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Rider Profile - Birgit Bless & Bernard Kerr


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„Ich fahre einfach gerne Velo!“ sagt Birgit Bless. Die 26-jährige Schweizerin hat es auf Instagram mit ihren mehr als 38.000 Followern Bike-Influencerin geschafft.

„Biken ist ein endloser Lernprozess“

„Oh nein, ich bin keine Influencerin!“ antwortet sie vehement. „Ich will den Leuten meine Passion fürs Biken weitergeben und nicht Profit aus meiner Reichweite schlagen und da mordsmäßig abcashen. Ich tue einfach das, was ich gerne tue.“ Was sie gerne macht, sieht man auf ihrem Instagram-Account, und sie er-zählt es auch: „Ich liebe Enduro! Je technischer und schwie-riger ein Trail, desto cooler! Ich finde Trails megacool, wo Du ans Limit gehen musst, wo Du Dir vorher überlegen musst, was Du da machst.“

Umso erstaunlicher ist das, weil Bigi erst seit etwa sechs Jahren Mountainbike fährt. „Ich bin durch meinen Ex-Freund dazu gekommen und es hat mich voll gepackt, seitdem hab ich nie mehr was anderes gemacht.“ Das Mountainbike war Liebe auf den ersten Pedaltritt. „Biken ist meine Leidenschaft, dafür lebe ich. Mich sieht man eigentlich nur auf dem Bike, und wenn nicht, dann im Gym“, erzählt sie lachend und ergänzt: „Ich bin jedenfalls recht schlecht im chillen, bei mir muss es immer irgendwie laufen. Und je mehr Velo ich fahre, desto besser.“
Ihr Enthusiasmus ist ansteckend, so wundert es nicht, dass sie ihre Leidenschaft auch im persönlichen Kontakt weiterzugeben versucht. Die ausgebildete Sozialpädagogin fährt nämlich nicht nur in ihrer Freizeit „zur Psychohygiene“ MTB,sie baut es in ihre berufliche Arbeit ein. „Ich habe meine Diplomarbeit darüber geschrieben, wie Biken das Selbstkonzept von Jugendlichen fördern kann. Dadurch, dass sie erleben können ‚Wow, jetzt bin ich einen Trail gefahren, den ich vor zwei Wochen noch nicht geschafft habe!‘ oder ‚Cool, ich kann jetzt einen Platten flicken!‘ erleben sie Selbstwirksamkeit. Und das ist für die Kinder und Jugendlichen so wertvoll!“, erklärt sie begeistert. „Es ist so cool zu sehen, dass sich die Kids durch das Biken entwickeln, nicht durch eine spezielle Therapie, sondern durch etwas Alltägliches.“ Sie erzählt, dass schon etliche „ihrer“ Schützlinge danach gar nicht mehr absteigen wollten. „Schade ist nur, dass es die finanziellen Verhältnisse für viele oft schwer machen, an ein taugliches Bike zu kommen. Aber einer meiner ehemaligen Bezugsjugendlichen hat jetzt sogar die Lehre zum Velo-Mechaniker gemacht. Vielleicht hatte ich da ein bisschen Einfluss…“
Wenn Birgit von ihrer Leidenschaft erzählt, wirkt das nicht aufgesetzt oder gekünstelt - und es war sicher auch diese Authentizität, die ihr ihre Sponsoren und Instagram-Reichweite gebracht hat. „Ich bin mit einem Schweizer Händler beim Biken gewesen und das hat perfekt gematcht. Er hat mich mit Klamotten ausgestattet und wenig später ist dann die Bekleidungsfirma auf mich zugekommen“, erinnert sie sich. „Ich bin mir auch sicher, dass Instagram bei mir nur so gut funktioniert hat, weil ich immer 100% authentisch bin. Du musst machen, was Dir Freude bereitet und nicht, was Du glaubst, tun zu müssen, weil es anderen gefällt. Du darfst Dich nicht verkaufen, nicht für alles einspannen lassen. Nur dann kannst Du Deine Passion wirklich weitergeben.“ Plötz-lich beginnt sie zu lachen: „Und Du musst Reels posten! Ohne Reels geht auf Insta grad gar nichts!“
Dass sie ihre Bike-Leidenschaft 24/7 lebt, nimmt man Birgit sofort ab. „Ich hasse das Wort ‚Work-Life-Balance‘. Es ist doch voll blöd, wenn Du zwei Leben leben musst – eins für die Arbeit und eines für die Freizeit“, führt sie aus. „Mir ist das megawichtig, dass ich das machen kann, was ich gerne mache. Für mich funktioniert die Trennung zwischen Arbeit und Freizeit nicht, bei mir fließt beides ineinander, das liebe ich. Da brauch ich keine Work-Life-Balance, weil ich immer gerne mache, was ich tue.“
Im Gespräch lacht Birgit viel und bestätigt: „Ja stimmt, für mich darf das Leben gerne so weitergehen wie bisher. Ich bin sowieso ein megapositiver Mensch und versuche immer, gute Vibes zu verbreiten. Weg mit dem Konkurrenzdenken! Wir können doch alle so viel voneinander lernen!“ Sie wirkt in sich ruhend und komplett im Flow. Wobei: „Ich kann eigentlich gar nicht gut Flowtrail fahren, ich hab ein bisschen Angst vor der Geschwindigkeit“, gibt sie grinsend zu. Das wird aber sicher noch kommen, denn für Birgit Bless liegt der Reiz und die Schönheit am Biken genau darin: „Dass man nie ausgelernt hat! Biken ist ein endloser Prozess, Du lernst immer noch was dazu.“

