bergstolz

UK Road Trip mit dem Wohnmobil durch England, Schottland & Wales


// Text: Birgit Ertl  
/ Fotos: Nina Kraxner, Scott McLoughlin, Birgit Ertl, Gordo Hodge 

Schon seit einigen Jahren ist es ein Traum von mir, mit meinem Bike und Surfbrett Großbritannien unsicher zu machen. Letzten Sommer war es ab Ende Juli endlich so weit. Mein Wohnmobil von Carado stand für mich bereit, die Fähre von Dunkirk nach Dover und die ersten zwei Nächte auf einem Campingplatz im Süden Englands waren gebucht, Surfbrett und Bike und alles von Bikini bis Daunenmantel im Camper verstaut und los ging’s… 

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25 Stunden war ich bis zu meinem ersten Ziel, Lizard in Cornwall, insgesamt unterwegs: Vier Stunden dauerte die erste Fahrt von Altenmarkt im Pongau bis nach Leutkirch zu McRent, wo ich mein Zuhause für die folgenden fünf Wochen holte, den Carado V339 pro. Nachdem alles Gepäck eingeräumt war, ging es elf Stunden lang weiter nach Dunkirk zur Fähre nach England. Zwei Stunden fährt man mit der Fähre von Dunkirk nach Dover. Danach waren es weitere sieben Stunden Autofahrt bis Lizard. Dort verbrachte ich die ersten zwei Tage, genoss die wunderschöne Landschaft, Tee und Scones (traditionelles englisches Gebäck) in den reizenden Kaffeehäusern von Lizard und plante meine ersten Bike- und Surftage in Newquay, Croyde und Fowey.

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Woody’s Bike Park / Wer es während der langen Anreise nach England nicht mehr erwarten kann bald aufs Bike zu steigen, plant den ersten Bike Stopp der Reise am besten in Fowey in Woody’s Bike Park. An der Südküste Englands, auf einer Anhöhe gelegen, bietet der Park einen wunderschönen Ausblick aufs Meer. Perfekt geshapte Strecken von blauen Flowtrails bis hin zu schwarzen Jump Lines, bieten Abwechslung und Angebot für alle. Wer möchte kann Uplift Tickets für die Shuttles buchen. Allerdings legt man auf den Trails gerade mal ca. 150Hm zurück. Wer lieber selber hoch tritt, ist nicht viel langsamer als die Shuttles. 

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Newquay und Croyde / Beide Orte sind Paradiese zum Surfen. Den Camper habe ich einige Nächte in Newquay geparkt. Dort gibt es mehrere Parkplätze für eine Tagesgebühr von ca. sechs Pfund, für die man allerdings auch über Nacht stehen darf. Besonders im Sommer ist in Newquay viel los. Viele Touristen, hauptsächlich aus nördlicheren Gebieten in England, schätzen die traditionelle englische Stadt direkt am Meer. Trotzdem ist Newquay auf jeden Fall einen Zwischenstopp wert. Die Strände boten perfekte Wellen für mein Longboard und ich fand besonders den Mix aus Surfkultur und Old English Town sehr spannend. Man kann direkt vom Strand zu den Pubs im Ort spazieren um sich nach einer guten Surf Session eine Portion Pub Food zu gönnen. 

