64° NORTH
BERGSTOLZ Ski Magazin November 2015 | Seite 21
Intensiv – beschreibt dieses Land wohl am besten! Doch keiner von uns konnte jemals vorausahnen, was
wir erleben sollten! Alles startete ganz harmlos, als Benni und Sebi in Island ankamen. Man erwartete uns
am Flughafen mit unseremAuto... STOP! Ein Auto wie wir Europäer es kennen, gibt es in Island eher selten
zu sehen, vielmehr findet man dort die Menschen in überdimensionalen amerikanischen Pickup Trucks in-
klusive aufgeblasener Ballonreifen. So war auch unser 6,7 Liter Hemi Dodge nicht von schlechten Eltern
und bald sollte sich heraus stellen, dass wir dieses Monster auch mehr als benötigten.
Denn schon am nächsten Tag fuhren wir mit dem Rest der Truppe von Reykjavik hinauf in den hohen Norden,
die „2. Hauptstadt“ Islands, Akureyri! Die Fahrt dorthin war jedoch jenseits aller Erwartungen, von sich rasend
schnell wechselnden Bedingungen geprägt! Von trocken auf Eis oder von nasser Fahrbahn plötzlich durch Meter
hohe Schneeverwehungen war alles dabei! Als wir dann nach 7 stündiger Autofahrt endlich um Mitternacht
ankamen, fielen wir auch nur noch ins Bett.
„Jetzt konnte unser Abenteuer starten!“ Eigentliche Mission war es, einen Freeride Film zu drehen, das gelang
uns schlussendlich auch, doch was wir auf demWeg dorthin alles erleben sollten, war schlicht und einfach un-
glaublich! Nach einem ausgedehnten Frühstück fuhren wir zunächst in Akureyris Skiresort Hlidarfjall um uns,
bei den ortsansässigen Liftbetreibern und Pistenrettern, über die diesjährige Schneesituation zu informieren.
Nach einigen Tassen Kaffee und wichtigen Infos, gingen wir direkt eine kleine Tour im oberen Teil des Resorts.
„Als wir mit unseren Boards an den Füßen zum Meer sahen, haben wir zum ersten Mal realisiert, wo wir uns
gerade befinden.“
Der Aufstieg war bei über 100 km/h Windgeschwindigkeit, und das auf vereisten Pisten und windgepresstem
Schnee, kein Zuckerschlecken, doch unsere erste Abfahrt in Island machte allen Spaß! Am Abend kamen wir in
unserer Base, demAkureyri Backpackers Hostel, wo man übrigens bestens versorgt wird, beim abendlichenWet-
tercheck für den nächsten Tag zum Entschluss, das Sightseeing vorzuziehen, denn es sollte ein Downday folgen.
Wir machten sagenhafte Aufnahmen und kassierten noch mehr atemberaubende Eindrücke, als wir uns die mys-
tische Landschaft um Myvatn und die größten Wasserfälle der Insel ansahen.
„Brodelnde Vulkane, tosende Wasserfälle, unendliche Steppen, das Meer, heiße Quellen und Gletscher – der
jüngste Erdteil bietet alles, was das Herz eines Outdoorfreaks höher schlagen lässt!“ Die Landschaft dieses He-
xenkessels ist schlichtweg unbegreiflich schön!
Am nächsten Tag war es dann soweit, unsere erste Splitboardtour in der Nähe von Siglufjordur von Null auf
knapp 1200 Meter stand an.
„Ich werde nie das Gefühl vergessen das mich überkam, als ich zum ersten Mal einen Gipfel in Island bestiegen
hatte“ erinnert sich Benni noch immer gerne! Dieser Ausblick auf das Meer, aus dem die schneebedeckten Berge
steil empor ragen, war so überwältigend für die ganze Crew, dass wir uns direkt in dieses Land verliebten. Daran
konnte auch der orkanartige Wind nicht viel ändern und davon gibt es im nördlichen Atlantik jede Menge. Doch




