MONTE CIMONE ITALIEN MANGYSTAU KASACHSTAN ZENTRALASIEN RIDER PROFILE JILL KINTER KRISS KYLE FAMILY SHREAD NAUDERS FOTOFOLIO DANIEL NIEDERKOFLER BIKETEST PIVOT SHIMANO SIGNATURE TRAIL X LINE SAALBACH TRAILS ENDURO NEWS TESTS EVENTS BIKE #136 VERLOSUNG ISCHGL / WEEKEND PETZEN / WEEKEND NORRØNA / SHORTS KÄRCHER / REINIGER
MERIDA.com Für maximale Dynamik designed Entwickelt für maximalen Flow – selbst im härtesten Gelände. Benannt nach dem altgriechischen Wort für Fels oder Stein, ist das neue LITHOS für kompromisslose Enduro-Rider und Racer gemacht – mit einem klaren Fokus auf Geschwindigkeit, egal wohin der Trail führt. MERIDA. MORE BIKE. UNSTOPPABLE FLOW MEHR ERFAHREN LITHOS DAS NEUE
3 EDITORIAL / INHALTE IMPRESSUM COVER Location: Kasachstan Rider: Tobias Woggon Fotograf: Michael Neumann INHALTE 03 Editorial | Impressum 04 News 06 News 08 Verlosung 10 Fotofolio / Daniel Niederkofler 14 Mangystau/Kasachstan 20 Rider Profile / Jill Kinter 21 Rider Profile / Kriss Kyle 22 Monte Cimione 28 Test / Pivot 29 Test / Shimano 30 Family Shred 34 Signature Trail / X Line Saalbach Der Sommer fängt gut an: Die Bikeparks haben geöffnet und es wird richtig investiert. Der Paganella Bike Park hat mit dem Top Gun Trail nach über fünf Jahren Bauzeit einen 4,6 km langen Trail sehr aufwendig in den Wald gezimmert. Kronplatz hat am Gassl Trail im unteren Teil sehr große Jumplines mit eingebaut, und KitzSki hat den 10 km langen Kirchberg Trail für 1,6 Mio. Euro gebaut. In Saalbach sind zwei neue Trails entstanden, um nur einige Beispiele zu nennen. Da stellt sich die Frage: Was geht bei uns in Bayern? Verstehen die Bahngesellschaften bei uns nicht, dass sie mit dem Winterskigeschäft bei den warmen Wintern auf Dauer nicht mehr überleben können? Viele Privatinitiativen scheitern immer wieder an dem endlosen Beantragungswahnsinn und an den unteren Naturschutzbehörden. Zum Schluss heißt es: „Ja, können wir nicht machen – der Aufwand oder die Umweltauflagen sind zu groß.“ Wäre es nicht wichtig, die Jugend aufs Bike zu bringen? Ist es nicht wichtig, mit gezielter Lenkung durch die Entstehung eines Bikeparks die restliche Natur zu entlasten? Immer mehr Hürden werden von der Politik aufgebaut, wie ganz neu die 2-Meter-Regel in Nordrhein-Westfalen oder die 1,5-Meter-Regel in Baden-Württemberg. Dazu kommen immer mehr Fahrverbote im Mangfallgebirge und in anderen Regionen. Mit Verboten wird halt einfach wild gebaut, aber das kann doch nicht das Ziel sein. Ist es nicht endlich Zeit, dass die Behörden und die Bahnbetreiber umdenken? Wie sieht es mit der Bikeindustrie und ihrer Lobbyarbeit aus? Die denken nur an ihre Umsätze, und sonst passiert nicht viel. Dabei sollten sie am meisten darüber nachdenken, wie man die Jugend wieder aufs Bike bringt. Leider tut sich auch da nicht viel. Bleibt nur zu hoffen, dass der Rennrad- und Gravel-Boom irgendwann mal dazu führt, dass daraus ein MTBBoom entsteht. Aber was dann? Dann fahren wir weiter nach Österreich, Italien und Frankreich zum Biken, weil es bei uns zu wenig Möglichkeiten gibt und für alles Geld vorhanden ist – nur nicht für das Mountainbiken. Bleibt zu hoffen, dass die Akteure doch mal aufwachen und die Initiative ergreifen. In diesem Sinne wünsche ich euch trotzdem einen herrlichen Mountainbike-Sommer. Ride on EDITORIAL MONTE CIMONE ITALIEN MANGYSTAU KASACHSTAN ZENTRALASIEN RIDER PROFILE JILL KINTER KRISS KYLE FAMILY SHREAD NAUDERS FOTOFOLIO DANIEL NIEDERKOFLER BIKETEST PIVOT SHIMANO SIGNATURE TRAIL X LINE SAALBACH TRAILS ENDURO NEWS TESTS EVENTS BIKE #136 VERLOSUNG ISCHGL / WEEKEND PETZEN / WEEKEND NORRØNA / SHORTS KÄRCHER / REINIGER Compose your ride with gear and knowledge that fit your rhythm. IN SYNC WITH THE TRAIL ortovox.com Herausgeber und V.i.S.d.P Sports Medien, Ralf Jirgens Angerlweber 5 | 83703 Gmund am Tegernsee email: info@sports-medien.de Projektleitung Günter Scholz // guenter@bergstolz.de +49 (8022) 5080-163 Redaktion Sophie Oettl // sophie@bergstolz.de +49 (8022) 5080-162 Anzeigen Sports Medien |Ralf Jirgens // jirgens@sports-medien.de Grafik | Bildredaktion Nagel Werbeagentur Lektorat Johanna Jirgens // johanna@bergstolz.de Autoren Michael Neumann, Günter Scholz, Sophie Oettl, Ralf Jirgens Fotografen Erwin Haiden, Daniel Niederkofler, Michael Neumann, Brynphoto, Eisa Bakos, Samantha Saskia Dugon, Moritz Ablinger Druck Athesia Druck GmbH Weinbergweg, 7 | 39100 Bozen | Südtirol | Italien www.athesiadruck.com Web Design Nagel Werbeagentur | Marco Marchese Redaktions-Anschrift Bergstolz Ski & Bike Magazin® c/o Sports Medien | Ralf Jirgens Angerlweber 5 | 83703 Gmund am Tegernsee email: jirgens@sports-medien.de Tel: +49 (8022) 5080-160 Fax: +49 (8022) 5080-169 www.bergstolz.de Bergstolz® ist eingetragener Markenname von Nicolas Nagel. Bergstolz® ist ein geschützter Titel nach §5 Abs.3 MarkenG von Nicolas Nagel (NAGEL Werbeagentur) © 2008-2026 N.N.
