auf ihr einen Schnee findet, den es sonst so nicht gibt.
Die andere schätze ich aufgrund ihrer Vielfalt.
MARIANNA LONGA
Langlauf-Spezialistin:
Marianna Longa ist ehemalige Profi-Langläuferin und
war auch während ihrer aktiven Zeit oft in ihrer Heimat
Livigno unterwegs, wo auf 1.800 Metern perfektes
Höhentraining möglich ist.
Wie sieht für Dich ein perfekter Tag in Livigno aus?
Jeder Tag ist für mich hier perfekt, da praktisch stets die
richtigen Bedingungen vorherrschen. Immerhin wohnen
wir hier auf mehr als 1.800 Metern Höhe. In den vergan-
genen Jahren kamen immer neue Angebote wie eine
Kunstschnee-Maschine hinzu, die für die Langlauf-Pisten
genutzt wird. Das ist natürlich toll!
Wenn Freunde Dich besuchen, was zeigst Du ihnen
dann am liebsten?
Am liebsten zeige ich ihnen die Schönheit unseres Tales.
Mit Kindern gehe ich zum Beispiel gerne zum Fahrrad-
Parcours. Und im Winter bieten sich Skitouren und
Schneeschuhwandern an.
Was kann man tun, wenn das Wetter einmal
nicht so gut ist?
Ich persönlich nutze die Zeit dann für ein schönes Dinner
mit meiner Familie.
Deine Tipps für die besten Langlauf-Routen?
In Livigno verfügen wir über insgesamt 30 Kilometer
Pistenlänge. Fünf davon sind auch als Trainingsgebiet fürs
Langlaufen geeignet. Ich persönlich bewege mich eher
vom Zentrum weg und erkunde die Natur. Meine liebsten
Gebiete sind: Forcola, Vago und Tresenda.
Wann herrschen die besten Bedingungen
für Deinen Sport?
Wenn man nicht gerade zum Training hier sind, eignen
sich Februar und März am besten. Dann sind die Tage
bereits wieder länger.
LUCA MORETTI
Präsident des Tourismusverbands Livigno:
Luca Moretti ist ehemaliger Skiprofi und jetzt als Touris-
musdirektor von Livigno für neue Projekte seines Heimat-
orts verantwortlich.
Was macht Livigno für Dich so besonders?
Die Fülle an Aktivitäten: Alpinski, Snowboarden, Free-
riden, Telemark, Langlauf, Eislaufen, Schneeschuhwan-
dern, Shoppen, Wellness oder einfach toll Essen gehen.
Langweilig wird es bei uns auf keinen Fall. Was uns
ebenso außergewöhnlich macht: Wir haben etwas für
jede Zielgruppe. Dazu zählen gleichermaßen junge Leute,
Familien mit Kindern oder ältere Besucher. Wir haben
etwas für jeden Geschmack.
Wenn Freunde Dich besuchen, was zeigen Du ihnen
dann am liebsten?
Ich versuche, ihnen so viele Dinge wie möglich zu zeigen.
Es gibt so eine große Auswahl, dass man sich nur schwer
entscheiden kann. Ich versuche, den Tag voll Emotionen
und Aktivitäten zu gestalten. Dann reisen meine Gäste
zwar erschöpft, aber auch glücklich ab und wollen bald
wiederkommen.
Was kann man tun, wenn das Wetter einmal
nicht so gut ist?
Wenn das Wetter sich mal nicht von seiner besten Seite
zeigt, empfehle ich eine geführte Tour durch die Mol-
kerei, bei der Besucher erleben können, wie unsere
Milcherzeugnisse hergestellt werden – und sie natürlich
auch selbst probieren können. Eine Alternative ist
natürlich auch das großeWellness-Angebot bei uns mit
Dampfbad, heißen Bädern und Sauna. Eine tolle Idee,
wenn es draußen schneit.
Welche Abfahrt ist Dein persönlicher Favorit?
Da habe ich eigentlich gleich zwei. Die eine ist „Zuelli“
auf der Bergseite Carosello 3000 mit einem Gefälle
von bis zu 60 Prozent. Die andere ist die schwarze Piste
„Valfin“, die sehr breit ist und deren Lage und Ausrich-
tung es ermöglicht, während der gesamten Saison
perfekten Schnee zu genießen.
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Foto: D. Castellani




