Seite 14 | BERGSTOLZ Ski Magazin November 2013
Was mancher Skiclub versäumt, holen
Initiativen der Pro-Rider nach: Das Interesse
der Jugend am Freeriden zu fördern und mit
Sicherheitsaspekten zu verbinden. So geben
bei den "Freeridecamps powered by Raiffeisen
Club" die Pro-Coaches wie Hauni und
Vizeweltmeister Flo Orley ihre langjährige
Erfahrung an 14- bis 18jährige Skifahrer und
Snowboarder weiter. Matze Pristach, Initiator:
„Für uns ist es wichtig, die jungen Rider für die
Gefahren des Sports zu sensibilisieren. Bei den
Rossignol Junior Camps z. B. legen wir die
ersten Schritte zur Selbstständigkeit im freien
Gelände. Unser Top-Level sind dann die Sweet
Protection Line Camps, dort schulen wir die
bestmögliche Vorbereitung auf einen
Wettkampf!“ Anmeldung:
Seit 13 Jahren erfolgreich in und auf Österreichs Bergen
unterwegs, folgt risk’n’fun in seinen fünf bis sieben-tägi-
gen Trainings-Sessions, Next Levels, Backcountry Pros
und dem Level 4 dem Dreisatz: wahrnehmen, beurteilen,
entscheiden. risk’n’fun kombiniert in den Ausbildungen
den Einsatz von hard und soft skills, legt auf die sichtba-
ren und technischen Faktoren den gleichenWert wie auf
die subjektiven und menschlichen Aspekte und prakti-
ziert all das direkt draußen in der Natur. Unberechenbar,
berechenbar, mächtig, überwältigend – die Natur, zu der
Wetter, Berg und eben auch Mensch gehören, birgt
Risiken. Sie zu erkennen, damit umzugehen, eigene
Strategien zum eigenverantwortlichen Entscheiden zu
finden und Spaß im Schnee, im freien Gelände zu haben,
dafür steht risk’n’fun.
Insgesamt 20 Termine stehen in den kommenden
Monaten am Tourplan. Ab 21.11.2013 wird gemeinsam
mit Blue Tomato in 6 Shops mit den Freeride Season
Starters begonnen. Mit dem letzten Novembertag geht’s
in die Berge, genauer gesagt auf den Dachstein, wo es
erstmals ein Splitboard-Test-Wochenende von Blue
Tomato und risk’n’fun geben wird. Ab Dezember folgen
zahlreiche Ausbildungstermine in den besten
Freeridegebieten Österreichs, und erstmals ist auch ein
eigener Termin für alle Powderbegeisterten Mädels
dabei, der von Ursl Wohlschlager (3. Freeride World Tour
2012) und Gitti Köck (Olympia-Medaillengewinnerin)
begleitet wird.
startet mit noch mehr
Camps in den Winter
Trotz aller moderner Sicherheitsausrüstung darf
nie vergessen werden, dass im Unglücksfall der
Mensch sehr oft der limitierende Faktor ist. Wie
aktiviere ich im Ernstfall den Lawinenairbag
richtig? Wie gehe ich mit der Stresssituation
nach einem Lawinenabgang um? Wie wird die
effiziente und korrekte Handhabung der LVS-
Geräte durchgeführt? Und mit welcher
Schaufeltechnik gelange ich am schnellsten
zum Verschütteten? Dem regelmäßigen Üben
unter fachkundiger Anleitung kommt deshalb
besondere Bedeutung zu.
Mit der MAMMUT Alpine School hat der
Schweizer Bergsportspezialist eine hauseigene
Plattform geschaffen, die ihren Teilnehmern
Vorteile in dreierlei Hinsicht liefert: Zum einen
können sie dort den fehlerfreien Umgang mit
der Sicherheitsausrüstung erlernen oder wieder
auffrischen. Zum anderen können sie mit den
staatlich geprüften Berg- und Skiführern traum-
hafte Touren ins freie alpine Gelände unterneh-
men und sich auf deren Erfahrung und
Kenntnisse verlassen. Und das Beste: Sie kön-
nen noch vor dem Kauf die aktuellste MAM-
MUT Winterkollektion vom Skitouren- und
Freeride-Outfit über die Lawinenairbag-
Rucksäcke bis hin zum LVS-Gerät auf Herz und
Nieren testen.
Mammut
Alpine School
Safety f irst !
Noch nie haben sich so viele Menschen im alpinen Raum bewegt wie heute. Dadurch gibt es auch mehr
Unfälle, die Zahl der Lawinentoten ist aber gleich geblieben. Woran liegt das, und welchen Anteil haben die
Airbags daran?