Mit der Pneuma CC präsentiert Feedback Sports eine clevere Standpumpe mit Doppelfunktion. Dank eines integrierten Drucklufttanks eignet sie sich nicht nur zum klassischen Aufpumpen von Reifen, sondern auch zum einfachen Montieren von Tubeless-Reifen. Per Fußhebel wird der Lufttank befüllt und anschließend mit einem kräftigen Luftstoß entladen – ideal, um den Reifen sicher ins Felgenhorn zu drücken. Im normalen Betrieb arbeitet die Pneuma CC als klassische Hochdruck-Standpumpe bis 11 bar (160 psi). Ein großes, gut ablesbares Manometer, ein extralanger Schlauch sowie ein stabiler Stahlfuß sorgen für hohen Bedienkomfort. Der Pumpenkopf ist mit Presta- und Schrader-Ventilen kompatibel, während ein praktisches Staufach im Griff Platz für Adapter und Zubehör bietet. www.feedbacksports.com FEEDBACK SPORTS // Pneuma CC Standpumpe 4 NEWS Bergstolz Ski & Bike Magazin • 04/2026 Mehr Power, mehr Ausdauer, mehr Einsatzmöglichkeiten: Mit dem AirMach Electric Inflator Pro Max erweitert Muc-Off sein Sortiment an elektrischen Minikompressoren. Gegenüber dem bekannten Mini Inflator Pro bietet die neue Version einen deutlich größeren Akku und schafft bis zu sechs 29"-MTB-Reifen oder acht Rennradreifen mit nur einer Akkuladung. Auch Motorradreifen lassen sich befüllen. Der bürstenlose Motor erzeugt bis zu 120 PSI (8,2 bar) und arbeitet dabei präzise in 0,5-PSI-Schritten. Über das integrierte LED-Display wird der gewünschte Luftdruck eingestellt, anschließend pumpt der Kompressor automatisch bis zum Zielwert und stoppt selbstständig. Eine Speicherfunktion merkt sich den zuletzt verwendeten Druck, während eine Kalibrierung für unterschiedliche Höhenlagen jederzeit exakte Werte liefert. Das robuste Aluminiumgehäuse, ein Hitzeschutz aus Silikon sowie ein verlängerter Luftschlauch erleichtern den Einsatz auch an schwer erreichbaren Ventilen. Dank Kompatibilität mit Presta-, Schrader- und Big-Bore-Ventilen eignet sich der AirMach Electric Inflator Pro Max vom MTB bis zum Rennrad und darüber hinaus auch für Motorrad oder Auto. www.muc-off.com Mit den neuen Sidekick Flux Wheelsets bringt e*thirteen ein Laufradsystem auf den Markt, das Traktion, Komfort und Fahrkontrolle verbessern soll. Herzstück sind die Sidekick 2.0 Naben, die den Antrieb während des Rollens von der Federung entkoppeln. Dadurch werden Pedalrückschläge reduziert, die Federung arbeitet freier und der Rollwiderstand sinkt. Zudem lassen sich drei Rastwinkel (9°, 13° und 18°) werkzeuglos einstellen. Ergänzt werden die Naben durch die neuen Flux-Felgen mit einer speziellen, nach innen gewölbten Form. Diese soll Vibrationen besser absorbieren und den Grip erhöhen. Dabei unterscheiden sich Vorder und Hinterrad bewusst: Vorne steht maximale Nachgiebigkeit im Fokus, hinten Stabilität und Durchschlagschutz. Die Laufräder sind in verschiedenen Carbon- und Aluminium-Versionen für Trail-, All-Mountain- und Enduro-Bikes erhältlich und werden durch umfangreiche Garantie- und Serviceleistungen ergänzt. www.ethirteen.com MUC-OFF // AirMach Electric Inflator Pro Max e*thirteen // Sidekick 2.0 Ergonomie für Trekking, MTB und Gelände Mit den neuen Griffen 702 2.0, 710 2.0 und 7OX 2.0 Pro bietet SQlab für jeden Einsatzbereich die passende ergonomische Lösung Mit der neuen Griffgeneration entwickelt SQlab sein bewährtes Ergonomiekonzept konsequent weiter. Die neuen Modelle 702 2.0, 710 2.0 und 7OX 2.0 Pro wurden für unterschiedliche Einsatzbereiche entwickelt, verfolgen jedoch ein gemeinsames Ziel: mehr Komfort, bessere Kontrolle und eine optimale Druckverteilung zwischen Hand und Lenker. Im Mittelpunkt steht das neue dreidimensionale Größensystem. Dabei werden nicht nur Griffumfang, sondern auch Grifflänge und ergonomische Auflageflächen proportional an unterschiedliche Handgrößen angepasst. Das Ergebnis ist eine präzisere Passform, eine gleichmäßigere Druckverteilung und ein deutlich höherer Komfort auf dem Fahrrad. www.sq-lab.com Der Kirchberg Trail ist Teil der 360° Flow Trails Kitzbühel Kirchberg und steht für modernen Bike-Genuss mit maximalem Flow. Gemeinsam mit starken Partnern entwickelt, erweitert der Trail das vielseitige Sommerangebot von KitzSki und verbindet die Bike-Areale rund um Kitzbühel und Kirchberg zu einem durchgängigen Erlebnis. Mit der Eröffnung des Kirchberg Trails erwartet Biker ein neuer Flowtrail, der vom Startpunkt nahe der Bergstation der Fleckalmbahn abwechslungsreich talwärts führt und als echter Top-toBottom-Ride konzipiert ist. Auf rund 10 Kilometern Länge bietet der Trail einen harmonischen Rhythmus aus sanften Anliegerkurven, verspielten Wellen, kleinen Brücken und optionalen Elementen – ideal für alle, die Flow ohne Unterbrechung genießen möchten. Der Kirchberg Trail ergänzt das bestehende Angebot der 360° Flow Trails Kitzbühel Kirchberg perfekt und schafft eine attraktive Verbindung zwischen den Bike-Arealen von Kitzbühel und Kirchberg. Das Ergebnis ist ein noch abwechslungsreicheres und vielseitigeres Trail-Erlebnis für Genießer, Familien und ambitionierte Biker gleichermaßen. # www.kitzski.at SQlab // neue Griffgeneration: KIRCHBERG TRAIL // 360 Flow Trail Mit dem neuen 5.0 Gravity Helm sichert sich Leatt den begehrten Eurobike Gold Award. Herzstück des Helms ist die neue 360° Turbines EVO-Technologie, die dank einer Konstruktion mit drei unterschiedlichen Dichten Rotations- und Aufprallkräfte noch effektiver absorbieren soll. Ein weiteres Highlight ist das neue BOA FS2-Anpassungssystem, das erstmals in einem Fahrradhelm zum Einsatz kommt und eine besonders präzise Passform ermöglicht. Ergänzt wird der Fullface-Helm durch eine teilweise Carbonschale für ein geringes Gewicht bei hoher Stabilität, ein abnehmbares Lüftungsgitter im Kinnbügel sowie eine transparente Visierverlängerung, die bei Regen für bessere Sicht sorgt. www.leatt.com LEATT // Eurobike Gold Award für neuen Gravity-Helm
