bergstolz

Berchtesgaden


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#Berchtsgonzefix! Alpine Hometrails in Berchtesgaden

Was passiert,wenn ein professioneller Radfahrer und ein Profifotograf Tür an Tür wohnen und si-tuationsbedingt unglaublich viel Zeit zu Hause verbringen (müssen)? Richtig, dann wird Radl g‘fahrn! Von der Haustür weg. Jeden Tag. Bei jedem Wetter... solange es halt nicht regnet...
Anmerkung des Autors: Der folgende Text wurde teilweise in Mundart verfasst, da sonst dessen Inhalt und Authentizität darunter gelitten hätten. Wie sollte es aber auch anders sein, im guten alten Berchtesgaden. Bei Verständnisfragen einfach an die Redaktion wenden. ;)

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Berchtesgaden: Wer kennt es nicht?
Der Watzmann - der Schicksalsberg. König Watzmann mit seiner Frau und den sieben Kindern grüßt jeden Tag majestätisch zu uns herab. Seine magische Erschei-nung in Verbindung mit den Geschichten und Sagen zieht einen buchstäblich in seinen Bann.

Der Königssee - der bayrische Fjord. Tiefblau und kristallklar liegt er umgeben von hohen Bergen im Herzen des Nationalparks Berchtesgaden. Mit seiner Wallfahrtskirche St. Bartholomä ist er ein international bekanntes Ausflugsziel.
Das Kehlsteinhaus – „The Eagle‘s Nest“. Eine in luftiger Höhe liegende und dennoch leicht mit dem Bus zu erreichende, historische Berggaststätte und ein grandioser Aussichtspunkt, um das gesamte Berchtesga-dener Tal zu überblicken.
Das Salzbergwerk – eine faszinierende Welt unter Tage. Weit verzweigt in den Tiefen des Obersalzberges als Ausflugsziel für die ganze Familie. Ideal bei schlechtem Wetter.
Der Nationalpark – einzigartig, hoch, wild und schön zeigt sich die Natur im einzigen Alpen-Nationalpark Deutschlands.
Der Berchtesgadener Talkessel – das Trachtenepizentrum Bayerns. Lederhose und Dirndl gehören quasi zur Grundausstattung jedes Einwohners sowie jeder Einwohnerin und werden natürlich nicht nur zur Wiesnzeit ausgeführt. Generell wird das Brauchtum hier erfreulicherweise noch sehr großgeschrieben. Nicht nur als Urlaubsregion inmitten imposanter Natur, sondern auch als Serienschauplatz im öffentlichrechtlichen Fernsehen hat Berchtesgaden an Bekanntheit gewonnen.
Daher zieht es Sommer wie Winter Massen von Wanderern und Alpinisten in die südbayrische Alpenprovinz. In Zeiten von Corona noch viele mehr. Man darf nicht vergessen: Einige wenige, bzw. wir, müssen da Radlfahren wo andere Urlaub machen. ;) Mit dem Rad bewegen sich aber nur wenige abseits der Forststraßen an den steilen Flanken des Talkessels. Wer hier Enduro fahren möchte, sollte definitiv mehr als einen Grundkurs in Fahrtechnik und mehr als 160er Bremsscheiben sein Eigen nennen. Denn sonst stößt man schnell an seine physischen und psychischen Grenzen. Die zahlreichen Einsätze der Bergwacht be-weisen die herausfordernden Begebenheiten dieser Region. “Steil ist geil” sollte einen nicht abschrecken – bergauf sowie bergab. Mit 30 Prozent Steigung und mehr muss des Öfteren gerechnet werden. Teilweise hilft zwar das E-Bike, für die richtig feinen Sachen muss man jedoch sein Rad danach noch mehrere hundert Höhenmeter auf dem Rücken tragen.

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"Zefix, der Trail hat hunderte Spitzkehren und tausende Stufen. Was gut is: der Trail hat hunderte Spitzkehren und Stufen – Ansichtssache, Berchtesgaden halt - Zefix."

