Seite 26 | BERGSTOLZ Ski Magazin Dezember 2012
FREERIDEMAP
Fotocredit: Roman Lachner
Tirols neuer Höhepunkt.
Die neue Wildspitzbahn.
Das neue Café 3.440.
Traumhafte Rides
in Kooperation mit
www.freeride-map.com
Sölden
Gaislachkogel
In Sölden tanzt im Winter der Bär. Im Skigebiet wummert und dröhnt es laut aus den Boxen der
Schneebars. Après-Ski wird hier nicht immer wörtlich genommen, das Skifahren bisweilen als unnötige
körperliche Zusatzbelastung gleich ganz weggelassen. Kehrt auf den Pisten Ruhe ein, geht es im Dorf
munter weiter in den zahlreichen Bars und Diskotheken. Erst spät nachts kehrt Ruhe ein. Nicht alle
schaffen es am nächsten Morgen auf die erste Bahn, und das ist gut so. In aller Ruhe können sich die
Frühaufsteher am Gaislachkogel austoben. Zuerst mit zwei drei 900-Meter-Runs das Wasserkar hinun-
ter, danach zum tief eingeschneiten Gaislacher See und ins Venter Tal hinab zurück zum Sonnecklift. Bis
das Partyvolk mit gepuderten Nasen zum ersten Mal den Brummschädel aus dem Fenster gestreckt hat,
kommen so für die Liebhaber des anderen weißen Pulvers gut und gerne drei, vier Abfahrten zusam-
men. Der Möglichkeiten sind am Gaislachkogel jedenfalls viele.Wenn die bequem erreichbaren und ein-
facheren Lines einmal gefahren sind, gibt es bei guter Schneelage für die Cracks immer noch die
Möglichkeit, eine der zahlreichen Rinnen am Vorderen Gaislachkogel abzufahren, die sowohl von oben
als auch von unten relativ gut einsehbar sind. Und wenn die ersten Partygänger schon wieder lässig an
der Schneebar stehen und einen Cherry Vodka Sour schlürfen, setzt auch bei den Frühaufstehern lang-
sam die Übersäuerung der Muskeln ein. Zeit, Feierabend zu machen, denn morgen wartet der Powder
des nahen Obergurgls.
Hangender Ferner
Manchmal braucht es wenig, um sich die Heerscharen von Möchtegern-Freeridern vom Hals zu schaf-
fen. Manchmal genügen bereits 130 Höhenmeter, die man den Berg hochstapfen muss. 15 Minuten,
nicht mehr, und schon steht man in Rufdistanz vom Gaislachkogel entfernt in der Scharte oberhalb
des Hangender Ferners. So martialisch der Name klingt – die Gletscherabfahrt ist nicht außergewöhn-
lich steil, überhängend schon gar nicht.
Egal, ob man mehr oder weniger in der Falllinie zum Punkt 2387 abfährt oder aber auf Höhe 2850
unter die Schwarze Schneide quert und die relativ breite aber landschaftlich spektakuläre Rinne
abfährt – in jedem Fall erwartet Freerider eine genussreiche Abfahrt hinab ins Rettenbachtal. Im
Hochwinter gelangen die Sonnenstrahlen kaum je in die nördlich und nordwestlich exponierten
Hänge, weshalb man sehr lange mit besten Schneeverhältnissen rechnen kann.
Allzu viel Zeit sollte man sich allerdings trotzdem nicht nehmen. Denn wer weiß, vielleicht animieren
die Aufstiegsstapfen plötzlich auch noch gehfaule Möchtegern-Freerider zu einem kurzen Aufstieg!
Foto: Silvretta Montafon Bergbahnen AG