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„Darum geht es beim Biken:  Leute, Trails und gute Zeiten“

Wir erreichen Bernard Kerr am Tag nach dem Dualslalom bei Crankworx in Whistler. „Ich bin, ehrlich gesagt, ziemlich müde heute“, erklärt er uns. Kein Wort darüber, dass er ebendiesen Dualslalom am Vortag glatt gewonnen hat. Wir lassen offen, ob er vom Race selbst oder von der Siegesfeier müde ist, und freuen uns, dass sich der 31-jährige trotzdem Zeit für unsere Fragen nimmt.

Rückblende, England kurz nach der Jahrtausendwende. Der knapp 12 Jahre alte Bernard Kerr fährt ein bisschen Motocross, aber der Sport packt ihn nicht richtig. Was er aber richtig cool findet, ist, dass sein Cousin Joe Mountainbike fährt. „Also fing ich auch damit an und fuhr sofort Rennen – mein erstes, glaube ich, schon in der allerersten Woche.“ Bernard Kerr nahm nicht nur teil, er gewann seine Premiere auf den MTB-Racetracks. „Das fand ich schon cool. Aber was ich am meisten liebte, waren Sprünge und Wheelies“, erinnert er sich. Hat sich nicht allzu viel verändert in den vergangenen Jahren: „Mountainbiken ist einfach das Beste. Die Leute, die Orte, an die man kommt, und das Gefühl, einen Hügel zwischen Bäumen hinunterzufahren und Sprünge zu machen, ist einfach unschlagbar.“ Dass der junge Brite auf dem MTB unfassbar talentiert war, zeigte sich sehr schnell: „Ich habe schnell gemerkt, dass meine Fähigkeiten besser waren als die vieler anderer Fahrer. Und ich war überzeugt, dass ich ein paar Eigenschaften hätte, die mir helfen würden, Profi zu werden“, erinnert er sich im Gespräch. „Dazu kommt, dass mich meine Mutter nicht stärker unterstützen hätte können, sie hat immer an mich geglaubt.“ Auch anderen fiel der schnelle Brite auf. Als Pivot Cycles nach Großbritannien kamen, nah-men sie den gerade mal 18-jährigen Bernard Kerr unter Vertrag: „Ich sah die Räder, testete eines und habe nie zurückgeblickt!“ sagt Bernard. Pivot-CEO Chris Cocalis ergänzt: „Unser Teammanager rief an und erzählte, dass Bernard alle Rahmen verbraucht hätte. Alle anderen Fahrer brauchten nur einen Rahmen pro Saison, aber Bernard konnte absichtlich das Sitzrohr herausreißen. Er zwang uns dadurch, einige unserer Arbeitsschritte zu verändern und wir begannen, enger zusammenzuarbeiten.“ „Die Leute bei Pivot sind toll! Sie haben all die Jahre an mich und meine fragwürdigen Techniken geglaubt!“ grinst Bernard zu dieser Anekdote. Fragt man ihn, wie er sich selbst beschreiben würde, dann sagt er ohne Umschweife nur drei Worte: „Fun, beschäftigt und Lada.