„Paranuss-Effekt“ heißt das physikalische Phänomen, das große Partikel in einem sich bewegenden, granula-
ren Medium wie Schnee immer oben landen lässt. ABS wirbt seit letztem Jahr mit einer plakativen Zahl: 97
Prozent. Es ist das Ergebnis einer Studie aus dem Jahr 2010. Die Forscher des Instituts für Schnee- und
Lawinenforschung (SLF) in Davos hatten sich angesehen, wie es 295 Personen ergangen war, die von Lawinen
erfasst worden waren und einen ABS-Rucksack trugen – andere Fabrikate gab es noch kaum. Das Ergebnis:
Wenn sich die Airbags normal aufgebläht hatten, überlebten 97 Prozent der Sportler. Seit 1936 sammelt das
SLF Daten zu Lawinen – und hat für die Schweiz einen interessanten Trend entdeckt. Die Zahl der Personen,
die in Lawinen geraten, ist zwar stark gewachsen – von durchschnittlich 80 Personen pro Jahr in den
Achtzigerjahren auf 176 Personen im Zeitraum von 1992 bis 2012 –,der Durchschnittswert von 25 Toten pro
Jahr ist aber nicht gestiegen. Auch in Deutschland und Österreich ist der Trend erkennbar. Der
Lawinenwarndienst Bayern zählt unverändert durchschnittlich drei Lawinenopfer im Jahr. In Österreich sind es
26 Tote jährlich, erklärt Andreas Würtele vom Kuratorium für alpine Sicherheit in Innsbruck.
Aber nicht nur die Lawinenrucksäcke, sondern ein ganzer Mix an Faktoren ist dafür verantwortlich, dass abseits
der Pisten nicht mehr Menschen sterben. „Noch nie war es so leicht, Gefahren zu vermeiden“, sagt der Tiroler
Rudi Mair. Von November bis Mai, sieben Tage die Woche, gibt er jeden Morgen im Radio seine
Lawinenprognose durch.
Gott sei Dank ist es mittlerweile auch für die meisten Freerider selbstverständlich, immer ihre komplette
Sicherheitsausrüstung dabeizuhaben. Und es gibt immer mehr Initiativen, die kostenlose Sicherheitstrainings
anbieten. Einige haben wir auf dieser Seite noch mal für Euch zusammengefasst.
Dass ein gewisses Mindestmaß an lawinenkundlichem
Wissen für jeden Abstecher ins freie Gelände
Voraussetzung ist, hat sich inzwischen herumgespro-
chen. Nach über 15 Jahren des kostenlosen SAAC (snow
& alpine awareness camps) Angebotes ist das Interesse
größer denn je. Und das ist gut so. Weil das heißt, dass
mit der wachsenden Freeride-Community auch die
Anzahl jener Skifahrer und Snowboarder steigt, die nur
gut informiert und ausgebildet ins Backcountry starten.
Die Bewerbungsfrist für die kostenlosen zweitägigen
SAAC Basic Camps ist bereits voll im Gange.
Bewerbungsfrist deshalb, weil man sich auf Grund des
Ansturmes nun für einen Wunsch- und einen
Ersatztermin eintragen muß und dann erst – wenn mög-
lich – einen Platz zugeteilt bekommt. Trotz 28 SAAC
Basic Camps und 1.400 Campplätzen ist es Anfang des
Winters schwer, noch einen Platz zu ergattern, gegen
Ende der Saison stehen die Chancen besser.
Verständlicherweise wollen sich die Skifahrer und
Snowboarder aber schon zu Beginn des Winters in das
Thema einweisen lassen, hören wie sie ihr Risiko abseits
der markierten Pisten reduzieren können und was im
Ernstfall zu tun ist, um Leben zu retten. Um den großen
Bedarf an Lawineninformation noch besser abzudecken,
gibt es diesen Winter zusätzlich zu den SAAC Basic
Camps in Zusammenarbeit mit PIEPS noch die
Lawinenintensivtage in Kühtai, Obertauern und
Annaberg. Das sind eintägige, kostenlose LVS-Trainings
ohne Ski- oder Snowboardausrüstung.
Den Auftakt in die SAAC Saison machen wieder die
Gletscherskigebiete: 16./17.11. Stubaier Gletscher,
30.11./01.12. Pitztaler Gletscher.
ALPINE PROFESSIONALS
mit
SAFETY FIRST
freeridecamps.at
–
Coaching by Freeride Pros