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Croyde liegt ca. 2,5 Stunden nördlich von Newquay. Die Straße nach Croyde, bzw. fast alle „Straßen“ in Cornwall erwiesen sich als Abenteuer - eng, einspurig mit Erd- oder Steinwänden links und rechts sind dort ganz normal. Dazu kommt noch der Gegenverkehr. Es gibt viele Buchten um dem Gegenverkehr auszuweichen, mit dem Wohnmobil sind aber selbst diese Buchten oft nur wenig Hilfe, da sie meistens kaum genug Platz für einen PKW bieten. Man sollte sich auf jeden Fall darauf einstellen, dass man auf den englischen Straßen allein fürs Ausweichen viele Nerven braucht. Auch in Croyde erwarteten mich wunderschöne Sandstrände und perfekte Wellen, mit denen ich in England nie gerechnet hätte. Unglaublich wie tropisch die Strände aussehen - türkises Wasser und feinster Sand erinnern an Fiji oder Hawaii, die Temperaturen hingegen machen einem dann aber doch immer wieder recht schnell bewusst, dass man in England ist. Die Wassertemperatur betrug zwischen 16 und 18 Grad. Nach einigen Panikattacken auf den Straßen von Cornwall und einem weiteren tollen Tag auf dem Surfbrett ging es weiter Richtung Bath. Nach mehreren Tagen hintereinander auf dem Rad und dem Surfbrett war es an der Zeit für eine Sportpause! 

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Bath / In Bath besuchte ich meine ehemalige Arbeitskollegin und gute Freundin Naina. Sie lebt in Bath und bot mir eine Stadtführung an. Naina empfahl mir, das Wohnmobil auf einem Park and Ride Parkplatz zu parken und mit dem Bus in die Stadt zu fahren. Diese Option erwies sich als perfekte Lösung für Städtetrips. Park and Ride Parkplätze sind oft gratis oder kosten nur ein oder zwei Pfund für 24 Stunden und man hat immer perfekte Verbindungen mit Bus oder Zug in die Stadt. So konnte ich einen tollen Tag mit Naina in Bath verbringen, die mir einiges über die alten römischen Bäder erzählte, denen die Stadt ihren Namen verdankt und mir noch viele weitere Besonderheiten der Stadt zeigte, wie die Abtei Kirche und den Royal Crescent. Der gemütliche Spaziergang durch die Stadt, ein schöner Nachmittag mit Naina und ein hervorragendes Abendessen in einem nepalesischen Restaurant waren das ideale Programm für meinen Rasttag. Am Ende des Tages nahm ich den Bus zurück zum Park and Ride, wo ich die Nacht in meinem tollen Zuhause auf Rädern verbrachte. Am nächsten Morgen, nach einem ausgiebigen Frühstück, zubereitet in meinem Wohnmobil, ging es weiter nach Wales. Auf Wales war ich besonders gespannt, da ich keine Vorstellung hatte, was mich erwarten würde. Von England und Schottland hatte ich bestimmte Vorstellungen von Fernsehen, Social Media oder Erzählungen. Über Wales hatte ich vor der Reise ein wenig recherchiert, war aber trotzdem nicht sicher, was mich schlussendlich erwarten würde.

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Mein erstes Ziel war der Flughafen von Cardiff, wo ich meinen guten Freund Scott abholen wollte. Scott kenne ich vom Skifahren zuhause in Österreich, er ist so wie ich Lehrer und sollte mich eine Woche auf meiner Reise begleiten. Während meiner Fahrt zum Flughafen glaubte ich, mich verfahren zu haben. Allerdings war Google Maps überzeugt davon, dass ich auf dem richtigen Weg war. Weil ich es selber nicht besser wusste, vertraute ich, genauso wie man es eigentlich nicht machen sollte, der App und folgte den Anweisungen. Es stellte sich heraus, dass Maps richtig lag. Der Grund meiner Zweifel war, dass selbst die Straße zum Flughafen in Cardiff oft einspurig mit Gegenverkehr war, mit kaum Platz zum Ausweichen. Am Ende dieser Straße kam ich also doch am Flughafen an und konnte Scott abholen. Unser erstes gemeinsames Ziel: Dirt Farm in Abergavenny. 

