Bergstolz Issue No. 99
18 BIKE & HIKE Bergstolz Ski & Bike Magazin • 07 | 2021 In Fieberbrunn angekommen fahren wir mit der Streubödenbahn hoch und kehren erst mal ein. Wenn man schon in Österreich ist, muss man erstmal eine Kaspressknödel- suppe essen, bevor der Spaß richtig losgeht. So gestärkt geht es auf den noch nicht ganz fertiggestellten Schweinsbergtrail. Schon im unvollendeten Zustand präsentiert sich hier ein eindrucksvoller Flowtrail, der sich mit supergeshapten Kurven durch den Wald schlängelt.Wir durften als Erste den Trail befahren, und: Hey Leute, ich kann Euch nur so viel sagen, der Schweinsbergtrail wird richtig gut! Mit viel Flow, gut geshapten Anliegern und nicht allzu schwierigen Sprüngen geht es nach Fieberbrunn hinunter. Ca 70% des Trails sind schon fertig, Ende Juli soll dann die Eröffnung sein.Wir werden Euch jedenfalls zeitnah über die Eröffnung in Kenntnis setzen. Nach der etwas langen Anfahrt über das Spielberghaus war das mal schon ein erstes Highlight. Nun geht es über sanfte Hügel, schon fast im kitschigen Postkartenformat vorbei an dem kleinen schönen Griessensee und weiter nach Leogang. Dort angekom- men, nehmen wir die Asitzbahn hoch. Die chillige Genusstour hat nun ihr Ende, Bike- park ist angesagt! Wir starten in den spaßigen Hang Man 1, hier treffen wir auch Vali Höll und die Ravanel Gang, die nach dem Worldcupwochende schon wieder am shredden sind. Auch wir folgen straight dem Wurzelteppich und Max will Einsatz sehen: „Sollen doch ein paar coole Actionfotos rauskommen!“ Ich bin wirklich beeindruckt, wie Max Schumann, einer der besten Deutschen Endurofahrer, nebenbei so die besten Fotos raushaut und sich dann wieder im flotten Tempo den Trail runterballert. Unten angekommen geht es noch mal hoch mit der Asitzbahn und wir gönnen uns eine kleine Pause, weil der Kaiserschmarrn natürlich nicht fehlen darf auf so einer Tour. Mit aufgefüllten Speichern geht es über den Asitztrail zurück Richtung Saalbach Hinter- glemm. Gut, dass wir uns den Kaiserschmarrn einverleibt haben, denn am Asitztrail er- warten uns wieder ein paar Höhenmeter, bis wir auf die Schönleiten kommen. Ein Schmankerl der anderen Art wartet hier auf uns: Hoch oben über dem Saalbachtal an der Schönleitenbahn geht der Wurzeltrail los. Er trägt den Namen nicht umsonst. Mit dem normalen Biobike wegen der ständigen Ups & Downs sehr fordernd, ist es mit dem E-Bike purer Spaß, die zig tausend Wurzeln zu überfahren. Es ist bereits später Nach- mittag und die Sonne scheint wunderbar in den Trail hinein. Die fantastische Lichtstim- mung versetzt Fotograf Max in einen Shooting-Rausch und die Bilder sprechen für sich. Unsere Runde schließt sich mit unserer Rückkehr zum Panoramatrail. Berni packt die GoPro aus und Max und Andre batteln sich ordentlich – zu sehen exklusiv auf unseren Social-Media-Kanälen.Wir cruisen hinterher und sind pünktlich um 18 Uhr zumAbend- essen in unserem sehr heimeligen Hotel, dem „Talheimer“, das eine vorzügliche Küche hat. In vollen Zügen genießen ist aber leider nicht drin, da wir zum Tagesabschluss noch was Besonderes vorhaben.Wir ziehen also nochmal los, um den Sonnenuntergang auf dem Spieleckkogel zu bewundern. Dazu tauschen wir die Bikes, Bernhard, unser Guide, bringt uns nach dem Essen noch bis hinter die Reiterkogelbahn und wir treten von hier aus die Forststraße hoch bis zur Hochalmbahn. Hier geht es den schmalen Trail am Grat entlang Richtung Spieleckkogel hoch. Es ist nun schon 20:30 Uhr und das Licht ist fantastisch hier am Grat. Und