“ Und grinst breit dabei. Als Außenstehender möchte man eher das Wort „außergewöhnlich“ verwenden. Nicht nur sein Riding ist es – außergewöhnlich schnell, außergewöhnlich stylisch und immer mit außergewöhnlich viel Flow – es drängt sich derselbe Eindruck in Bezug auf seine Persönlichkeit auf: Ausgeprägte Zielstrebigkeit und großer beruflicher Erfolg treffen nicht oft auf die handfeste Bodenständigkeit und unverfälschte Nettigkeit, die Bernard Kerr an den Tag legt. Über seinen Youtube-Kanal mit mehr als 90.000 Followern sagt er zum Beispiel, dass er den nur aus Spaß gestartet hat – und das auch so bleiben soll. „Hoffentlich haben die Fans Spaß beim Zusehen.“ Den Teamchef-Job bei Pivot Factory Racing hat er sich hingegen praktisch selber besorgt: „Ich wollte nicht für ein anderes Team fahren und mich nach dem Zeitplan von jemand anderes richten. Also habe ich Chris 2012 gefragt, ob ich nicht mein eigenes Team sein und leiten könnte“, erinnert sich Bernard. „Er meinte, ich sollte ihm einen Vorschlag schicken und der Rest ist Geschichte.“ Pivot Factory Racing feiert 2022 sein 10-jähriges Jubiläum, besteht aus fünf Ridern, die allesamt in der Weltelite des Enduro und DH mitmischen, und hat kürzlich mit dem PFR Next Gen Team sogar Nachwuchs bekommen. „Ich möchte sehen, wie sie die internationale Szene genauso aufmischen wie hier in Whistler. Die drei sind echt next level!“ zeigt er sich von den Nachwuchs-Ridern Dane Jewett, Ryan Griffith und Teagan Heap begeistert.
Welche Ziele er für diese Saison verfolgt, beantwortet er wie aus dem Startgate geschossen: „Ich möchte im Weltcup-Ranking unter die Top-5 kommen. Und ich will, dass das EWS-Team die Teamwertung gewinnt.“ Aktuell liegt Bernard Kerr im Downhill-Weltcup auf Platz 14 – „Da geht noch was.“ Pivot Factory Racing führt die EWS-Wertung nach fünf Bewerben direkt an. Und dann gibt’s ja noch das Red Bull Hardline. „Das ist die krasseste und härteste Strecke des Jahres!“ schwärmt Bernard. Und ja, natürlich will er hier seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen und zum vierten Mal ganz oben am Treppchen stehen. Und wenn nicht? „Dann ist Biken trotzdem das Beste! Darum geht’s doch: Leute, Trails und gute Zeiten!“

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BIRGIT BLESS

Alter: 26

Homespot: Graubünden - Davos/Klosters

Beruf: Sozialpädagogin

Sponsoren: Trek, Endura, Shimano/Fumo, Bliz Eyewear

Erfolge: Ich sehe meinen Erfolg darin, dass ich mir eine große Reichweite erarbeitet habe, mit welcher ich meine größte Leidenschaft teilen und weitergeben kann.

Ziele: Living life to the fullest.

Instagram: bigiii_


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BERNARD KERR

Alter: 31

Homespot: London

Beruf: Biker-Typ

Sponsoren: Pivot, Continental, Fox, Shimano, Reynolds, i9, Renthal,  Leatt, Crankbrothers

Erfolge: Sieger Red Bull Hardline 2016, 2019, 2021
King of Crankworx 2015
Crankworx-Siege im Dualslalom
Podiumsplätze im DH World Cup

Ziele: Weltmeisterschaften gewinnen, einen World Cup gewinnen, Redbull Hardline gewinnen und einfach nur Spaß
am Radfahren haben.

Instagram: bernard_kerr

YouTube: Bernard Kerr





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