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Dirt Farm / Wie der Name verrät, ist Dirt Farm ein Bauernhof auf dem Gwenda, die Besitzerin, ihre Schafe hütet. Vor über 10 Jahren beschlossen sie und ihr Mann, beide begeisterte Sportler, auf ihrem Grund einen Bike Park zu bauen, um zusätzlich ein paar Pfund zu verdienen und zugleich etwas für die Jugend der Gegend zu bieten. Wir hätten keinen besseren Platz für unseren ersten Stopp in Wales wählen können. Die Locals empfingen uns wie alte Freunde. Zwischen den Abfahrten waren die Uplifts mit einem Traktor immer nette Pausen, gefüllt mit angeregten Gesprächen mit den anderen Bikern. Unglaublich wie freundlich alle waren und wie gemütlich die Atmosphäre im gesamten Park war. Zusätzlich gab es ein großartiges Angebot an Trails - von Flow Trails, die extrem Spaß machten, bis hin zur Full Moto Line, einer Pro Jump Line. Auch für Snacks zwischendurch war gesorgt. Jeden Tag kam Farmer Mark mit seinem Food Truck und verkaufte Burger und co. Als ich ihn nach dem Fleisch fragte, das er für seine Burger verarbeitet, zeigte er einfach auf das Feld gegenüber vom Bike Park Parkplatz, wo seine Kuhherde graste. Drei Tage lang genossen wir das Angebot an spannenden Trails, Traktor-Shuttles und frischen, lokalen Speisen direkt im Bike Park. 

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Für klassische UK Vibes sorgte am Abend das Skirrid Inn. Nur fünf Minuten von Dirt Farm entfernt befindet sich das älteste Inn von Wales. Egal ob man zum Abendessen einkehrt, auf ein Pint oder beides, man fühlt sich sofort wohl und wie ein waschechter Waliser. Gut gestärkt Dank Farmer Mark und einigen Pints im Skirrid Inn machten wir uns auf den Weg zum LLangennith Beach.

Um mich nicht ständig zu wiederholen, werde ich die Fahrt nach Llangenntih nicht beschreiben. Erwähnt sollte allerdings werden, dass nicht nur die Breite der Straßen abenteuerlich war, sondern auch die oft vierspurigen Kreisverkehre mit Ampelregelung, mit bis zu sechs Ausfahrten. Und übrigens, links fahren nicht vergessen! Noch etwas, die Geschwindigkeitsangaben in Großbritannien sind in Miles per Hour. Also nicht wundern, wenn bei Geschwindigkeitsbegrenzung 40 alle fahren wie Verrückte - es sind mph, nicht kmh. Auf die Gefahr hin, dass ich mich jetzt doch wiederhole: Fürs Autofahren ganz viele Nerven einpacken für einen UK Trip. Die Briten sind aber extrem geduldig, zuvorkommend und stressen nicht!

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LLangennith Beach und Manorbier / Am Ziel angekommen, war ich von den Stränden im Süden von Wales fast noch mehr überrascht wie von Englands Stränden. Kurz vor unserer Ankunft hatte es in Llangennith noch geregnet. Wir hatten den ganzen Strand fast für uns alleine: Ein kilometerlanger Sandstrand zu dem man über einen Weg in den Klippen gelangt. Es hätte schöner nicht sein können, nur wärmer. Obwohl die Lufttemperatur meistens nur um die 20 Grad betrug und das Wasser nie mehr als 18 Grad hatte, war mir nie kalt. Zum Surfen braucht man einen langen, mindestens drei Millimeter dicken Neoprenanzug.  Auch bei der Kleidung sollte man eine warme, gefütterte Jacke für die Abende und eine Regenjacke für den immer wiederkehrenden Nieselregen dabei haben. 

Auch unser nächster Strandausflug in Wales zum Manorbier Beach war die Anfahrt auf den immer schmäler werdenden Straßen wert. Ein kleiner, versteckter Strand und gleichnamiges Dorf, direkt am Strand gelegen, boten wieder einen perfekten Surfspot, aber auch Zeit zum Entspannen.