das coolste ist: Wir sind mit dem neuen Santa Cruz Bronson unter- wegs. Andre und ich fühlen uns wie kleine Kinder und sind begeistert von dem leichten, spielerischen Bike, das nun auf Mullet Laufrädern rollt und eine ausgezeichnete Trail Geometrie bekommen hat. Es ist schon toll, wenn man vom E-Bike auf ein Biobike wechselt, wie leicht und spielerisch sich das anfühlt. So posieren wir immer wieder für ge- niale Bilder und steigen zum Schluss auch noch zum Gipfel auf. Nun, bereits nach 21 Uhr, genießen wir die letzten Sonnenstrahlen hoch oben über Saalbach Hinter- glemm. Es ist doch eine anständige Schinderei hier hoch gewesen, so nach 10 Stunden auf dem Bike. Aber wir werden mit einem wun- derbaren Ausblick belohnt und Max hat noch ein Tüte Gummibär- chen im Rucksack. Das hebt die Stimmung wieder, denn ohne die Gummibärchen wären wir ganz schön am Arsch. Nach dieser vorerst letzten Stärkung geht es nun den kleinen Singletrail am Kamm entlang Richtung Lengau. Wir liefern uns mit den letzten Sonnenstrahlen des Tages ein Rennen den Hang hinunter und gelangen anschließend auf den Hochalmtrail, der zur Forststraße nach Lengau führt. Der Spieleckkogel war wirklich ein würdiger Abschluss eines genialen Biketags – ohne Guide wären wir da nicht draufgekommen, also Danke Berni! Es ist schon dunkel, als wir zurück nach Hinterglemm ins Hotel rollen, und wir sind nach 13 Stunden am Bike rechtschaffen müde. Der Wirt vom Talheimer hat uns extra noch ein Weißbier rausgestellt, das wir uns wahrlich verdient haben. Wir schauen uns an der Kamera das Tageswerk von Max an und sind begeistert von den sensationellen Bildern. So klingt der Abend aus und wir träumen von den schönen Trails Rund um Saalbach Hinterglemm. Am nächsten Tag treffen wir uns an der Lounge des Skill Shops, trinken noch einen Kaffee und bestaunen den coolen Bikeshop. Beachtlich, was Hannes, der Geschäfts- führer von Skill, hier auf die Beine gestellt hat. Hier kann man ehrlich von einem Shop- pingerlebnis sprechen: Bikes testen, an der Lounge fachsimpeln und dann vielleicht zuschlagen und stolzer Inhaber eines Santa Cruz Bikes werden. So stellt man sich den Einkauf vor. Für uns geht es aber nach dem Kaffee weiter auf die Hacklbergalm, von da aus starten wir auf den unteren Teil des Hacklbergtrails. Ich muss schließlich noch Fahreindrücke für den Testbericht zum Bronson sammeln, und Max will sich die Gelegenheit für ein paar weitere Bilder auf keinen Fall entgehen lassen. So lassen wir es laufen und genießen den neu hergerichteten Hacklbergtrail. Ohne eine einzige Bremswelle geht es flott ab- wärts und alle haben sichtlich Spaß an dem herrlich sonnigen Tag. Nach zwei rasanten Abfahrten geht es zurück nach Hinterglemm, wo wir uns einen kleinen Mittagssnack im Zentrum gönnen. Danach noch ein kühles Abschiedsbier in der Skill Lounge und ich packe auch schon meine sieben Sachen und mache mich auf den Heimweg. Max und Andre geben sich noch mal die Kante, shredden und jumpen auf der Pro Line und dem Evil Eye Trail was das Zeug hält. Ein paar weitere Fotos mit ordentlich Airtime später sind aber auch sie geschafft und voll happy über die zwei gigantischen Tage in Saalbach Hinterglemm bei Skill, die uns allen wohl noch lange im Gedächtnis bleiben werden: Eine coole Truppe, einen motivierten Fotografen und einen Local als Guide – besser wird’s nicht. Und bis zum nächsten Mal, dass Max und ich wieder gemeinsam losziehen, wird sicher nicht wieder so viel Zeit vergehen.
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