Gemeinsam mit dem Künstler und Action-Sport-Enthusiasten Mo Friedrich entstand ein außergewöhnliches Design. Im Mittelpunkt stehen ein Rotkehlchen, ein Holzwurm und zwei Mountainbiker, eine ungewöhnliche Kombination, die für Gemeinschaft, Toleranz und die Freude am Biken steht. Dinge, für die der Mountainbike-Sport steht. Und Dinge, die auf dem Trail genauso wichtig sind wie Grip, Schutz und Style. „Fahrradfahren, egal welche Disziplin, verbindet und überwindet so manche gesellschaftliche Hürde“, beschreibt Mo die Idee hinter dem Motiv. Mo Friedrich ist tief in der Skate-, BMX- und Bikeszene verwurzelt. Für ihn stand nie der Wettkampf im Vordergrund, sondern der gemeinsame Vibe. Genau dieses Lebensgefühl spiegelt sich auch in seinem handgezeichneten Schwarz-Weiß-Artwork wider. Statt Gegensätze zu zeigen, feiern Rotkehlchen und Holzwurm gemeinsam die Rider auf dem Trail. Im Mittelpunkt steht der neue ALPINA Rootage 2 MIPS, einen Endurohelm für anspruchsvolle Trails. Neben dem Rootage 2 MIPS gibt es das Mo-Friedrich-Design auch auf dem Taunus Gravel Mips, der Lumin und der Sneek 2.0. Die reduzierte Gestaltung verleiht den Produkten einen eigenständigen Charakter und macht die Artist Serie zu einem echten Blickfang. www.alpina-sports.com ALPINA x MO FRIEDRICH// Rootage 2 Mips 6 NEWS Bergstolz Ski & Bike Magazin • 04/2026 Mit der neuen Visby erweitert deuter sein Sortiment um eine vielseitige Fahrradtasche. Die wasserdichte Gepäcktasche kombiniert durchdachte Funktionen mit langlebigen Materialien und einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis. Erhältlich mit 20+5 oder 25+5 Litern Volumen, bietet die Visby dank Rolltop-Verschluss flexible Packmöglichkeiten. Das Fassungsvermögen lässt sich bei Bedarf um fünf Liter erweitern – praktisch für Einkäufe, Wechselkleidung oder zusätzliche Ausrüstung. Innen sorgen separate Fächer für Ordnung bei Dokumenten und Wertsachen. Für sicheren Halt am Gepäckträger setzt deuter auf die neue BagFix-Halterung. Die Tasche sitzt stabil am Rad und bleibt auch auf unebenen Wegen zuverlässig an ihrem Platz. Hochfrequenzverschweißte Nähte und robustes TPU-Material schützen den Inhalt vor Regen und Spritzwasser nach IPX4-Standard. Reflektierende Details erhöhen die Sichtbarkeit im Straßenverkehr. Abseits des Fahrrads lässt sich die Visby dank abnehmbarem Schultergurt bequem tragen. Auch beim Thema Nachhaltigkeit setzt deuter Akzente: Die Tasche besteht aus recycelten Materialien, ist bluesign® zertifiziert und wird ohne absichtlichen Zusatz von PFAS hergestellt. Damit richtet sich die Visby an alle, die im Alltag und auf Reisen eine funktionale und langlebige Begleiterin suchen. www.deuter.com Mit Forest und Forest Evo bringt Julbo zwei MTB-Helme an den Start, die auf anspruchsvolle Abfahrten, sicheren Sitz und hohen Komfort ausgelegt sind. Beide Modelle setzen auf eine umschließende Passform, ein dreiteiliges Schalendesign und integrierten MIPS-Schutz, der bei schrägen Aufprallen zusätzliche Sicherheit bieten soll. Für ein angenehmes Klima sorgen 19 Belüftungsöffnungen. Das herausnehmbare Coolmax Komfortfutter lässt sich waschen und unterstützt den Tragekomfort an langen Bike Tagen. Praktisch ist außerdem das Dual Eyewear Storage System, mit dem Sonnenbrillen sicher am Helm fixiert werden können. Ein zweifach verstellbares Visier, Brillenkompatibilität und ein präzise einstellbares Fit System runden das Paket ab. Der Forest Evo legt bei der Ausstattung noch einmal nach: Er ist OTG tauglich und kann über einer Korrekturbrille getragen werden. Zusätzlich erleichtert ein magnetischer Fidlock Verschluss das Öffnen und Schließen, auch mit Handschuhen. Beide Helme richten sich an Rider, die Wert auf Schutz, Passform und praktische Details legen. www.julbo.com DEUTER // Visby Mit der neuen MDR-S Bremsscheibe reagiert MAGURA auf einen Trend, der in der Bikebranche zunehmend diskutiert wird: Immer größere Laufräder. Während 29 Zoll längst Standard sind, experimentieren erste Hersteller bereits mit 32-Zoll-Bikes. Damit steigen auch die Anforderungen an die Bremsleistung. Die neue MDR-S mit 260 Millimetern Durchmesser wurde speziell für diese Entwicklung konzipiert. Durch den größeren Hebelarm von 32-Zoll-Laufrädern müssen Bremsen mehr leisten, um dieselbe Verzögerung zu erreichen. MAGURA begegnet diesem Effekt mit einer deutlich größeren Bremsscheibe. Im Vergleich zu einer 220-MillimeterScheibe soll die neue MDR-S rund 20% mehr Bremskraft bieten. Damit erreicht sie laut MAGURA sogar eine leicht höhere Bremsleistung als ein modernes 29-Zoll-Enduro mit 220-Millimeter-Scheiben. Nach der legendären GUSTAV M und zahlreichen Innovationen im Bereich hydraulischer Bremsen richtet MAGURA den Blick bereits weiter nach vorne. Auch für zukünftige Laufradgrößen werden laut Unternehmen bereits passende Bremslösungen getestet. Ob sich 32 Zoll tatsächlich durchsetzen werden, bleibt abzuwarten. MAGURA scheint auf jeden Fall vorbereitet zu sein. magura.com Mit Hare’n Scramble bringen Holger Meyer und Karen Eller aka „die Rasenmäher“ von 4. bis 6. September ein neues Rennformat ins Val di Fassa. Austragungsort ist Canazei, wo sich alles um Trails, Taktik und jede Menge Tiefenmeter dreht. Das Konzept unterscheidet sich deutlich von klassischen Enduro-Rennen. Statt einer vorgegebenen Strecke verfolgen die Teilnehmer den legendären pinken Hasen und entscheiden selbst, welche Trails sie in welcher Reihenfolge fahren. Gefahren wird allein oder im Team. Zur Wahl stehen zwei Wertungen: Die Black Challenge ist die Königsdisziplin. Hier warten alle 18 Trails mit rund 30 Kilometern Trailstrecke und knapp 5.000 Tiefenmetern. Ein langer, fordernder Tag im Sattel, der Fahrtechnik und eine clevere Renneinteilung verlangt. Die Blue Challenge verzichtet auf die schwarzen Trails und richtet sich an Fahrer, die das Event etwas entspannter angehen möchten, ohne auf echtes Enduro-Feeling zu verzichten. Nach dem Rennen trifft sich die Szene im Eventgelände mitten in Canazei. BBQ, Lagerfeuer, DJSounds und kühle Getränke sorgen für den passenden Ausklang, bevor am Sonntag mit der legendären Sella Ronda für viele das nächste Bike-Highlight wartet. www.dierasenmaeher.de MAGURA // MDR-S in 260 mm HARE'N SCRAMBLE // Trailjagd in den Dolomiten JULBO // Forest und Forest Evo Foto: Magura Foto: Diego Moroder Plastikgeschmack war gestern: Mit Bivo kommt eine Sporttrinkflasche aus recyceltem Edelstahl, die speziell für ambitionierte Radfahrer und Outdoor-Sportler entwickelt wurde. Das Besondere ist das patentierte Gravity-Flow-System, das gemeinsam mit einem ehemaligen NASA-Ingenieur entstand. Durch ein cleveres Ventil- und Trinkhalm-System fließt das Wasser allein durch die Schwerkraft, ganz ohne kräftiges Drücken der Flasche. So gelingt schnelles Trinken selbst auf anspruchsvollen Trails oder langen Anstiegen. Trotz des robusten Edelstahls bleibt die einwandige Konstruktion angenehm leicht, bietet viel Volumen und passt in gängige Flaschenhalter. Entwickelt wurde Bivo von einem kleinen Team aus Vermont, nachdem die Gründer selbst genug von Plastikflaschen und ihrem unangenehmen Beigeschmack hatten. drinkbivo.eu BIVO // Edelstahl Trinkflasche
strength. refined. Mehr Leistung. Weniger Gewicht. Mehr Trail. Das neue TAROK definiert die Full-Power-Klasse neu. Mit bis zu 150 Nm Drehmoment, 1.500 Watt Spitzenleistung im Boost-Modus und einem Gewicht ab 20,4 kg vereint es scheinbare Gegensätze in einem Bike: maximale Effizienz bergauf, spielerisches Handling auf dem Trail und kompromisslose Performance bergab. Angetrieben wird das TAROK vom leistungsstarken Avinox M2S - mit bis zu 800 % Unterstützung liefert es genau die Power, die moderne Mountainbiker fordern. 160/150 mm Federweg | bis zu 150 Nm | Avinox Drive System | ab 20,4 kg 100 % Mountainbike. Full Power neu gedacht. Das abgebildete E-Bike kann in einzelnen Details vom Serienmodell abweichen und teilweise Sonderausstattungen gegen Mehrpreis zeigen. Alle Angaben ohne Gewähr. R Raymon Bicycles GmbH, Rudolf-Diesel-Str. 35, 97424 Schweinfurt - Germany www.raymon-bicycles.com Tarok Discover THE NEW
