Bergstolz Issue No. 93

16 M O N TA F O N Bergstolz Ski & Bike Magazin • 10 | 2020 nette Gesellschaft. Und obwohl das einfach klingt – heuer ist es irgend- wie komplizierter. Stichwort Reisewarnungen. Alles ungewiss. Und nicht so planbar.Wie wird der Winter 20/21? Es sind derzeit noch viele Fra- gen offen, aber eines ist klar: Der Powder kommt bestimmt. Und auch die Sehnsucht nach Powder-Erlebnissen mit Freunden in den Bergen. Diese spezielle Winter-Sehnsucht ist bei uns traditionell das ganze Jahr über vorhanden.Wir sind Regina & SimonWohlgenannt. Beide leiden- schaftliche Skifahrer, Schneeliebhaber, kurzum „Skibums“ und imMon- tafon zu Hause. Simon ist studierter Biologe & Sportwissenschaftler, Skiführer und Bikeguide. Seit 2015 ist er mit „Guide Simon“ selbstän- diger Guide und hauptsächlich am Arlberg und im Montafon unter- wegs. Regina ist Tourismus- und Marketingexpertin und Gründerin von exploristas (eine Initiative, umMädchen für Sport zu begeistern und die Art und Weise zu ändern, wie Frauen und Mädchen über Sport wahr- genommen werden.). Gemeinsam haben wir eine Firma gegründet und letzten Winter die Freeride Station in der Silvretta Montafon ins Leben gerufen.Wir haben noch viele Pläne, wollen Angebote für den Freerider und Mountainbiker schaffen und haben mittlerweile zwei kleine Ski- fahrerInnen zu Hause (ok, eine muss erst noch laufen lernen). Als wir beide so Anfang zwanzig sind kennen wir uns nicht. Regina ver- bringt ihr Studienpraktikum gerade in Whistler Mountain und unter- stützt bei Extremely Canadian den Lodge Betrieb und die Freeride Schule. Der Lohn, eine Saisonkarte, wird fast jeden Tag ausgenutzt (weil: „Office closed on Powder Days“ ist dort gelebte Bürokultur). Simon ist währenddessen Teil der Freeride Szene und mit seinem Freeride Buddy Martin Rofner in Europa unterwegs, um einen begehrten Startplatz für die Freeride World Tour zu ergattern.Mit ihrem schmalen Budget näch- tigen sie auf dem Weg zum Contest in Andorra im Auto auf südfran- zösischen Parkplätzen oder feiern nach intensiven Contest Tagen Partys (speziell in Erinnerung bleiben die norwegischen Nächte bei der legen- dären Roldal Freeride Challenge). Zum Glück kreuzen sich unsere Wege – bei einer Kunstaustellung mit sehr starkem Skibezug. Kurze Zeit später, vor fast genau zehn Jahren, habe ich Simon zum ersten Mal für einen gemeinsamen Skitag abgeholt. Ich kann mich noch gut an das Gefühl erinnern: kalter, stürmischer Wintermorgen, kribbeln im Bauch und große Nervosität. Wir sind an den Sonnenkopf gefahren (Luftlinie nur ein paar Kilometer von unserem jetzigen gemeinsamen zu Hause in Schruns entfernt): Die Schneever- hältnisse waren semi-optimal, und ich habe mich einfach nur darauf konzentriert, Simon nicht aus den Augen zu verlieren - er war natürlich damals schon der viel bessere Skifahrer. Da konnte ich mit meiner Kin- derskilehrerkarriere & Liebe zumTiefschnee nicht mithalten.Trotzdem war es ein toller Tag mit anspruchsvollen Abfahrten, denn Simon hatte schon immer ein feines Gespür dafür, was er seinen „Gästen“ zutrauen kann und wo er den besten Schnee findet. Es hat gefunkt und unsere Leidenschaft fürs Skifahren hat uns seit dem ersten Tag begleitet & zusammengeschweißt. Simon war zu dem Zeit- punkt Student in Innsbruck, ich hatte gerade angefangen bei den Sil- vretta Montafon Bergbahnen zu arbeiten – mein absoluter Traumjob. Jeden Tag das angenehme Surren der Gondel im Hintergrund, die Ski

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