In einer Zeit, in der die Grenzen geschlossen sind, das Bier auf der Alm versiegt ist und die Hotels keine Gäste aufnehmen dürfen, haben wir unsere Berge neu er-kundet. Vorbei sind die Zeiten von Schladming, Finale Ligure, Davos, Lenzerheide, Reschen, Saalbach, Leo-gang und Co. Grenze zu - „Ihr bleibt daheim“. Was früher ganz normal war, wird eine Zeit lang zum Luxusartikel: Der Grenzübertritt. Warum aber in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nah ist bzw. sich 2.713 Höhenmeter vor einem auftürmt? Relativ schnell wird klar, dass ab jetzt vor der Haustür geradelt werden muss. Auf einmal bekommt man einen anderen Bezug zu seiner Heimat und sogar klas-sische Radwege, als Zubringer, werden neu erkundet. „Zefix ist des weit bis dahin…“ Und dann geht’s eigentlich erst los. Nach der Abfahrt muss auch noch heimgeradelt werden – Zefix. Ich bin hier aufgewachsen und kenne die Gegend wie meine Westentasche. Schon im Kindesalter bauten wir hinterm Haus kleine Schanzen und Anlieger. Wir machten also damals schon die Wälder unsicher. Wer hier wohnt, ist in der Regel viel in den Bergen unterwegs und durch jahrelanges Begehen bekannter Steige vor der Haustüre wächst das Verlangen, die zahlreichen, zu Fuß erklommenen Gipfel mit dem Fahrrad zu bezwingen - quasi den Hometrail-Radius zu erweitern. Denn wenn man’s zu Fuß gehen kann, kann man’s auch mit ‘m Radl fahren! Die einen sagen so, die anderen so… In Berchtesgaden bzw. im gesamten Berchtesgadener Land gibt es unzählige Feldwege, Waldwege, Gebirgspässe, Bergpfade bis hin zu Klettersteigen. Alles darauf ausgelegt, diese ausschließlich zu Fuß zu bewandern. Was man vergebens sucht, sind abfahrtsorientierte MTB-Touren oder sogar Enduro Strecken. Leider haben die hiesigen Tourismusverbände und Gemeinden noch nicht vor, den Mountainbike Sport in dieser Region breitgefächert zu fördern. Allerdings entsteht gerade, wie vielerorts, ein Pumptrack, der hoffentlich in Zukunft den Meinungswandel vorantreibt. Durch den Wegfall klassischer MTB-Singletrails wird es mit dem Fahrrad oft etwas holpriger. Flow muss hier neu interpretiert werden. Während im Volksmund ein stetiges, mit relativ hoher und gleichbleibender Geschwindigkeit, Befahren eines, mit Kurvenranderhö-hungen und Wellen gespickten Wegabschnitts und das daraus resultierende achterbahnähnliche Gefühl als „Flow“ bezeichnet wird, so ist das achterbahnähnlichste Gefühl, welches man mit einem MTB in Berchtesgaden erlebt, das des zu Beginn Hochgezogen- Werdens - Eine geballte Mischung aus Vorfreude und Respekt mit einer Prise: „Zurück geht’s jetz nimma - Zefix”. Natürlich existieren dennoch kleine Schmankerl, die es sich lohnt zu finden. Denn bekanntlich gilt: Wer suchet, der findet. Auf der Suche nach „eigenen“ Trails
Verstaubte Wanderkarten und diverse Outdoor-Apps werden durchforstet und Stammtischbrüder befragt. Die mündlichen Überlieferungen sind grundsätzlich die beste Grundlage für ein gelungenes Bergabenteuer: „Ja freili Buam, da geht’s scho a auffi. Aber ob’st des mim Radl obe foan konnst, des woaß i fei ned. Vielleicht, wennst a wuida Hund bist, ja. Oder probierts amoi de andare Seitn. Da moan i soits a ned schlecht owa geh, ne.”

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"Um Andi auf seinen Hometrails zu fotografieren ist das Bike sicherlich nicht die beste Wahl. Da geh ich dann doch lieber zu Fuß."

