Bergstolz Issue No. 93
R I DERPROFI LE Bergstolz Ski & Bike Magazin • 10 | 2020 27 DAVID DELIV “Ich bin immer schon abseits der Pisten ge- fahren” Alter: 25 Homespot: Åre, Sweden Beruf: Skifahrer / Student Sponsoren: Elevenate Erfolge: 3. Platz bei den Scandinavian Big Mountain Championships, Qualifikation für die Freeride World Tour 2021 @daviddeliv Foto: Moritz Ablinger Schweden scheint ein guter Nährboden für Freerider von Weltklasseformat zu sein: Angefangen bei Urgestein Henrik Windstedt über den Weltmeister 2018 und Vize- weltmeister der letzten beiden Jahre Kristoffer Turdell, bis hin zu einem der Protagonisten der „Hungry Swedes“ auf Red Bull Schweden, David Deliv. Dieser, jetzt 25 Jahre alt, wird 2021 als Rookie an der FWT teilnehmen. „In meiner Rookie Saison will ich mich nicht zu sehr auf die Resultate fokussieren. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, jeden Run zu beenden. Mit dem Gefühl, mein Bestes gegeben und meine Grenzen ausgelotet, aber ohne größere Fehler ge- macht zu haben.“ Auf dieses Ziel hat er sich den gesamten Sommer konzentriert: „Ich würde nicht sagen, dass sich mein Leben mit der Qualifikation zur Freeride World Tour dramatisch verändert hat. Ich habe aber zum Beispiel keinen Sommerjob angenommen – als Student würde ich das normalerweise machen – um meine gesamte Freizeit ins Training stecken zu können“, erzählt er von seiner Som- mervorbereitung. „Und Mann, ich hab viel mehr Zeit im Fit- nessstudio und beim Klettern verbracht als jemals zuvor!“ Zielgerichtetes Training kennt David seit seiner Jugend. „Ich habe mit sechs Jahren angefangen Ski zu fahren. Mein Großvater hat eine Wohnung in Annecy und dort haben wir jeden Winter unsere Ferien beim Skifahren mit der Familie in La Clusaz verbracht“, erinnert er sich an seine Ski- Anfänge. „Richtig Fahrt aufgenommen hat das Skifahren für mich aber mit 14 Jahren, da begann ich mit Buckel- pistenfahren. Ich war ziemlich schnell recht gut, und mit 16 bin ich nach Åre gezogen, um dort die Mogul Ski Academy zu besuchen.“ Zwei Jahre später nahm David „Nur zum Spaß!“ an den Scandinavian Big Mountain Championships teil, ein Jahr später startete er erstmals bei den Freeride World Quali- fiern. „Da fuhr ich immer noch Mogul Bewerbe. Diese Karriere beendete ich dann mit 20.“ Seitdem ist er im Fah- rerfeld der FWQ ein oft und erfolgreich gesehener Rider. „Es macht mir einfach Spaß. Irgendwie wusste ich auch von Anfang an, wie sehr ich diese entspannten Contests genie- ßen würde.“ Wenn man David Deliv fragt, wie er Freeriden überhaupt für sich entdeckt hat, überlegt er ein bisschen, bevor er antwortet: „Ich glaube nicht, dass ich jemals angefangen habe mit dem Freeriden, ich habe das immer schon ge- macht: Abseits der Piste fahren, mit dem natürlichen Terrain spielen. Doch, ganz eindeutig: So bin ich immer schon Ski gefahren, und so werde ich vermutlich auch immer Ski fahren.“ Dabei sein ist also alles? Aber nein! „Mein berufliches Ziel ist es, zusammen mit den besten Freeridern der Welt die Grenzen des Sports zu verschieben. Ich liebe das Gefühl, auf einem Gipfel zu stehen und die Furcht vor einem respekteinflößenden Face zu spüren. Dann eine einzige, langen Line durch den Hang zu ziehen, um am Ende voll- gepumpt mit Adrenalin über die Ziellinie zu fahren.“ Dass Freeride Contests auch im kommenden Winter stattfinden werden, ist für ihn sicher: „Ich bin überzeugt davon, dass es Bewerbe geben wird. Wie viele, und wie sie durchgeführt werden, steht auf einem anderen Blatt Papier. Aus meiner Sicht ist es noch zu früh, um diese Frage zu beantworten.“ Dass er bei den Contests, die er mitfahren wird, aufzeigen will, ist glasklar. Auch wenn er seine Ziele betont beschei- den angibt: „Wie gesagt, alle Runs runterbringen und mein Level pushen ohne große Fehler zu begehen.“ Dennoch, der Schwede wirkt aufrichtig entspannt. Gerade auch, weil er das Interview mit den Worten beschließt: „Ich will mein Leben genießen. Und jeden Tag dankbar dafür sein, dass ich Skifahren gehen kann.“ Foto: Elias Lundh
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