Seite 27 - BergstolzIssue35

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lich Federweg wär scho guad“ war die Ansage. Ein Glück, dass
uns Kurt auch mit Downhill Bikes, Vollvisierhelmen und har-
ten Protektoren aushelfen kann. Der Umstieg ist natürlich
krass, vom schönen leichten Freeride Bike auf eine schwere
Downhill Waffe. Aber natürlich gilt die gute alte Regel:
„Don´t bring a knife to a gun fight“ als wir die 18 Kilo
Brummer ins Auto laden.
Mit etwas mulmigen Gefühl in der Magengegend fahren wir am
nächsten Tag Richtung Hopfgarten. Andi erwartet uns schon in
voller Montur an der Talstation der Salvenbahn 8er Gondel.
Während der Fahrt erzählt uns Andi von den nur zwei
Verletzungen bei mittlerweile 8000 Fahrten, davon dass es
sich eher um eine Downhill Trainigsstrecke handle und weni-
ger um einen Bikepark und dass die Strecke so anspruchsvoll
sei, dass sie vom MS Racing Team gerne zum Trainieren ver-
wendet wird. Alles Informationen, die uns in dem Moment
nicht wirklich interessieren beziehungsweise nach vorne
bringen. Ein Trail ist eine Sache, ne Downhillstrecke mit
großen Sprüngen, Stufen und Wurzeln was ganz anderes. Die 30
Prozent Gefälle, 60 Anlieger, die Handarbeit beim Bau im Mai
2011, Namen wie Marcus Klausmann und Brook MacDonald drin-
gen nur noch bedingt zu uns durch. Jeder von uns hat enor- men Respekt. Nur nicht zu viel riskieren und auf keinen Fall
Stürzen ist die Devise, als wir uns auf die ersten, sehr
anspruchsvollen 200 Höhenmeter machen. Andi nimmt sich Zeit,
bleibt immer wieder stehen, erklärt uns die beste Line und
wie wir sie fahren sollen. Das gibt uns, neben der Sitz-
position auf dem DH 9000 und den satten 200 Millimeter
Federweg einiges an Sicherheit. Mit flüssigem Fahren hat
unser Auftritt jedoch noch wenig zu tun. Nach der Zwischen-
zeit verändert sich die Strecke deutlich. Es ist nicht mehr
ganz so steil, gut eingefahren und es geht fast flowig
Richtung Talstation. Auf den nächsten Runs werden wir uns
immer sicherer und es geht von Mal zu Mal besser. Kurz bevor
wir aber übermütig werden warnt uns Andi wieder: Stürzen und
verletzen tun sich bei uns meist die guten Fahrer. Wir neh-
men es, ohne lang nachzufragen, als Kompliment und beschlie-
ßen unseren ersten Downhill-Tag würdig bei einem kalten
Hopfengetränk. „Kemmts einfach no a paar mal vorbei
Trainieren, dann kennt´s vielleicht heier scho beim ‚King of
the Hill‘ mitfahren.“ meint Andi. Und da wissen wir genau –
jetzt verarscht er uns.
Fotos: Domenico Galizia
BERGSTOLZ Bike Magazin Juni 2012 | Seite 27
SCHMERZFREIE ZONE
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