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Alta Badia


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Alta Badia Trail #15 Vielfältig, nicht einfältig
1968 eröffneten Reinhold und sein Bruder Günther Messner die Route Mittelpfeiler am Heiligkreuzkofel, damals eine der schwierigsten Routen überhaupt. Heute sitzen wir auf unseren Bikes mit Blick auf genau diesen Gipfel und nähern uns ihm auf eine ganz andere Weise. Der Trail N°15, von der Heilig Kreuz Kirche hinab nach St. Kassian, ist der Signature Trail Alta Badias. Und das zurecht: Er vereint alles, was diese Region ausmacht. Gewaltige Felsmassive, sanfte Bergwiesen, historische Stätten und eine Natur, die man hier gar nicht vermuten würde. Garniert wird das Ganze durch einen Trail der Extraklasse. Der Weg schmiegt sich an den Hang und verläuft zu Beginn, ohne viel Höhenmeter zu verlieren, in sanften Wellen über natürlichen Untergrund dahin. Das ist durchaus anstrengend, vor allem aber sehr spaßig.

Die Kulturlandschaft des Gadertals
Doch vor der Abfahrt kommt bekanntlich die Auffahrt – und die lohnt sich in diesem Fall wirklich. Nach ungefähr 300 Höhenmetern beginnen die Armentara-Wiesen. Eine einzig-artige Almenlandschaft im Naturpark Fanes-Sennes-Prags, die vor allem mit ihrem Artenreichtum im Frühjahr und im Herbst beeindruckt. Hier wachsen unter anderem Enzian, Schwefelanemonen und Trollblumen. Oberhalb der Wald-grenze breiten sich die von den Bauern bearbeiteten und geprägten Almen aus, und darüber thronen die Bergriesen des Zehners und der Heiligkreuzkofel-Gruppe.

Hier hören wir auch immer wieder Sprachfetzen, die wir weder dem Italienischen noch dem Deutschen zuordnen können. Es ist Ladinisch, eine alte romanische Sprache, die im Gadertal und in einigen anderen Tälern rund um den Sellastock noch geläufig ist. Sie wird von der Südtiroler Regierung besonders geschützt und auch in der Schule weiterhin unterrichtet. Wir schrauben uns weiter nach oben – immer dem Kreuzkofel entgegen, auch wenn wir heute lediglich bis zum Fuß der Felswand gelangen werden. Hier wartet ein weiteres Highlight auf uns: Eine Schneehöhle, die sich an der schattigen Wand beinahe das gesamte Jahr über hält.

Trailvergnügen unter kirchlicher Aufsicht Von der Schneehöhle aus müssen wir unsere Bikes nur noch wenige Meter hinaufschieben und starten nun endlich in die Abfahrt. Erst einmal geht es durch alte Latschenkiefern-bestände sowie über kleinere Felsen hinab zum Heilig Kreuz-Hospiz und der dazugehörigen Wallfahrtskirche. Der perfekte Ort, um unsere Speicher wieder aufzufüllen, die Aussicht zu genießen und einfach zu entspannen.

Doch lange hält es uns nicht in den Stühlen. Schließlich war-tet ein Trail auf uns, und mit knapp 8 km Länge macht sich da einiges an Vorfreude breit. Wir starten, wie wir am Heilig Kreuz-Hospiz endeten: mit Latschenkiefern, Wurzeln, Felsen und jeder Menge Wellen. Wer mag, kann hier springen, pumpen, sich Linien aussuchen und einfach spielen. Kondi-tionell ist gerade der erste Teil durchaus fordernd, denn Höhenmeter verlieren wir kaum. Immer wieder öffnet sich der Blick hinab ins Tal und zum Teil bis auf die Berge Grö-dens. Worauf genau sollen wir uns denn da nun konzentrieren? Die Entscheidung wird uns abgenommen, denn der Wald um uns wird etwas dichter und so können wir uns ganz auf den Weg fokussieren. Noch immer verläuft er in steten Wellen und über zahlreiche Wurzeln. Doch langsam verlieren wir Höhenmeter und arbeiten uns in Richtung Tal. Noch einmal aber öffnet sich der Blick und es bietet sich passenderweise eine kleine Bank zum Verweilen an. Hier, auf einer kleinen Almwiese, schauen wir zurück zum Kreuzkofel und auf die andere Seite des Tals.

Wieder auf dem Bike verlieren wir jetzt schnell an Höhe. Eine willkommene Abwechslung. Wir bleiben im Wald, der sich aber immer mehr verändert. Er wird dichter und die Kiefern weichen Tannen und Fichten. Knapp über dem Tal spuckt uns der Wald aus und wir glauben schon, dass unsere Trailfahrt ein Ende hätte. Doch noch einmal queren wir wellig und verspielt auf der Höhe in Richtung St. Kassian, bevor wir schlussendlich doch die letzten Höhenmeter auf schmalen Wegen bewältigen und zurück im Tal ankommen. So schön können alte Kulturpfade sein – so abwechslungsreich, so natürlich und so einzigartig. Dazu eine erlebnisreiche Auffahrt und die perfekte Einkehr. Was will man mehr?

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Infobox

// DIE TRAILS
» Start und Ende der Tour sind in Badia. Der Anstieg ist schweißtreibend und ähnlich erlebnisreich wie die Abfahrt. Die perfekte Tour, um die Region intensiv kennenzulernen.

// GEHEIMTIPP
» Der Anstieg über die Armentara-Wiesen ist wunderschön und so kann man auch den Abstecher zur Schneehöhle problemlos einbauen.

// FOTOPUNKTE
» Schneehöhle: Ein Abstecher zur Schneehöhle ist ein Muss und vor allem angenehm kühlend. » Latschentrail: Der erste Teil führt halboffen mit Blick auf die hinterliegenden Felstürme durch Latschenkiefernbestand. Da ist einfach alles dabei.

//DESTINATION
» altabadia.org

// BESTE REISEZEIT
» Mai – Oktober

// BIKE HOTELS
» Hotel Gran Paradiso****, St. Kassian // gran-paradiso.it » Hotel Melodia del Bosco***s, Badia // melodiadelbosco.it » Hotel Pider***s, La Val – Alta Badia // pider.info

// WEITERE HOTELS UND REGIONEN UNTER
» signature-trails.com/alta-badia
» bike-holidays.com

#MyPlace2Bike

Foto: Andreas Meyer/WOM Medien // Text: Norman Bielig




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