Bergstolz Issue No. 97
30 PRODUKTE / / TEST Bergstolz Ski & Bike Magazin • 04 | 2021 FOX | 36 Float Factory 2005 kam die erste 36 auf den Markt und löst eine Revolution aus. Seither hat sich viel getan, die 36 ist die Referenz in Sachen Performance. Das Modell 2021 wurde nun komplett überarbeitet: Chas- sis, Grip2 Dämpfer, Kartusche - alles neu. Kann man bei dem Erfolgsmodell so viel ändern, dass sich ein spürbarer Unterschied einstellt? Dieser Frage sind wir auf den Grund gegangen. Das neue Casting soll nach Angaben von Fox noch leichter und steifer geworden sein. Den Offset gibt es in 37, 44, 51mm, die Gabelbrücke ist nun rund und an der Rückseite findet man Ventilöffnungen, die eine Entlüftung von überschüssiger Luft zulassen. So wird eine bessere Zirkulation des Öls gewährleistet und die wiederum steigert die Performance. Im Inneren hat sich auch einiges getan. Die Negativluftkammer ist größer geworden, dadurch verbessert sich das Ansprechverhalten. Der Grip2 Dämpfer wurde überarbeitet und hat nun das VVC System dazu bekommen. Das VVC ist eine variable Ventilsteuerung, die den Einstellungsbereich der Gabel und somit die Performance steigert. Am unteren Teil der Gabel ist an der Achse wieder eine Spannschraube, bekannt aus der 40 oder auch von der ersten Generation der 36. Sie soll bewirken, dass sich der Schnellspanner beim Schließen nicht verspannt und so zu einer Verwindung führt, die sich wiederum auf die Performance der Gabel auswirkt. Trotz all der neuen Dinge wurde das Gewicht der Gabel weiter reduziert und wird nun mit 1.965 Gramm angegeben. Die Gabel gibt es nur noch in zwei Federwegsvarianten 150 oder 160mm Federweg. Wer mehr Federweg möchte, muss auf den großen Bruder 38 zurückgreifen. Nun aber genug der technischen Dinge, wie verhält sich die Gabel im Trail? Es fällt sofort auf, dass das Ansprechverhalten spürbar besser geworden ist. Fein geht es auf den ersten Zentimetern des Federwegs über Hindernisse drüber. Im gröberen Geläuf merkt man, dass die Gabel wesentlich sensibler geht und voll im Federweg stehen bleibt. Kein Absacken, selbst bei Ausnutzung des vollen Federwegs gibt es keinen Performanceverlust. Auch das Vorgängermodell war schon sehr gut, aber hier hat Fox nochmal richtig nachgelegt. Die Kontrolle über das Bike ist nochmal spürbar besser geworden. Es geht wieder etwas schneller voran, bei mehr Sicherheit und Beherrschbarkeit. Der richtige Evolutionsschritt für das Referenzprodukt. www.foxracingshox.de TREK | Slash 9.8 Vier Jahre war das alte Slash ein Dauerbrenner, im Gegensatz zur Konkur- renz geriet es aber zunehmend ins Hintertreffen. Deshalb hat man bei Trek nun reagiert und dem Slash ein deutliches Update verpasst. Herausgekom- men ist ein modernes Endurobike, dass wir als Slash 9.8 – wobei „9“ für Carbon steht – ausprobieren konnten. Was ist neu am Slash 2021? Sowohl in der Carbon- als auch in der Alumi- nium-Version ist es deutlich länger und flacher geworden. Bewährte Dinge wie ABP Hinterbau, Minolink (Flip Chip Geometrieverstellung) und Knock Block Steuersatz (der Lenkeinschlag erlaubt nun mehr Winkel) wurden über- nommen. Der Federweg hat sich auf vorne 170mm und hinten auf 160mm erhöht und der Lenkwinkel ist mit nun 64 Grad um einiges flacher. Neu ist auch das Staufach im Unterrohr für Ersatzschlauch, Kartusche, oder Regenja- cke. Der Sitzwinkel ist steiler geworden und der Drehpunkt des Hinterbaus wurde so geändert, dass man effizienter pedaliert. Der Thrushaft Dämpfer von Rock Shox Super Deluxe Ultimate soll zu einem besseren Ansprechverhalten führen. Sehr positiv ist uns das geschraubte BSA Innenlager aufgefallen – nerviges Knarzen der eingeklebten Lager ist Vergangenheit! Die Sitzposition ist durch den längeren Reach gegenüber dem alten Slash wesentlich ange- nehmer, man sitzt richtig im Bike. Trotz 14,8 kg geht das Slash erstaunlich gut berghoch, was sowohl am 76° steilen Sitzwinkel, als auch an den Bontrager Reifen liegt, die sehr wenig Rollwiderstand generieren. Gewählt haben wir für uns (178cm / 73kg) das Testbike in der neuen Größe M/L. Früher war M tendenziell zu klein, L aber wiederum zu groß, die neue Größe passt jetzt ideal. Vom Setup sind wir auf der Standardeinstellung ge- blieben und haben nur den Luftdruck entsprechend angepasst. Das Minolink haben wir auf der Low Position gelassen. Nun aber geht es in den wurzeligen, steilen, schnellen Trail! Das neue Slash begeisterte auf Anhieb: Wo das alte Bike etwas nervös und bockig war, liegt das neue wie ein Brett. Es ist sehr gut ausbalanciert und meistert souverän sämtliche Hindernisse. Die mächtige 38er Rockshox ZEB schluckt sensibel alles weg, bleibt aber trotzdem gut im Federweg stehen. Das gleiche lässt sich vom Hinterbau sagen. Das Bike bügelt alles weg, weist aber eine gute Endpro- gression auf, sportlich straff geht es dahin. Beherzt poppt man über alle Hin- dernisse und kommt stressfrei wieder auf. Einzig die Bereifung gelangt relativ schnell ans Limit, besonders bei nassem Untergrund. Hier können bergab ori- entierte Fahrer*innen – und das ist man wohl, wenn man sich ein Slash holt – noch einiges rausholen. Für Touren mit mehr als 1.000 Höhenmetern sind die Bontrager Reifen allerdings ein guter Kompromiss. Der Lenker mit 820mm Breite ist etwas sehr breit ausgefallen, gerade z.B. auf den schnellen Trails in Ligurien, wo die Bäume sehr nah kommen, kann das zu Proble- men führen. Bei unserem Testbike war der Lenker schon auf 780mm gekürzt. Der Kurvenspeed, der mit dem Bike erreicht wird, ist enorm und mit den ge- tauschten Reifen klebt das Bike am Boden, es gibt Grip ohne Ende. So kom- men wir mit dem Slash in neue Geschwindigkeitsregionen auf unserem Hometrail. In winkeligen Kurven und Spitzkehren begeistert das Trek genauso wie auf den schnellen Passagen. So ist das Fazit eindeutig: Die neue Endurowaffe von Trek ist geboren und äu- ßerst gelungen. Das Slash ist das ultimative Bike zum Shredden auf einem Endurorace oder im Bikepark - no speedlimit! Das Limit ist nur das eigene Fahrkönnen. Flo Nicolai wird mit dem Slash ein heißer Anwärter auf den EWS Titel sein. Die Ausstattung entnehmt Ihr bitte: www.trekbikes.com
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy Mzk0ODY=