Bergstolz Issue No. 90
36 MOUNTAIN BIKE HOL I DAYS Bergstolz Ski & Bike Magazin • 04 | 2020 MOUNTAIN BIKE HOLIDAYS #KLOPEINER SEE Text: Norman Bielig Foto: WOM Medien [ Steile Herausforderung am Petzen Thriller ] Bei Thriller denkt man fast schon zwangsläufig erst einmal an den Hit von Michael Jack- son. Und irgendwie haben wir diesen auch im Ohr, als wir den Lift verlassen und durch das Eingangsportal des Thriller-Trails auf der Petzen fahren. Richtig gelesen – es heißt die Petzen. Das Bergmassiv markiert südlich von Bleiburg die Grenze zwischen Österreich und Slowenien. Mit dem Kordeschkopf finden wir den östlichs- ten Zweitausender der Karawanken, sowie der südlichen Kalkalpen hier. Und Kalk ist direkt ein gutes Stichwort. Oben vom Einstieg kann man direkt hinüber auf den Trailpark Jamnica blicken, auch wenn man ihn in der Hügellandschaft Sloweniens kaum ausmachen kann. Die Gebiete sind gefühlt nur einen Steinwurf voneinander entfernt und doch so unter- schiedlich in ihrem Charakter. Die Petzen wartet mit Karstgestein auf und dort, wo das Kalkgestein nicht aus dem Boden blickt, findet sich dunkle, lehmhaltige Erde. Kurzum – bei Nässe ist der Thriller eine wahre Herausforderung. Auf den Spuren der Enduro-Profis Glücklicherweise ist uns das Wetter wohlgesonnen und so bietet der kalkige Untergrund jede Menge Grip. Den können wir auch gut gebrauchen, denn schon nach den ersten Kurven wird der Thriller steiler. Zwar windet er sich im oberen Teil noch in endlosen Kehren durch die Blaubeeren, doch sobald er im Wald verschwindet scheint er die Falllinie mehr und mehr aufzunehmen. Wir fahren den Thriller zum ersten Mal und an Höchstgeschwin- digkeit ist noch nicht zu denken – wir erarbeiten ihn uns Stück für Stück, Passage für Pas- sage. 2018 fuhren hier zum ersten Mal die Enduroprofis der EnduroWorld Series im Rahmen eines EWS-Stopps auf Zeit hinab. Nur 16 min brauchte der schnellste Fahrer vom Einstieg bis ins Tal – wir werden uns heute etwas länger aufhalten. Schließlich haben wir Zeit. Der Thriller ist ein spannender Gegensatz zum nebenliegenden Flow Country Trail. Während der Flow Country Trail mühevoll aus dem Hang genommen wurde, eingesandet und geshapt um möglichst vielen Mountainbikern Spaß zu bringen, nimmt der Thriller die natürliche Linie von Wald und Berg auf. Ein Naturtrail wie er im Buche steht. Gepaart mit dem natürlichen Untergrund ist er deshalb aber nur versierten Fahrern zu empfehlen und bei Nässe sollte man einen wirklich guten Tag haben. Uns gefällt diese Herausforderung.Auch weil der Trail äußerst abwechslungsreich gestaltet ist. Steile Passagen wechseln sich mit längeren Traversen ab. Immer mal wieder führt er über dicke Wurzeln, dann ist es eher felsig. Und hat man sich erst einmal an den Untergrund gewöhnt entwickelt der Thriller seinen ganz eigenen Rhythmus. Und da passt der Verweis auf Michael Jackson dann ja auch irgendwie wieder.
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