Übernachtet haben wir direkt am Parkplatz am Strand, was wir öfter so gemacht haben. Obwohl das nicht immer erlaubt war wurden wir trotzdem nie bestraft. Nach zwei Tagen Strand und Surfen war wieder das Bike an der Reihe. 

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Bike Park Wales / Der größte, aber auch kommerziellste Bike Park in Großbritannien ist sicher Bike Park Wales. Wenn möglich, sollte man am besten unter der Woche dort biken. An den Wochenenden kann es passieren, dass die Shuttle Tickets ausverkauft sind oder es keine Leihräder mehr gibt. Unbedingt im Vorhinein online buchen. Hat man allerdings eines der begehrten Uplift Tickets, kann man sich auf ein Angebot von fast 50 Kilometern mit grünen, blauen, roten und schwarzen Trails freuen und Jump Lines, die ich allerdings nur aus sicherer Entfernung bewunderte. Der Kermit Trail im Bike Park Wales ist der längste grüne Trail in Großbritannien. Ein kleiner Tipp an alle, die beim Shutteln nicht als Touristen auffallen wollen (so wie Scott und ich): die Türen der britischen, rechtsgesteuerten Shuttles sind links.  Nur ca. 15 Bike Minuten vom Park entfernt gibt es einen Campingplatz! Ab diesem Sommer kann man direkt im Bike Park Wales Bungalows buchen.

Zwei Tage verbrachten wir auf dem Campingplatz in der Nähe des Parks, ließen uns tagsüber im Bike Park shutteln, genossen das abwechslungsreiche Angebot an Strecken und lernten viele neue, interessante Leute kennen. Wie die Engländer waren auch die Waliser aufgeschlossen, freundlich und voller Sarkasmus und schwarzem Humor (Stereotype über die Briten, die sich zu unserer Freude als richtig erwiesen).

Afan Forest / Um etwas für unsere Kondition zu tun beschlossen Scott und ich für einen Tag in den Afan Forest zu fahren. In dem Trail Center gibt es einige Bike Strecken aber keine Shuttles. Afan Forest erwies sich als perfekter Tagesausflug. Das Angebot an Trails ist überschaubar und an einem Tag gut machbar. Alle unsere Ziele im Süden von Wales waren nicht mehr als zwei Autostunden voneinander entfernt, wodurch wir ein perfektes Angebot an Bike Parks, Trail Centers und Surfstränden hatten. Für Abwechslung war also immer gesorgt. Ein besonderer Abendprogrammpunkt war ein Rockfestival, nur 20 Minuten von Dirt Farm entfernt - das Steehouse Festival in Ebbw Vale. Wer Ende Juli in Wales ist, sollte dieses Festival unbedingt besuchen! 

Nach einer Woche musste Scott wieder nach Hause reisen, sodass ich mich alleine auf den Weg in den Norden machte. Mein erster Stopp war Manchester, wo ich meine Freundin Nina vom Flughafen abholte. Sie wurde meine treue Begleiterin für die nächsten fünf Tage meiner Reise. Unser Ziel: Schottland!

Saltburn-By-The-Sea / Vor unserem Ziel Schottland legten wir noch einen Strandtag in Saltburn-By-The-Sea ein - auch ein wunderschöner Surfstrand, diesmal im Nordosten Englands. Der größte Unterschied zu den Stränden im Süden war die Wassertemperatur. In Saltburn betrug die Temperatur nur noch 14 Grad Celsius, mit gutem Neoprenanzug aber auch kein Problem. So genossen wir auch hier einige Stunden im Wasser bevor es am nächsten Tag weiter ging nach Innerleithen.