8 VERLOSUNG Bergstolz Ski & Bike Magazin • 04/2026 Flowige Trails, spektakuläre Ausblicke und zwei Nächte in einem modernen Chalet: Gemeinsam mit Petzen verlosen wir einen Aufenthalt für zwei Personen im Chaletpark Petzen inklusive Biketickets. Der MTB ZONE Bikepark Petzen zählt zu den bekanntesten Bike-Destinationen Österreichs. Herzstück ist der legendäre Flow Country Trail, einer der längsten Flowtrails Europas. Zahlreiche Anlieger, Tables und Wellen sorgen hier für Fahrspaß auf mehreren Kilometern. Wer es anspruchsvoller mag, findet mit Freeride-, Thriller-, EWS- und Jump-Trail jede Menge Herausforderungen. Auch Einsteiger kommen dank Übungspark, Kids Naturtrail und weiteren Strecken im Tal voll auf ihre Kosten. Übernachten werdet ihr im Chaletpark Petzen direkt an der Talstation. Die modernen 45 m² großen Chalets bieten zwei Schlafzimmer, Wohnbereich, Küche, Terrasse sowie einen eigenen Abstellraum für Bikes – perfekt für ein entspanntes Wochenende in Südkärnten. Für die Stärkung zwischendurch sorgen das Panoramarestaurant an der Bergstation sowie mehrere Hütten entlang der Trails mit regionalen Kärntner und slowenischen Spezialitäten. Zu gewinnen gibt es zwei Übernachtungen für zwei Personen im modernen Chaletpark Petzen direkt an der Talstation sowie Biketickets für den Bikepark. Damit steht einem Wochenende voller Trailspaß, beeindruckender Bergkulissen und entspannter Stunden in Südkärnten nichts mehr im Weg. www.petzen.net PETZEN – „Top of Südkärnten“ // Ein Wochenende in Petzen – „Top of Südkärnten“ 2 Nächte für 2 Personen inklusive Biketickets NORRØNA // fjørå flex1 shorts KÄRCHER // Mitteldruckreiniger OC 6-18 Premium Battery Set Du suchst eine Shorts, die auf dem Trail genauso überzeugt wie bei anderen Outdoor-Abenteuern? Dann haben wir genau das Richtige für dich: Gemeinsam mit Norrøna verlosen wir eine fjørå flex1 Shorts in L in der Farbe Caviar Black. Die beliebte Softshell-Shorts wurde speziell für Mountainbiker entwickelt, macht aber auch bei anderen Outdoor-Aktivitäten eine starke Figur. Das leichte flex1-Material aus recyceltem Nylon und Elasthan bietet viel Bewegungsfreiheit, hohe Atmungsaktivität und zuverlässigen Wetterschutz. Dank 4-Wege-Stretch sitzt die Shorts auch auf langen Touren komfortabel und macht jede Bewegung mit. Durchdachte Details wie der silikonisierte Bund, mehrere Reißverschlusstaschen, vorgeformte Kniepartien sowie die optimale Passform über Knieschonern machen die fjørå flex1 zum vielseitigen Begleiter für anspruchsvolle Trail-Tage. Mit etwas Glück gehört die hochwertige Norrøna Shorts schon bald dir. Jetzt mitmachen und gewinnen! www.norrona.com Ob nach der schlammigen Trailrunde, dem Bikepark-Tag oder dem Familienausflug: Mit dem Kärcher OC 6-18 Premium Battery Set wird die Reinigung von Bike und Ausrüstung deutlich einfacher. Gemeinsam mit Kärcher verlosen wir den kompakten Akku-Mitteldruckreiniger für alle, die auch unterwegs nicht auf sauberes Material verzichten möchten. Dank Akkubetrieb und integriertem 12-Liter-Wassertrolley arbeitet der OC 6-18 unabhängig von Strom- und Wasseranschlüssen. Damit eignet er sich ideal für den Parkplatz nach der Ausfahrt, den Campingplatz oder den Garten zuhause. Mit bis zu 24 bar Druck entfernt er Schmutz schonend von Fahrrädern, Schuhen, Helmen oder Outdoor-Equipment. Praktisch: Der Wassertank dient gleichzeitig als mobiler Transportwagen mit großen Rädern und ausziehbarem Teleskopgriff. Ist ein Wasseranschluss vorhanden, kann das Gerät auch direkt betrieben werden. Der mitgelieferte 18-VoltAkku gehört zur Kärcher Battery Power Plattform und ist mit weiteren Kärcher-Geräten kompatibel. Das LCD-Display informiert jederzeit über den aktuellen Ladestand. www.kaercher.com Wie nimmst du teil? Schicke uns einfach die Lösung zur Gewinnspielfrage (welche du auf unserer Webseite findest) an die verlosung@bergstolz.de! Email schicken, im Lostopf landen und mit etwas Glück gewinnen Foto: Erwin Haiden Ob flowige Trails, anspruchsvolle Enduro-Abfahrten oder aussichtsreiche E-BikeTouren, die Silvretta Bike Arena Ischgl/Samnaun gehört zu den abwechslungsreichsten Bike-Revieren der Alpen. Genau dort könnt ihr schon bald selbst auf Trailjagd gehen. Die grenzüberschreitende Bike-Destination zwischen Tirol und der Schweiz bietet auf 351 Kilometern Mountainbike-Strecken für jedes Fahrlevel das passende Abenteuer. Zwischen 1.400 und 2.850 Metern Seehöhe erwarten euch spektakuläre Panoramatouren, lange Downhills, technisch anspruchsvolle Trails und jede Menge Flow. Legendäre Touren wie die Schmuggler Runde, moderne Bergbahnen inklusive Biketransport sowie zahlreiche gemütliche Hütten machen die Region zu einem perfekten Ziel für ein verlängertes Bike-Wochenende. Ergänzt wird das Angebot durch bestens ausgestattete Bike-Hotels sowie Bike-Shops und Verleihstationen direkt vor Ort. Zu gewinnen gibt es ein Bike-Wochenende für zwei Personen mit zwei Übernachtungen inklusive Frühstück sowie Biketickets für die Silvretta Bike Arena Ischgl/Samnaun. Egal ob Mountainbike oder E-MTB, hier warten unvergessliche Trails, beeindruckende Bergkulissen und jede Menge Fahrspaß. www.ischgl.com Silvretta Bike Arena Ischgl/Samnaun // Bike-Wochenende für 2 Personen inklusive Hotel mit Frühstück & Biketickets
Robust. Intuitive. Consistent. Ready for Anything. www.paul-lange.de
10 FOTOFOL I O Bergstolz Ski & Bike Magazin • 04/2026 Daniel Niederkofler Daniels Leidenschaft für die Fotografie begann schon früh. Inspiriert von den Reisebildern seines Vaters und gemeinsamen Bergtouren entdeckte er schnell seine Begeisterung für die Kamera. Der gebürtige Venezolaner lebt seit seiner Kindheit in Südtirol und bewegt sich fotografisch am liebsten zwischen Bergen, Abenteuer und Menschen. Besonders faszinieren ihn Momente, in denen Athleten und Landschaft miteinander verschmelzen. Seine Bilder leben von ungewöhnlichen Perspektiven, starken Kontrasten und einer oft leicht mystischen Atmosphäre. Dabei ist Fotografie für ihn weniger das Verfolgen großer Meilensteine als vielmehr eine Reise voller Begegnungen, Erlebnisse und Freundschaften. Genau das macht seine Arbeit für ihn so besonders. @dani.niederkofler www. danielniederkofler.com Foto: Max Draeger Florian von Vintschger / Südtirol
11 FOTOFOL I O Bergstolz Ski & Bike Magazin • 04/2026 Nadine Ellecosta & Rene Castagnaro / Südtirol Jan Laner & Joachim Noflatscher / Südtirol
12 FOTOFOL I O Bergstolz Ski & Bike Magazin • 04/2026 Konstantin Ottner / Frankreich
