Bergstolz Issue No. 90

34 MEXICO Bergstolz Ski & Bike Magazin • 04 | 2020 zukommen, definitiv auf die Probe. Die Menge an Shake- Hands, High Fives, "Holy shit!"- und „Dieser Flow ist ver- rückt!"-Ausrufe, sind die Strapazen aber allemal wert. Ich hab keinen einzigen Fahrer gehört, der sich über die Qua- lität der Strecken beschwert hätte oder auch nur nicht ge- grinst hätte nach getaner Arbeit. [DER WETTBEWERB] Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, wird beim Ren- nen außerdem die Zeit genommen. Das Teilnehmerfeld war ziemlich beeindruckend dieses Jahr: Die ehemaligen Enduro-Weltmeister Richie Rude und Shawn Neer – wie auch Jesse Melamed EWS Trophy Nationengewinner – der EWS-Sieger in Whistler, Ludo May, „Motivation Monday Racer“, Adam Craig die US Legende, der schnellste mexi- kanische Fahrer Branham Snyder, oder im Frauenfeld An- dreane Lanthier Nadeau sowie Emily Slaco und viele mehr waren am Start. Zusätzliches Highlight: Das Rennen fand am Día de los Muertos statt, einem der wichtigsten mexikanischen Fei- ertage. Deshalb hatte der Führende kein besonderes Trikot an, sondern fuhr den ganzen Tag den Tod am Bike mit herum: Eine kleine Schädelfigur, die ihren Platz im jewei- ligen Rucksack fand. Im Frauenfeld hat Andreane das Tempo ziemlich hoch ge- halten und jeden Tag dominiert. Sie wäre mit ihrer Zeit bei den Pro Männern auf Platz 12 gelandet! Emily Slaco folgte ihr auf dem zweiten und Megan Rose, die Organi- satorin der Trans BC und Trans New Zealand, auf dem drit- ten Platz. Die 17 Frauen, die das Rennen beendet haben, haben meinen größten Respekt! In der offenen Kategorie gewann erstmals ein Mexikaner! Und dass Jota Ortega sein Heimpublikum stolz gemacht hatte, war nicht zu übersehen – es wurde wild gefeiert! Jota holte sich den Sieg vor dem Kanadier Noel Bolso und dem Portugiesen Filipe Caldeira, der das TransMadeira organisiert. Im Master 40 gewann Phillips Botsy mit einer beeindru- ckenden Zeit, die ihn unter die Top-Ten der Profi-Männer gebracht hätte. Matt Patterson belegte den zweiten und Craig Wilson den dritten Platz. Bei den Pros ging es richtig hart zur Sache: Richie Rude und Shawn Neer führten am ersten Tag, aber am zweiten Tag gelang mir ein tolles Comeback, und ich durfte den Tod in meinen Rucksack packen. Nach Tag drei trennten uns nur 15 Sekunden. Richie und Shawn gingen am letz- ten Tag in voller Renngeschwindigkeit an den Start. Auf den langen Stages konnte ich trotz Müdigkeit und dank meiner Erfahrung mithalten, aber gegen ihren Speed und ihr Talent war auf den kurzen Etappen für mich kein Blu- mentopf zu gewinnen. Schlussendlich holt sich Richie den Sieg wenige Sekunden vor seinem Teamkollegen Shawn Neer und ich landete auf dem 3 Platz. Auf Rang vier tauschten Ludo May und Adam Craig tag- täglich die Plätze. Schlussendlich war dann Adam nicht einmal zehn Sekunden weniger auf dem Track als Ludo und holte sich Blech. [FAZIT] Die TranSierra Norte ist mehr als nur ein Rennen, sie ist ein einmaliges Fahrrad-Abenteuer mit der authentischsten Kultur und Tradition, die diese Region zu bieten hat. Ge- fahren wird auf den besten Trails Mexikos, das Essen ist außergewöhnlich, und den Teilnehmern werden die lokale Kultur und Tradition authentisch vermittelt. Der Zusam- menhalt und die Freundschaft unter den Ridern sind ein- zigartig – eine Traumwoche auf dem Bike, und dazu die Gelegenheit, die Erlebnisse mit anderen Bike-Fans aus aller Herren Länder zu teilen! Ich bin seit langem ein Fan dieser Veranstaltung, und wegen der Kombination aus sensationellem Biken, spannender lokaler Kultur, netten Menschen und dem Rahmenprogramm durch den Día de los Muertos bleibt die TranSierra Norte auch weiterhin ganz oben auf meiner Liste von Mehrtagesrennen stehen!

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