Innerleithen / Endlich waren wir in Schottland angekommen. Die Vorfreude war groß und wir wurden nicht enttäuscht. Innerleithen ist ein Paradies für Enduro Biker! Auf beiden Seiten des Tals gibt es zahlreiche Trails - 350 insgesamt. Das Gebiet wird die “area of seven hills” genannt und überall findet man Bike Strecken. Angry Sheep und Big Baw waren zwei unserer Lieblingstrails. Bei Adrenalin Uplift kann man Shuttle Tickets kaufen. Auch hier sollte man im Vorhinein online buchen, um an die begehrten Karten zu kommen. Wenn die Shuttles ausgebucht sind, muss man treten. Adrenalin Uplift bietet nur auf einer Seite des Tals den Shuttle Service an. Auf der anderen Talseite, genannt “Golfie", muss man die 650 Höhenmeter bis zu den Starts der Trails selber hochfahren. In Innerleithen findet man alles was das Bike-Touri Herz begehrt: Unglaublich spannende Single Trails in der schönsten schottischen Langschaft, Uplifts, Uphill Trails, Camping direkt am Trail Center Parkplatz, ein altes schottisches Dorf mit Pubs, Bike Shop, Souvenir Shops...wir waren begeistert. Ein Pub, das Durty Brewers, bietet sogar Biersorten an, die nach den verschiedenen Trails benannt sind. Wer will, kann also am Ende des Tages ein Angry Sheep genießen. Was wir uns in den Pubs auch nicht entgehen ließen war Whisky Tasting. Die schottischen Barmänner waren immer sehr enthusiastisch, wenn wir nach den besten Whiskys fragten. Sie erklärten uns alles über die Whisky Herstellung und ließen uns einige ihrer berühmtesten Whiskeys kosten. Ich kann jetzt behaupten, mich mit Whiskey viel besser auszukennen, schmecken tut er mir aber immer noch nicht. Sorry Schottland! 

Nach zwei spannenden Bike Tagen in Innerleithen war Nina’s Zeit mit mir in Schottland leider schon fast zu Ende. Wir mussten wieder nach Manchester, von wo Nina nach Österreich flog. Davor stand aber noch ein Punkt am Programm:

Farmer John’s / Während unseres Roadtrips bekam Nina einen Tip von einem Freund: Am Weg nach Manchester sollten wir unbedingt Farmer John’s Bike Park besuchen, was wir dann auch gemacht haben. Wir folgten wieder Google Maps und landeten in einer Wohnstraße ca. 30 Minuten süd-östlich von Manchester. Laut App hatten wir das Ziel erreicht. Nach kurzer Suche fanden wir ein kleines Schild mit der Aufschrift “Farmer John’s”. Am Ende einer ca. 50 Meter langen Einfahrt öffnete sich auf einmal das Gelände von John’s Farm. Wie Gwenda es in Wales mit Dirt Farm gemacht hat, baute auch John seinen Hof in ein Bike Paradies um. Seit 20 Jahren, erzählte uns John, entwirft er immer wieder neue Strecken. Erfahrung im Trail bauen hat John genug, sogar für Rampage (eines der größten MTB Freeride Events) hat er schon Strecken in die Wüste Utah’s gegraben. Mittlerweile findet man auf seinem Areal Dirt Jumps, Flow Lines, Enduro und Downhill Strecken. Parken und Übernachten durften wir für 10£ am Gelände. Um Nina’s letzten Abend noch zu feiern, bestellten wir uns ein Uber Taxi in die Stadt und stießen mit einem Cocktail auf die letzten erfolgreichen Tage an. Wieder alleine, ging es für mich noch einmal zurück in den Norden nach Schottland.

Edinburgh / Jas, ein guter Freund aus Edinburgh, mit dem ich früher als Skilehrerin in Neuseeland arbeitete, zeigte mir seine Heimatstadt. Für einen Tag fühlte ich mich wie in einem Harry Potter Film. Die alten Bauten von Edinburgh geben der Stadt ein ganz besonderes Flair, das man unbedingt erleben sollte. 

Auch für den Ausflug nach Edinburgh erwies sich ein Park and Ride Parkplatz direkt vor der Stadt als perfekter Ort zum Übernachten. Nach einem tollen Tag in der Stadt und einer entspannten Nacht am Park and Ride Parkplatz startete ich am nächsten Morgen weiter Richtung Norden. Wie anstrengend die nächsten Tage werden sollten, war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst.