13 FOTOFOL I O Bergstolz Ski & Bike Magazin • 04/2026 oben // Black Hills / Frankreich unten links // Tools / Bikepark Kronplatz unten rechts // Farne / Italien
14 KASACHSTAN / MANGYSTAU Bergstolz Ski & Bike Magazin • 04/2026
15 KASACHSTAN / MANGYSTAU In Kasachstan, an den Gestaden des Kaspischen Meers, lockt die Region Mangystau seit einigen Jahren Landschaftsfotografen aus der ganzen Welt. Doch kann man dort auch „gescheit“ biken? Tobi Woggon und Christian Textor aka Texi machten die Probe aufs Exempel. MANGYSTAU KASACHSTAN Des Ostens wilder Westen Text & Fotos: Michael Neumann Bergstolz Ski & Bike Magazin • 04/2026
16 KASACHSTAN / MANGYSTAU Bergstolz Ski & Bike Magazin • 04/2026 Man kennt es. Unterwegs in den unendlichen Weiten des Internets sieht man immer öfter Dinge, die wunderschön scheinen, aber nicht real sind. So ging es mir auch mit dem Bild eines Tafelbergs. Sah aus, als hätte Wes Anderson bei »Dune« Regie geführt. Alles so schön bunt hier. Doch die Recherche ergab: Ist echt und liegt im äußersten Westen Kasachstans. Schnell ein Like auf Insta gesetzt und fortan in dieser Tafelberg-Blase wohnlich eingerichtet. Und mit jeder Perspektive und weiteren surreal wirkenden Bildern aus der Region wuchs der Wunsch, diese Gegend einmal mit dem Mountainbike zu erkunden und die einzelnen Landmarken auf ihre Befahrbarkeit zu testen. Und so ging es im Herbst 2025 via Istanbul nach Aqtau am Kaspischen Meer (das ein See ist), wo uns Touroperator Redmaya empfing. Beim Auspacken unserer Bikes staunten die Kasachen nicht schlecht, hatten sie doch eher Gravelbikes als ausgewachsene Freerider erwartet. Aqtau ist eine moderne kasachische Hafenstadt, die direkt an der kargen Wüste des Mangystau-Plateaus liegt. Sie ist die einzige Stadt der Welt, die komplett ohne natürliche Süßwasserquellen auskommt und Meerwasser entsalzt. Berühmt ist sie für ihre kilometerlange Küstenpromenade und das türkisblaue, oft karibisch anmutende Kaspische Meer. Als florierendes Zentrum der Öl- und Gasindustrie verbindet sie sowjetische Architektur mit maritimem Flair. Nach einer letzten Nacht in der Zivilisation zuckelt unsere elfköpfige Gruppe mit drei Geländewagen und einem Hänger (darin die Feldküche) Richtung Osten. Erstes Ziel ist der sogenannte Tiramisu-Canyon. Diese Felsformation (offiziell Kyzylkup-Trakt
genannt) verdankt seine Besonderheit einer faszinierenden Kombination aus Geologie und Optik, die an die berühmte italienische Nachspeise erinnert. Die sanft geschwungenen Hügel und Klippen bestehen aus perfekt abgegrenzten, horizontalen Farbschichten. Dunkelbrauner Ton, zartes Beige, sattes Rosa und strahlend weiße Kreide wechseln sich ab. Das Ganze sieht aus wie Löffelbiskuits, Mascarpone-Creme und Kaffeepulver. Die gestreiften Berge sind der freigelegte Boden des urzeitlichen Tethys-Ozeans, der vor über 100 Millionen Jahren die Region bedeckte. Die weißen Schichten entstanden in kühleren Epochen durch Milliarden winziger fossiler Kalkschalen. Die roten und braunen Schichten bildeten sich in feucht-tropischen Phasen, in denen Eisen im Wasser oxidierte – der Boden ist quasi Jahrmillionen alter, bunter »Rost«. Im Gegensatz zu den schroffen, bedrohlichen Steilklippen im nahegelegenen Bozhyra-Tal ist das Gestein in Kyzylkup extrem weich und porös. Wind und Regen haben die Hügel über Äonen glattgeschliffen. Aus der Ferne wirken sie fast so, als läge eine weiche Plüschdecke über der Wüstenlandschaft. Weil der ton- und kreidehaltige Boden so weich ist, absorbiert er Schallwellen extrem stark. Zwischen den Hügeln herrscht oft eine fast unnatürliche, studioähnliche Stille. Und wer genau hinsieht, wandert hier buchstäblich auf einem Meeresfriedhof der Kreidezeit. Mit etwas Suchen findet man versteinerte Haifischzähne, Muscheln und sonstige Meeresbewohner. Allgegenwärtig sind dagegen die von uns »rostige Igel« genannten gelben Klumpen. Diese entpuppen sich bei näherem Hinsehen als verwitterte Korallen, die aber an Schärfe wenig eingebüßt haben und sich von Fahrradreifen zu ernähren scheinen. Weite Bögen drumherum sind angebracht. Apropos Bögen. Als wir das erste Mal die Bikes vom Pickup lupfen, sind wir gespannt wie Andi Kolbs Federbein. Ist unsere Tour eine absolute Schnapsidee oder finden wir hier tatsächlich ein Freeride-Paradies, welches Utah in Nichts nachsteht? Keine fünf Minuten später ist die Frage beantwortet. Tiramisu schmeckt uns so richtig und entpuppt sich als perfekte Spielwiese für abenteuerlustige Biker. Der Grip ist perfekt und viele Trampelpfade wirken wir gebaute Trails, Anlieger und Jumps inklusive. Nachdem wir bis in die Dunkelheit die Reisesteifigkeit aus den Knochen gefahren haben, ist es Zeit für eine erste Campingnacht in der Wüste. Die Jungs von Redmaya haben bereits das große Gruppenzelt aufgebaut und es erwartet uns eine reich gedeckte Tafel und ein grinsender Koch, der uns mit Inbrunst seine Landesküche serviert: Eintöpfe mit viel Fleisch, darunter auch Kamel und Pferd. Die drei bei der Anmeldung zur Reise gemachten Kreuze bei „Vegetarier“? Werden weggelacht. Ein Kreuz wiederum haben wir vergessen zu setzen: Dass beim Sanitärpaket, welches Campingklo und Campingdusche enthält. Auf die Frage nach dem WC verweist man auf einen in der Ecke stehenden Spaten, an dem eine Rolle Klopapier flattert. Einlagig. Und als Duschersatz müssen fortan Feuchttücher herhalten, von denen Tobi zum Glück genug dabei hat. Bereits am zweiten Tag nähern wir uns dem »Bokty«. So heißt jener Tafelberg, der mich seinerzeit derart in seinen Bann gezogen hatte, dass wir nun hier sind. Auch hier fällt die erste Bodenprobe positiv aus. Weich und doch griffig. Allein eine von oben bis unten fahrbare Linie ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Auch Headguide Beko zuckt auf die Frage, ob er mit seinen Kunden denn überhaupt mal auf den Bokty geklettert sei, mit den Schultern. In all den Jahren wurde dieser scheinbar nur von unten bestaunt. Also die Drohne ausgepackt und einen Inspektionsflug gemacht. Südseite, Nordseite oder Ostseite funktionieren nicht, da die Seiten zum Schluss hin stellenweise senkrecht abfallen. Bleibt die meist im Windschatten liegende Westseite. Ist hier der kleine Zweimeter-Drop direkt nach dem Start gemeistert, geht es über einen großen Felsen aus sandartigem Schotter, bevor nach halber Strecke tiefe Erosionsrinnen eine exakte Linie erfordern. Unten raus, wo das Gestein härter wird, sind einige technische Passagen zu meistern. Doch alles in allem fehlt am Ende kein Puzzlestück für eine flüssige und durchgehende Befahrung. Hoch geht es auf gleichem Weg wie runter, das Bike quer auf den Schultern und die Pumpe am Anschlag. Drei Schritte hoch, zwei zurück. So hat man jedoch die Möglichkeit, sich die einzelnen Schlüsselstellen nochmal im Detail anzuschauen und, noch viel wichtiger, ab und an einen kleinen Steinhaufen als Wegweiser aufzuschichten, damit man im großen Ganzen nicht die Ideallinie verpasst. Die Erstbefahrung durch Texi und Tobi verläuft dann ohne besondere Probleme geschweige denn einen Sturz. Überhaupt sollte man sich in diesem Niemandsland nicht verletzten, denn der Weg ins nächste Krankenhaus ist lang und voller Schlaglöcher. Die Grenzen des Mountainbikens lotet man lieber woanders aus. Besser weiter zum nächsten Höhepunkt: Die Bozjyra Fangs. Die »Drachenzähne« sind eine markante, stachelartige Kalksteinformation und nach dem Bokty sicher die zweitmeistfotografierte Sehenswürdigkeit der Region. Allein die Fahrt dorthin ist nicht von dieser Welt. Erde an Mars, wir kommen. Stellenweise fährt man an einer zweihundert Meter hohen, überhängenden Steilwand und man hofft, dass das Universum und die Erosion ein Einsehen haben. 17 KASACHSTAN / MANGYSTAU Bergstolz Ski & Bike Magazin • 04/2026
