Bergstolz Issue No. 97
Somit sollte nun jeden Tag ein Highlight das nächste jagen: Der erste Tag mit den Locals sollte uns dann auch gleich auf- zeigen, dass Israel nicht nur XC und flowige Wüstentrails zu bieten hat: felsige Downhillpassagen, hohe Drops und all das mit einmaligen Blicken auf die Stadt! Einzelne schwere Stellen wurden gemeinsam “ausgebouldert”, die perfekte Linie diskutiert, und sich gegenseitig angefeuert mit “yalla yalla ya patata”. Doch auch die Kultur kam nicht zu kurz - mit den Jungs hatten wir die perfekten Tourguides an unse- rer Seite, um nicht nur die besten Trails, sondern auch die Kultur und Geschichte Israels kennen zu lernen. Ein wirkliches Highlight für uns in Jerusalem war der Night- Ride: wir hatten das Glück, mit Eliran den perfekten local Guide an unserer Seite zu haben. Gemeinsam mit ihm und einem riesen Trupp an Mountainbikern trafen wir uns abends, um durch Jerusalem zu cruisen, durch enge Gassen, hunderte Stufen runter und hoch, vorbei an all den histori- schen Plätzen, Stadtmauern, Aussichtsplattformen, Kirchen- gebäuden, Marktplätzen - jubelnd, jauchzend, ausgelassen! So muss man Jerusalem erlebt haben! Eliran war es auch, der uns zu einem weiteren Wüstenride zum Mar Saba-Kloster einlud. Es ist ein griechisch-orthodo- xes Kloster im Kidron-Tal in der Juda-Wüste, 12 km östlich von Bethlehem. Mar Saba ist eines der ältesten bewohnten Klöster der Welt. Der Trail ging entlang einer extrem ausge- setzten Schlucht mit atemberaubenden Tiefblicken - stürzen nicht erlaubt! Wahnsinn, diese Kulisse! An unserem letzten Tag in Jerusalem wurden wir erneut von unseren neuen Freunden Kobi & Ofir eingeladen. Wir hatten uns bereits daran gewohnt - in Jerusalem wird early bird ge- startet, bereits um halb 7 gings los - und es hat sich sooo ge- lohnt! Die richtige Mischung aus Flow und technischen Abschnitten, kombiniert mit großartigen Ausblicken und na- türlich einer großartigen Crew, machten den Tag erneut zu etwas ganz Besonderem. Dem längsten Trail Jerusalems folgte dann noch eine Einladung von den beiden zu selbstgekoch- tem Shakshuka (israelische Hausmannskost) - ein Traum! Sweet, Sweeter, Sugartrail Jeder Mountainbiker, der schon mal etwas über Mountain- biken in Israel gehört hat, kennt ihn - den Sugartrail. Wir waren super gespannt - die nächsten 2 Tage wurden wir auch geguided von Johan von Sababike (https://sababike.com/ ). Ursprünglich ein Schwede, den das Land in seinen Bann gezogen hat und der nun sein eigenes Bikeunternehmen hier betreibt, ist ein super lustiger Typ, der immer die passende Story auf Lager hat. Nach all den Er- zählungen und Videos waren die Erwartungen an den Su- gartrail natürlich hoch - und wir wurden nicht enttäuscht: ewig lange Flow-Abfahrten in einer beeindruckenden Wüs- tenkulisse, zum tiefsten Punkt der Erde (-428m Meereshöhe) ließ uns Mädls den Grinser nicht mehr aus dem Gesicht be- kommen. Aber eins sei gesagt: für “flats” sollte man gerüs- tet sein - wir hatten insgesamt 4 an der Zahl - biken in der Wüste ist doch nochmal etwas anderes. Eins unserer Highlights war dann am nächsten Tag auf der To Do-Liste: von Arad ans Tote Meer. Technischer als der Su- gartrail und unglaublich beeindruckend, wie unterschiedlich Wüste sein kann in ihren Farben und Erhebungen! Und das Beste: der Trail endet direkt am Toten Meer, wo man tat- sächlich schwerelos schwebt. Timna Park & Mitzpe Ramon Weiter im Süden erwarteten uns noch zwei weitere High- lights unseres Trips: Der Ramon Krater in Mitzpe Ramon und der Timna Park. Der Ramon-Krater, der größte Erosionskrater in Israel, gilt als eines der beeindruckendsten Naturphänomene der Negev-Wüste. Die Route durch den Makhtesh Ramon ist mit dem blauen Logo des Weges gekennzeichnet und führt teil- weise über breite Schotterstraßen, meist aber über schöne leichte Singletrails. Die Route führt meist nah entlang des Kraters, somit sind gewaltige Tiefblicke garantiert! Timna Park ist ein Nationalpark in der Nähe von Eilat im Süden Israels und ein echter Juwel - eine felsige Landschaft 26 ISRAEL Bergstolz Ski & Bike Magazin • 04 | 2021
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