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TOURCHASE

BERGSTOLZ Ski Magazin DEZEMBER 2016 | Seite 55

Eine mehrtägige Skitour nur für Mädels? Unsere Autorin war gleich Feuer und Flamme, als sie von

dem Projekt erfuhr. Als es dann soweit war, brachen neun Ladies zu einer Durchquerung der Grau-

bündner und Glarner Berge in die Schweiz auf – ein unvergessliches Erlebnis!

Es ist Ende Februar 2016. Am Abend des zweiten Tages unseres „Women’s Tourchase“ sitzen wir erschöpft,

aber glücklich bei Pizza und Rotwein im Restaurant Sternen in Elm im Schweizer Kanton Glarus und lassen

die Ereignisse der letzten 48 Stunden Revue passieren.

Vorgestern Abend haben wir uns im Cube Hotel in Savognin getroffen: Neun Teilnehmerinnen des Women’s

Tourchase aus Deutschland und Holland, Bergführer Ben Reuter und Bergführeraspirantin Charlie. Ben er-

klärte uns den Plan: „Wir verbringen drei Tage miteinander. Es geht von Savognin inmitten der Graubündner

Alpen an den Nordrand der Alpen nach Schwanden. Da wir so viele Gebiete durchqueren, werden wir un-

terschiedlichste Wetter- und Schneebedingungen erleben.“

Das Women’s Tourchase ist das neueste der Powderchase-Projekte, die Ricarda Schneegass mit ihrem Team

seit einigen Wintern regelmäßig anbietet. Das Prinzip der Powder-Trips in die Alpen lautet normalerweise:

Um Freeriden zu perfekten Bedingungen zu garantieren, ist bei der Buchung nur das Datum fix. Schnee

und Wetter bestimmen die Location – erst kurz vor der Abreise steht fest, wo es hingeht.

Bei den Tourchases gilt das gleiche Format, allerdings geht’s nicht „nur“ ums Freeriden, sondern man

bricht in gemischter Gruppe mit Bergführer zu einer richtigen Skitour auf. Beim Women’s Tourchase, das

zum ersten Mal stattfindet, stehen drei Tage Skitourengehen nur mit Mädels auf dem Programm. „Hier ist

diejenige richtig, die sich gerne ein wenig schindet – aber vor Traumkulisse, in der Abgeschiedenheit der

Berge, ohne Lifttrubel oder Menschenmassen“, so das Versprechen auf der Website, das mich gleich zur

Buchung verleitet hat. Ben und Ricarda haben uns vor einer Woche informiert, dass es in die Schweiz geht,

und uns die Routenplanung samt Karte und Höhenprofil zugeschickt.

Betty, eine der Teilnehmerinnen, sagt mir am Vorabend des Starts: „Ich mache gerne verrückte Sachen, die

ich zusage, bevor ich zu denken anfange.“ Sie lacht, fügt dann aber nachdenklicher hinzu: „Ich hoffe, dass

ich es irgendwie schaffe – ich bin echt sehr nervös, weil ich so eine große Tour noch nie gemacht habe.“

Die Tour beginnt morgens mit schönemWetter, über Savognin fliegen nur wenige Wolken vorbei. „Es wird