18 KASACHSTAN / MANGYSTAU Bergstolz Ski & Bike Magazin • 04/2026 Unser erstes Nachtlager hier liegt auf einem Hochplateau, von dem wir auf schmalem Grat zu einer Aussichtskanzel mit atemberaubendem Blick auf die Drachenzähne rollen. Ähnlich schick ist die Aussicht direkt aus dem Zelt. Die gesamte Gruppe ist sich einig: schöner haben wir noch nie gecampt. Am nächsten Morgen fahren wir in einem weiten Bogen hinab auf den Grund des Tethys-Ozeans, aus dem die Drachenzähne ragen. Dass wir uns tatsächlich auf dem Grund eines Meeres befinden, bestätigt auch der Höhenmesser: minus 80 Meter über Normalnull. Vergleichsweise leicht fällt es in solchen Höhen, das Bike auf die Schulter zu nehmen und mal 200, 300 Meter hochzuspuren. Anders als der Bokty scheinen die Drachenzähne jedoch aus anderem Holz geschnitzt. Der Hang ist übersät von fliesenartigen Platten, auf denen man besser keine Vollbremsung hinlegt. Geschwindigkeits-Management ist hier kein leichtes, aber oberstes Gebot. Während Tobi vom Sattel zwischen den Zähnen starten will, kraxelt Texi noch ein paar Höhenmeter weiter. Sein Ziel ist stets der höchstmögliche Startpunkt, selbst wenn ihm dann nur ein meterbreiter Grat zwischen senkrechten Abgründen bleibt. Wieder geht alles gut, wenn auch bedeutend schneller als am Bokty. Zum Ende der Abfahrt bleibt nur die Straightline und die Hoffnung, dass man es unten in der Fläche schon wieder einbremst. Ihre Mischung aus Freudenschrei und Erleichterung müsste man noch in Aqtau gehört haben. Acht Tage ziehen wir letztlich durch die Wüste und bekommen den Mund nur selten zu. Fernab von Menschen und Mobilfunk finden Tobi Woggon und Christian »Texi« Textor dutzende fahrbare Linien von Bergen, auf denen noch nie ein Mensch, geschweige denn ein Mountainbiker gestanden hat. Und auch das Drumherum hat es uns angetan, allen voran die Campingnächte bei völliger Stille unter einem phänomenalen Sternenhimmel. Neben einmaligen Natureindrücken hat uns aber auch die immense Gastfreundschaft der Kasachen berührt, die sich besonders im Wesen unseres Koches manifestierte, den alle aufgrund seiner Leibesfülle immer liebevoll »Shrek« nannten. »Қонақ келсе, құт келеді« war sein Credo. Wenn ein Gast kommt, kommt das Glück.
19 KASACHSTAN / MANGYSTAU Selbst nach Mangystau? Mangystau ist eine von 17 Verwaltungsregionen Kasachstans. Sie liegt ganz im Westen des Landes, grenzt dort an das Kaspische Meer, im Süden an Turkmenistan und im Osten an Usbekistan. Hauptstadt ist die moderne Hafenstadt Aqtau, die direkt am Kaspischen Meer liegt und für ihre Strandpromenaden und die Erdölindustrie bekannt ist. Im Landesinneren ist Ma ngystau eine raue, aber wunderschöne Wüsten- und Steppenregion, die für ihre futuristischen Kreidefelsen und unterirdischen Moscheen bekannt ist. Dichte Wälder sucht man hier vergeblich – stattdessen findet man eine der faszinierendsten Wüstenlandschaften Zentralasiens. ANREISE: Die schnellste und unkomplizierteste Verbindung nach Aqtau (SCO) führt über Istanbul mit Turkish Airlines oder Pegasus Airlines. Die Bikes können für einen zivilen Aufpreis mitgenommen werden. Unbedingt darauf achten, dass zwischen Ankunft und Abflug in Istanbul ausreichend Zeit bleibt, damit auch das Gepäck den Umstieg schafft.chalet REISEZEIT: Entweder von Ende März bis Anfang Juni (wenn die Steppe grünt und blüht) oder von Ende September bis Anfang November. Danach wird es zu kalt und windig, der Hochsommer dagegen ist zu heiß für Outdoor-Aktivitäten. VERANSTALTER: Unter den immer zahlreicher werdenden lokalen Veranstaltern sticht Redmaya Travel mit ihrem jungen, hochmotivierten Team heraus. Sie veranstalten auch regelmäßige Gravelbike-Trips und wissen nun auch, was man alles mit einem Freerider anstellen kann. Infos: redmaya-travel.kz I N F O BOX LAKE. BIKE. REPEAT. JAHRE l e.bi e — CELEBRATING 10 YEARS OF LAKE.BIKE — Bild: © Erwin Haiden
20 RIDERPROFILE Bergstolz Ski & Bike Magazin • 04/2026 Jill Kintner kennt eigentlich kein Leben ohne Rad. Nur wenige Häuser von ihrem Elternhaus entfernt lag eine BMX-Bahn, und gemeinsam mit ihrem Bruder verbrachte sie jede freie Minute auf ihrem Fahrrad. „Wir sind einfach überall gefahren“, erzählt sie. Mit gerade einmal 14 Jahren wird Jill Profi und verdient ihr erstes Geld auf dem BMX. Zum ersten Mal wird ihr klar, dass das, was sie liebt, tatsächlich ihr Beruf werden kann. Es ist der Start einer außergewöhnlichen Laufbahn, die sie später an die Weltspitze gleich mehrerer Disziplinen führen wird. Das Fundament dafür legt BMX. Bike-Handling, Timing, Balance, Präzision, all das lernt sie hier. Fähigkeiten, die sie bis heute begleiten. Egal ob BMX, Downhill, Four Cross oder Pumptrack: Die Grundlagen sind immer dieselben. Und genau diese Vielseitigkeit macht Jill über Jahrzehnte zu einer der konstantesten Fahrerinnen der Szene. Wer glaubt, nach so vielen Erfolgen würde irgendwann die Motivation verschwinden, kennt Jill nicht. Noch immer liebt sie es, sich auf dem Bike weiterzuentwickeln. Gleichzeitig hat sie eine neue Leidenschaft entdeckt: Das Coaching. Als Skills Coach des US-amerikanischen Cross-Country-Nationalteams gibt sie ihre Erfahrungen an die nächste Generation weiter. Besonders der Moment, wenn Technik, Timing und Selbstvertrauen plötzlich zusammenpassen, begeistert sie. „Zu sehen, wie jemand Fortschritte macht, ist unglaublich erfüllend.