Seite 26 | BERGSTOLZ Bike Magazin Juni 2012
KITZBÜHELER
schnell. Neben der Aussicht und der sich senkenden Sonne
bietet das Kitzbüheler Horn noch sehr viel mehr: Schwierige
aber wunderschöne und einsame Trails. „Hier oben hast als
Mountainbiker dei Ruh“ erklärt uns Kurt und zeigt uns was er
seit 1999, als er seine Bike Academy als erste Bikeschule
Österreichs gegründet hat, gelernt und gelehrt hat. Wir
haben nicht den Hauch einer Chance ihm zu folgen. Was natür-
lich nicht – wie wir hinterher beim After-Bike-Bier fest-
stellen – an seiner zugegebenmaßen sehr ordentlichen
Fahrtechnik liegt, sondern ausschließlich daran, dass er
jede Kurve, jeden Stein und jede Wurzel hier oben beim
Vornamen kennt und, wie es in den meisten Tiroler Tälern so
ist, auch irgendwie mit ihnen verwandt ist.
Es fällt uns richtg schwer, uns aus den chilligen Sitzsäcken
vor der Bike Academy zu schälen und zum Hotel zu fahren. Aber
Christian, der Chef vom Metzgerwirt, der auch morgen unser
Guide sein wird, wartet schon mit dem Abendessen und den
Tourenvorschlägen für morgen auf uns.
Als nach dem Essen Christian mit der Bikekarte zu uns an den
Tisch kommt, ist der Plan für morgen schnell gefasst: „Links
und rechts warts ihr schon, dann fahr ma morgen nach oben“
und schlägt uns eine Route über den Niederkaiser und den
Astberg vor.
Am nächsten Morgen dreht sich erst mal wieder alles ums
Material: Welches Bike und wie viel Federweg sind für die
heutige Tour optimal. Es ist ein Segen und eine Qual, wenn
man sich da frei entscheiden und noch mehr diskutieren kann.
Diskutieren aber nur solange, bis Kurt, typisch tirolerisch,
das Ganze mit ner kurzen Ansage beendet: „Nehmt´s wieder de
150er – die san ideal für de Tour!“ Wir satteln also wieder
auf die AMR Plus auf und rollen die ersten 15 Kilometer
locker auf dem Radweg nach St. Johann. Bei Gasteig biegen
wir in den Wald und folgen dem Forstweg gute 300 Höhenmeter
Richtung Hackeralm. Von dort geht es auf dem Kamm entlang
zur Gründleralm. Kurz nach der Alm zweigt ein sensationel-
ler Trail Richtung Aschau ab. Anfänglich fordern uns die
verblockten Steine ganz schön, mit etwas Mut und nicht zu
allzu viel Bremseinsatz ist der Trail aber gut fahrbar und
windet sich herrlich auf 500hm ins Tal und spuckt uns direkt
am Radweg Aschau-Elmau wieder aus. Diesem folgen wir nach
einer kurzen Apfelsaftschorle-Pause im Römerhof zu unserem
zweiten Anstieg. Wir durchqueren Elmau und Kirchbichel und
folgen dem Forstweg hoch zum Astberg. Da wir uns bewußt ent-
schieden haben, am zweiten Tag auf die Bahnunterstützung zu
verzichten gibt es nur eins: Gabel absenken, Dämpfer zu und
treten. Der Weg ist aber gut fahrbar und der Anstieg mit sei-
nen gut 400 Höhenmeter schnell geschafft. Am Gipfelkreuz des
Greiln biegen wir vom Forstweg rechts in den Trail nach Reith
ab. Wieder sind wir begeistert – der Trail schlängelt sich
anfänglich über Wiesen und dann durch Wald wunderbar ins
Tal. Von Reith aus fahren wir an der Straße entlang zur Bike
Academy, denn heute steht noch ein Materialwechsel auf dem
Programm.
Wir sind für unseren dritten Tag mit Andi Bichler verabre-
det, der uns „seinen“ Bikepark in Hopfgarten zeigen will. „A
bisserl Downhill Erfahrung und a gscheits Bike mit ordent-