Dazu kommen dann noch aus fotografischer Sicht Tageszeit, Ausrichtung und Lichtverhältnisse. „I glaub, wenn ma da a guads Licht haben wollen, dann müss ma sauber früh los“, meint der Klaus – „Zefix!“ Klaus: “Nur blöd, wennst dann als Fotograf mit deinem 20 kg Rucksack irgendwo auf einem Trail stehst, wo an-dere zu Fuß scho Probleme haben. Nass gschwitzt. Und dann der Blick zum Andi, der total entspannt neben dir aufm Radl steht und grinst.” Wieder ist die Überschrift Programm - Berchtsgonze-fix. Aber dann, quälende 100 Höhenmeter weiter und am Gipfel, ist die Anstrengung vergessen - wer kennt es nicht - und bei dem Panorama fällt dir auch nur ein: „Zefix, is des schee!“ Zu beachten gilt es jedoch, Nationalparkgrenzen nicht zu überschreiten. Es ist strengstens verboten, dort auf nicht ausgewiesenen Wegen Fahrrad zu fahren, denn die Natur braucht ihren Rückzugsort. Zudem wimmelt es hier an Berggehern und Wandersleuten, was bei ambitionierten MTBlern sowieso wenig Fahrfreude aufkommen lassen würde. Schmaler Grat
In jeder anständigen Travelstory würden an dieser Stelle grandiose Tourenbeschreibungen, Wissenswertes und absolute Insidertipps folgen. Aber ohne Travel keine Travelstory… Stattdessen Hometrail, wie wir ihn verstehen: Ein Hometrail ist laut Definition ein schmaler Pfad für Mountainbiker, auf dem man sich zuhause fühlt. Auf dem an der Fahrtechnik gefeilt werden kann, da man jeden Stein mit Vornamen kennt und mit Sicherheit auch schon mal getroffen hat. Es ist ein Trail, auf dem man eventuell auch kleine Anpassungen vorgenommen hat, um ihn besser befahrbar zu machen. Es ist ein Trail, der einem regelmäßig große Freude bereitet und ein breites Grinsen ins Gesicht zimmert. Natürlich gibt es eine solche Definition nicht… aber ich denke wir verstehen uns. In Zeiten, in denen die großen Bike Reviere einen Gang zurückschalten müssen und man sich nicht wie gewohnt durch die Welt bewegen kann, ist es umso wichtiger, lokale, inoffizielle Bike-Möglichkeiten nicht überzustrapazieren und vor allem auf ein gemeinsa-mes Nutzen und ein gesundes Miteinander von Mensch und Natur auf heimischen Wegen zu achten. „No Friends on Powderdays“ wird quasi im Sommer zu „Just Friends on Hometrails“. Denn solche Trails sind nicht nur ein schmaler Pfad. In Regionen, in wel-chen sich das MTB hintenanstellen muss, ist es auch ein schmaler Grat, inmitten von Grauzonen, Fahrverboten und Ärgernissen.
In diesem Sinne: Gesund bleiben und tut nichts, was ich nicht auch tun würde … PS: Wer jetzt gegoogelt hat oder sich immer noch fragt: “Was um alles in der Welt hat diese spektakuläre Geschichte mit der Schweizer Eidgenossenschaft und deren zentralen Firmenindex „ZEFIX“ zu tun?” Dem sei als Antwort gegeben: „Gar nix! Zefix!”

Infobox

berchtesgaden 06Andi Valentin
„I don't ride to win races, I ride to get places.“ Der „Fan von rockigen Gitarren, schnellen Strecken, steilen Hängen, flowigen Trails, weiten Sprüngen und natürlich frischem Pulverschnee“, wie er über sich selbst sagt, ist pro-fessioneller Outdoor- und Actionsportler sowie Markenbotschafter für diverse MTB und Ski Firmen. Als gelernter Feinmechaniker, Maschinenbauingenieur, Master of Science sowie Experte für Additive Fertigung bei KTM E-Techno-logies ist er auch als MTB-Guide und Fahrtechniktrainer mit Übungsleiterkurs und ÖRV Lizenz bei Happy Trails tätig.
Sponsoren (Bike): Rose Bikes, iXS Sports, Maxxis, SQlab, Ortema, SKS Ger-many, Ride Concept, Unleazhed, Holmenkol, Eurosport Nutrition

Instagram: @AJ_Valentin

 

berchtesgaden 07Klaus Listl
Klaus, professioneller Fotograf in den Bereichen Marketing, Event, Sport und Lifestyle aus Berchtesgaden, verschlug es vor 14 Jahren nach Berch-tesgaden. Der gebürtige Münchner lebt hier mit seiner Frau und kleinen Tochter inmitten von imposanten Bergen. „Als Fotograf könnte es keinen schöneren Ort geben. Zu Fuß, mit dem Radl oder mit Ski auf die Berge –was will man mehr!“, sagt er über seine Heimat. 
Er versucht, die Dinge dynamisch zu fotografieren und dabei ins rechte Licht zu rücken – Freezing Motions. Egal ob im Sport, bei einem Event, Lifestyle oder Reportagen rund um die Welt. Dabei geht es ihm vor allem darum, eine gute Geschichte hinter dem jeweiligen Menschen oder der Situation zu erzählen – egal was gerade passiert. „Man bringt überragende sportliche Leistungen oder genießt einfach nur den Sonnenuntergang mit Freunden. Alles bringt großartige fotografische Momente und viel Emotion und Details mit sich.“

Instagram: @freezingmotions // www.klauslistl.com

 

 

Text: Andi Valentin // Foto: Klaus Listl




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