“ Doch ihre Karriere verlief nicht ohne Rückschläge. Besonders die Zeit nach ihrer olympischen Medaille bleibt ihr in Erinnerung. Mit einem gerissenen Kreuzband fährt sie die Spiele zu Ende, anschließend folgen Operation, Sponsorverlust und wirtschaftlich schwierige Zeiten. Gleichzeitig wagt sie den Wechsel zurück zum Mountainbike und muss sich ihre Karriere praktisch noch einmal neu aufbauen. Rückblickend sagt sie, genau diese Phase habe ihren Charakter am meisten geprägt. Nach unzähligen Rennen rund um den Globus wusste sie ziemlich genau, was sie an Events liebt und was nicht. Also entwickelte sie kurzerhand ihr eigenes Format „Hot Laps“. Mehrere Chancen statt nur eines Laufs, gemeinsames Fahren statt starrer Konkurrenz, Sessions, Camping, Sprünge, Whip Contest und Lagerfeuerstimmung. Ein Event, das den Spaß am Mountainbiken wieder in den Mittelpunkt stellt. Genauso, wie sie es sich selbst immer gewünscht hätte. Und ihr perfekter Tag? Der klingt erstaunlich unkompliziert: Guter Kaffee, perfekte Bedingungen, eine gute Crew und den ganzen Tag auf dem Bike. Danach gemeinsam essen, lachen und müde nach Hause kommen. Mehr braucht Jill Kintner nicht. Denn genau darum ging es für sie schon immer: Einfach Rad fahren. „I still genuinely love riding and I still enjoy getting better.” Jill KINTER Alter: 44 Wohnort: Bellingham, WA Homespot: Bellingham, WA oder BC Beruf: Radfahrerin, Künstlerin, Techniktrainerin der US-Nationalmannschaft, Veranstalterin von HotLaps Sponsoren: Pivot, Shimano, Fox, Evoc, Bell, Maxxis, Renthal, Rapha, Reserve, I-9, Ergon, MRP, 100% Ziele: Japan, aber das dient vor allem der kulturellen Erfahrung. Ich würde gerne mehr Zeit im Landesinneren von British Columbia, auf der Südinsel Neuseelands und in der Schweiz verbringen. Media: @jillkintner & @hotlapsmtb Foto: Brynphoto Fotos: Brynphoto
21 RIDERPROFILE Bergstolz Ski & Bike Magazin • 04/2026 Von einer kleinen schottischen Stadt zu Helikopter-Drops und Stunts mit Formel-1-Autos – Kriss Kyle hat sich eine der außergewöhnlichsten Karrieren im Bike-Kosmos aufgebaut und mit seinen Skills und seiner Kreativität stets die Grenzen des Möglichen auf dem BMX und Mountainbike verschoben. Aufgewachsen in Stranraer, einer Kleinstadt im Südwesten Schottlands, kommt er im Alter von zehn Jahren zum BMX und verschreibt sich einige Jahre später vollständig dem kreativen Zweirad-Sport: Mit 15 macht Kriss die Unit 23 Skatehalle, Schottlands größte Indoor-Skatehalle, buchstäblich zu seinem zu Hause und lebt dort für mehrere Jahre. Seine Leidenschaft und Beharrlichkeit bringen ihm erste Sponsorenverträge ein und münden schlussendlich in eine Reihe wegweisender Videoprojekte. In Drop in to Dubai springt Kriss aus einem Helikopter auf eine Rampe auf dem Dach eines Wolkenkratzers. In Kaleidoscope wandelt er mit seinen BMX-Skills durch eine visuelle Traumwelt. Und in Don't Look Down nimmt er den Titel wörtlich, er fährt eine BMX-Bowl, die unter einem Heißluftballon hängt. In den vergangenen Jahren sieht man Kriss auch immer öfter auf dem Mountainbike in seinem ganz eigenen charakteristischen Stil unverkennbar inspiriert von seinen BMX-Genen. In seinem ersten und viel beachteten Mountainbike-Projekt Out of Season stylt sich Kriss durch handgefertigte Features und geschmeidige Trails und macht ein völlig neues Publikum mit seinem Fahren vertraut. Die Jahre 2024 und 2025 sind weitere Meilensteinjahre: Zwei Videos in Kooperation mit Red Bull spiegeln seine diversen Skills perfekt wider: In throug the Grapevines navigiert er sein Mountainbike durch ein UNESCO Weltkulturerbe, die Weinberge von Lavaux in der Schweiz und im Folgejahr entsteht aus einer Kollaboration mit Red Bull Racing ein virales Video (in dem er über ein fahrendes Formel 1 Auto springt). Zudem bringt Kriss mit mehreren Partnern Signatureprodukte auf den Markt, darunter eine eigene Kollektion mit seinem langjährigen Partner Endura. Abseits des Bikes ist Kriss Stuntman, Model und Markenbotschafter. Er läuft leidenschaftlich gern und schätzt die Zeit mit seinen Hunden, seiner Frau und seinem Sohn und saniert ein eigenes Cottage von Grund auf. Ein Beweis dafür, dass die kreativsten Rider abseits der Kamera genauso intensiv leben wie davor. KRISS KYLE Alter: 34 Homespot: Aberfeldy für MTB, Unit 23 für BMX Beruf: BMX & Mountain Bike Fahrer Sponsoren: Red Bull, Specialized, Endura, THULE, BSD, Look, Halo, InvisiFrame, Cast, SDG Ziele: „Am glücklichsten bin ich, wenn ich an Projekten arbeite. Ich schaue immer darauf, was als Nächstes kommt, was es so noch nicht gegeben hat und was ich selbst gerne einmal sehen würde. Bei all meinen Projekten bin ich eigentlich nie zu 100 Prozent zufrieden. Ich freue mich vielleicht einen Tag darüber und denke dann schon wieder darüber nach, was ich noch hätte besser machen können. Ich will mich ständig weiterentwickeln und auf dem Bike die bestmögliche Version meiner selbst sein.“ Media: @krisskyle YouTube: @KrissKyle Foto: Samantha Saskia Dugon „The impossible is just the next project.“ Foto: Eisa Bakos
22 MONTE CIMONE Bergstolz Ski & Bike Magazin • 04/2026
23 MONTE CIMONE Bergstolz Ski & Bike Magazin • 04/2026 Der Apennin zieht sich auf rund 1.200 Kilometern durch Italien und gehört zu den vielseitigsten Gebirgszügen Europas. Abseits der bekannten Bike-Destinationen hat sich rund um den Monte Cimone, im Hinterland von Modena, ein wahres Enduro Eldorado entwickelt. Und wir wollten herausfinden, ob die Region hält, was sie verspricht. Für unseren Roadtrip stellte uns Sunlight ein Ford-betriebenes T68 Wohnmobil zur Verfügung. Sieben Meter lang, eine riesige Garage für unsere Santa Cruz Bullit Bikes und jede Menge Komfort inklusive. MONTE CIMIONE ENDURO TRIP Text: Günter Scholz | Fotos: Roland Knapp, Michele Poli, Günter Scholz
24 MONTE CIMONE Bergstolz Ski & Bike Magazin • 04/2026 Unsere erste Station führt uns nach Montecreto, einem kleinen, ruhigen Dorf, am Fuße des Monte Cimone. Auf dem Campingplatz Parco Castagno schlagen wir für die nächsten Tage unser Lager auf. Hier befinden sich viele kleine Häuser, welche teilweise von Dauergästen benutzt werden. Gerade in der Hauptsaison lohnt sich eine Reservierung, da die Stellplätze überschaubar sind. Nach einer ruhigen Nacht können wir es kaum erwarten, endlich die ersten Trails zu fahren. Ohne große Vorbereitung machen wir uns am nächsten Morgen auf den Weg. Über die Via Monte kurbeln wir hinauf Richtung Passo Lupo, wo wir zum ersten Mal den 2.165 Meter hohen Monte Cimone erblicken, der höchste Gipfel der Region. Zahlreiche Lifte und eine Kabinenbahn lassen erahnen, dass hier im Winter einiges los ist. Im Sommer dagegen begegnen wir während der gesamten Auffahrt kaum einer Menschenseele. Nach kurzer Orientierung finden wir schließlich den Einstieg für unsere Abfahrt. Sie beginnt mit den Magrignana Trail: Schnell und flowig geht’s ziemlich flott dahin, bis es bald in den Stellaro Trail geht. Dieser wird sehr steil und technisch. Da es am Vortag geregnet hat waren die Felsen dementsprechend rutschig und Vorsicht ist geboten. Nach der immer steiler werdenden Abfahrt, kommen wir fast direkt an unserem Campingplatz raus. Den perfekten Abschluss bildet ein hervorragendes Abendessen im Restaurant des Parco Castagno. Nach einer erholsamen Nacht steht eine größere Runde auf dem Programm. Erneut folgen wir der Via Monte hinauf bis zum kleinen Lago della Ninfa, wo wir erstmal einkehren. Das Refugio Ninfa überrascht uns mit einem ausgezeichneten Essen. Gut