Dunkeld / Der erste Stopp meiner Schottland Enduro Tour war Dunkeld. Hier traf ich mich mit Freunden aus Salzburg, Irina, mit ihrem Mann Oliver und Sohn Eric. Gemeinsam erkundeten wir den Ort und die Trails um Dunkeld.  Meiner Meinung nach ist Dunkeld die perfekte Mischung aus einem abwechslungsreichen Single Trail Angebot und schottischer Kultur. Zwei Parkplätze, die Overnight Stays gegen eine Gebühr von ein paar Pfund erlauben, ermöglichen es direkt im Ort zu campen und auch die Trails sind von diesen Parkplätzen zu erreichen. Nach einem anstrengenden Bike Tag kommt man wieder in Dunkeld an, kann zum nächsten Pub radeln, in einer der Whiskey Bars einkehren oder in der Dunkeld Fish Bar die besten Fish and Chips essen, die ich auf meiner Reise hatte. 

Da die meisten Enduro Trails in Schottland nicht beschildert sind, informiert man sich am besten bei Progression Bikes im Ortszentrum, auch Guided Tours kann man dort buchen. Zu den beliebtesten Trails zählen: Electric Beaver, Crinkly Pig, Dug and Dance und Rate Ruin.Nach mehrstündiger Bike Tour, Fish and Chips und Cider spazierte ich zu meinem Zuhause auf Rädern und verbrachte eine weitere gemütliche Nacht in meinem Carado V339 pro. Am nächsten Tag ging es weiter nach Laggan Wolftrax und Glenlivet. 

Laggan Wolftrax und Glenlivet / Nach meinen Stopps in Edinburgh und Dunkeld plante ich einige eher abgelegene Ziele in den Wäldern Schottlands. Die Reise nach Laggan Wolftrax und Glenlivet sollte man auf alle Fälle mit einem vollen Tank antreten, um sicher zu gehen, ohne Probleme die nächste Tankstelle zu erreichen. Laggan Wolftrax und Glenlivet eignen sich perfekt für zwei Tagesausflüge. Beide Orte bieten Trails, die perfekt für einen ausgiebigen Enduro Biketag geeignet sind. In Laggan Wolftrax findet man einen super geshapten blauen Trail, der jedoch erst im Herbst 23 fertig gestellt wurde, sowie rote und schwarze, technische Trails. Auch Glenlivet bietet blaue bis schwarze Strecken. Zusätzlich findet man hier die größte Jump Line Shottlands. Auch in Glenlivet konnte ich wieder für eine geringe Gebühr direkt am Parkplatz des Trail Centers übernachten. Nach zwei weiteren anstrengenden Enduro Tagen ging es weiter nach Torridon, was sich als größtes Abenteuer meiner solo Enduro Tour herausstellen sollte!

Torridon / Nach Torridon fährt man die letzten 15 Kilometer auf einer einspurigen Schotterstrasse mit den mittlerweile altbekannten Buchten zum Ausweichen. Kurz vor dem Ort gibt es einige perfekte Parkplätze zum Übernachten. Als ich auf einem dieser Parkplätze an meinem ersten Morgen in Torridon aufwachte, staunte ich nicht schlecht, als mich ein Hirsch direkt vor meinem Fenster begrüßte. Der Hirsch entfernte sich auch nicht, als ich meinen Camper verließ um mein Bike herzurichten - im Gegenteil, er tastete mit dem Geweih mein Vorderrad ab und beschnupperte die Felgen. Als er dann auch noch den Rahmen ableckte verlor er aber Gott sei Dank das Interesse an meinem Bike und machte sich auf die Suche nach einem besseren Frühstück.