gestärkt geht es über eine steile Forststraße bergauf bis an den Fuß des 2.165 Meter hohen Monte Cimone. Wir queren mehrere Skilifte und erinnern uns, dass hier einst Ski-Legende Alberto Tomba trainierte. Mein Begleiter Roland und ich sind uns schnell einig: Mit ausreichend Schnee dürfte das Gebiet im Winter auch ein echtes FreerideParadies sein. Über saftig grüne Wiesen erreichen wir schließlich den Einstieg des 5,4 Kilometer langen Berceto Trails. Schnell und flowig geht es in den Wald: Verblockte Passagen, felsige Abschnitte und ein schmaler Canyon sorgen für echtes Enduro-Feeling. Viel zu schnell ist der Berceto zu Ende und wir genießen während der längeren Auffahrt zum Passo Lupo die herrliche Landschaft. Von dort wartet die Abfahrt zurück nach Montecreto. Der Canalone Trail ist allerdings eine echte Heraufforderung für den späten Nachmittag. Viel Laub, umgestürzte Bäume vereiteln ein schnelleres Vorankommen. Vielleicht hätten wir uns vorher doch besser über den Zustand des Trails informieren sollen. Immerhin steht für den nächsten Tag bereits ein Guide auf dem Programm, mit dem wir uns in Sestola verabredet haben. Am nächsten Morgen fahren wir einen Karrenweg von Montecreto nach Sestola, wo wir uns mit unserem Guide Harry treffen. Treffpunkt ist die Talstation der örtlichen Seilbahn, wobei nicht von einer modernen Anlage die Rede ist, sondern von einem in die Jahre gekommenen Sessellift. Rundherum entdecken wir zahlreiche angelegte Trails. Hier fand sogar mal ein Europa Cup Downhill Rennen statt. Leider stellen wir relativ schnell fest, dass diese Trails schon bessere Tage gesehen haben, nur die meistgefahrenen Trails sind in einem guten Zustand. Gemeinsam mit Harry fahren wir Richtung Cimone und winden uns Kehre um Kehre hoch und warten gespannt auf die erste Abfahrt. Doch die lässt auf sich warten. Ein Blick auf Harrys Bike verrät schnell: Das wird eher eine XC-Runde. Wir umrunden den Cimone zur Hälfte und
kommen endlich auf einen verblockten Trail der uns nach kurzer Abfahrt zur schönen Hütte „Capanna dei Celti“ führt. Hier bekommen wir wieder sensationelle Pasta serviert und alleine aus diesem Grund lohnt sich die lange Auffahrt. Frisch gestärkt erzählt uns Harry, von den Stray Dogs, einer lokalen Crew, die den Trail Namens Poggio Perduto DH pflegen und Instand halten. Natürlich wollen wir den Trail unbedingt fahren. Also geht es noch einmal bergauf, vorbei an den Skipisten bis zum Einstieg. Vor Ort sind wir dann etwas enttäuscht, weil er technisch viel einfacher war als erwartet. Wir genießen aber trotzdem die wilde Natur! Zurück in Montecreto, erzählt uns Harry von Fanano, welches als Enduro Epizentrum bezeichnet wird. Dort kümmern sich die Jungs vom Cimone Enduro District um die Trails und organisieren jedes Jahr ein Endurorennen. Für uns ist sofort klar: Genau dort führt uns die Reise als Nächstes hin. Etwas außerhalb von Fanano checken wir im Ecoday Camping ein. Der Campingplatz liegt mitten im Grünen, ist sehr ruhig und chillig. Für den nächsten Tag holt uns Harry ab. Auf dem Programm stehen 46 Kilometer und fast 2.000 Höhenmeter. Harry sitzt diesmal selbst auf einem E-Bike, denn die Auffahrt hat es in sich. Wir vertrauen auf unsere Santa Cruz Bullit E-Bikes, sind aber etwas besorgt, ob der 600W/h Akku auch ausreicht. Also heißt es: Eco-Modus einschalten und möglichst sparsam fahren. Auf der Hälfte der Strecke kehren wir zur Mittagszeit in die Capanna Tassoni Hütte ein. Und werden mit Tagliatelle Lepre (Hase) belohnt. Die Gaumenfreuden auf den Hütten der Region sind phänomenal und mein Kumpel Roland und ich sind uns einig das wir hier nicht zum letzten Mal waren. Mit vollem Bauch geht es nun weiter hoch zum Duca degli Abruzzi. Oberhalb der Baumgrenze geht es auf einem Pfad technisch fordernd berghoch, bis wir an den kleinen Lago Scafaiolo kommen. Am gleichnamigen Refugio gönnen wir uns noch einen Espresso und Kuchen. Vor uns liegt schließlich eine lange Abfahrt. Die sanften Hügel hier oben sind übersät mit Heidelbeersträuchern. Soweit das Auge reicht, wachsen hier die berühmten Mirtilli, mit denen ein Großteil Italiens versorgt wird. Kurz darauf erreichen wir den Wald und es wird etwas ruppiger. Der endlose Trail ist nicht allzu schwierig hat aber viele schnelle Passagen und lässt uns Herz höherschlagen. Am völlig zugewachsenen Lago Partignano, kommen wir bald auf den nächsten Trail. Mit der War Line haben die Jungs von Cimone Enduro District einen super Trail in die Landschaft gezimmert. Wir lassen es richtig laufen, ein sehr cooler Trail. Nach 2,7 Kilometern ist der Spaß zwar schon wieder vorbei, doch das Trail Abenteuer noch lange nicht. Über einen weiteren Anstieg erreichen wir den Ca Fuochi Trail, der ebenfalls Teil des alljährlichen Endurorennen ist. Verblockt und steinig trotzdem schnell müssen wir uns nochmal voll zusammennehmen und nach 3 Kilometern erreichen wir wieder Fanano. Was für eine traumhafte Tour! Harry verabschiedet sich von uns, denn die nächsten beiden Tage übernimmt Michele von Cimone Enduro District. Den Abend lassen wir bei Pasta, Tagliata und Mirtilli mit Mascarpone in Fanano ausklingen. Michele steht pünktlich um acht Uhr mit seinem Santa Cruz Vala auf unserem Campingplatz. Eines muss man noch erwähnen: Wer hier mehrere Tage am Stück unterwegs sein möchte, profitiert eindeutig von einem E-Bike. Die täglichen 2.000 Höhenmeter wären sonst eine echte Ansage. Michele kennt jeden Trail der Region und zeigt uns, was der Cimone Enduro District in den vergangenen Jahren aufgebaut hat. Durch das Enduro Rennen ist Fanano in Italien keine Geheimtipp mehr, aber bei uns ist die Region noch nicht sehr bekannt. Die Trails zeichnen sich vor allem durch flowige und verblockte Abschnitte mit teils ausgesetzten Passagen aus. Wer über eine solide Fahrtechnik verfügt, kommt hier voll auf seine Kosten. Am Ende stehen erneut 42,7 Kilometer und 1.864 Höhenmeter auf dem Tacho. Natürlich führt uns die Tour wieder an der Capanna Tassoni vorbei, wo wir natürlich einkehren. Obwohl Wochenende ist, begegnen wir erstaunlich wenigen Bikern und genießen die Ruhe. Lediglich am Campingplatz wird es voller. Kein Wunder: Die Städte Modena und Bologna sind nicht so weit entfernt und locken viele Leute in die wundervolle Bergwelt. Am Ecoday Campingplatz ist auch ein ausgezeichnetes Speiselokal und so lassen wir den Abend mit einem fantastischen Abendessen ausklingen. Für den letzten Tag kündigt Michele noch eine besondere Tour an. Nur eins verrät er vorab: Mit unserer Akkuleistung werden wir die Tour nicht schaffen. Also laden wir unsere Bikes während einer kurzen Pause an der Capanna Tassoni nach und fahren weiter zum Passo Croce Arcana, hier sehen wir auf der anderen Bergseite in 25 MONTE CIMONE Bergstolz Ski & Bike Magazin • 04/2026
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