Nach meinem Wildlife Erlebnis, bei dem auch Sir David Attenborough vor Neid erblassen würde, machte mich auf die Suche nach dem Lollipop Trail, der mir für Torridon empfohlen wurde. Da auch hier keine der Trails beschildert waren versuchte ich, mich mit der Trail Forks App zurecht zu finden, was auch gut funktionierte. Leider hat mich niemand darauf vorbereitet, wie unwegig die uphill Trails sein würden. Vier Stunden lang schob oder trug ich mein Bike. Am Ziel angekommen, machten aber die Aussicht auf Seen und sogar das Meer, sowie die wunderschönen Berge die Anstrengung wert. Die Abfahrt bis direkt ans Meer war atemberaubend. 

Gern wäre ich noch einige Tage in Torridon geblieben, aber meine Zeit in Großbritannien wurde knapp und ich wollte unbedingt noch Fort William und Dyfi besuchen.

Fort William / Fort William war mein letzter Bike Stopp in Schottland. Ich freute mich wie verrückt, nach fünf Tagen treten, Bike schieben und tragen endlich wieder mal mit einer Gondel zu fahren. Das Wetter hatte allerdings andere Pläne. Starker Wind verhinderte den Betrieb der Seilbahn und so musste ich auch in Fort William aus eigener Kraft den Berg hochkommen. Nach einer Aufwärmrunde auf den unteren Trails des Bike Parks kam zum Wind noch heftiger Regen und ich musste meinen Besuch in Fort William schon nach einem halben Tag abbrechen. Für den nächsten Tag hatte ich schon Tickets für Dyfi Bike Park gebucht. Fort William werde ich ein anderes Mal erkunden. Denn eines ist sicher, ich komme auf jeden Fall wieder nach Großbritannien! 

Dyfi  / Auf meinem Weg zurück in den Süden war mein letzter Bike Stopp Dyfi Bike Park in Wales. Die Fahrt dorthin von Fort William dauert acht Stunden. Das Wetter hatte sich  beruhigt und somit machte sich die lange Autofahrt nach Wales bezahlt. In Dyfi traf ich mich mit Freunden aus England, die ich am Anfang meiner Reise kennenlernte. Wir alle waren zum ersten Mal hier. Wir staunten über den riesigen Bike Park den die berühmten Atherton Geschwister in einem wunderschönen, gebirgigen Teil von Wales gebaut haben. Als wir die Trail Maps sahen wurden wir allerdings ein wenig nervös. Die leichtesten Strecken in Dyfi sind rote Strecken, davon gibt es drei. Die restlichen Trails sind schwarze Single Black Diamonds bis hin zu Triple Black Diamonds. Die roten Strecken stellten sich als sehr flowig heraus und auch die Single Black Diamonds machten richtig Spaß. An die Double und Triple Black Diamonds wagten wir uns nicht heran. Auch wenn man kein Profi Biker ist, sollte man sich Dyfi nicht entgehen lassen. Die entspannte Atmosphäre und die tolle Landschaft machten den Ausflug unvergesslich. Und ich konnte endlich wieder einen Shuttle Service nutzen! Meine Beine waren mir sehr dankbar.

Nur noch wenige Tage blieben mir auf meiner UK Tour, bevor ich wieder nach Dover zur Fähre musste. Ich beschloss noch drei entspannte Strandtage in Cornwall, im Süden Englands, zu verbringen und meinen Trip mit einem guten Buch, meinem Surfbrett und mit den Erinnerungen an viele unvergessliche Momente von den letzten fünf Wochen ausklingen zu lassen. 

9000km bin ich insgesamt gefahren - teilweise extrem anstrengend aufgrund der engen und holprigen Straßen. Trotzdem würde ich alles sofort wieder machen. Meine Erwartungen an Großbritannien, egal ob Kultur, Leute, Bike Parks, Strände, Surfen, Essen, Wetter...wurden alle übertroffen und ich kann es kaum erwarten, wieder zu kommen. 




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