Bergstolz Issue No. 90
32 MEXICO Bergstolz Ski & Bike Magazin • 04 | 2020 Die Organisation des TranSierra Norte ist im Übrigen spit- zenmäßig: Im Vorfeld bekommt man zwar nicht allzu viele Informationen darüber, was einen erwartet, aber gerade genug, um sich sicher zu fühlen. Es scheint auf den ersten Blick alles ein bisschen unorganisiert zu sein, aber das Sa- nitätsteam ist eines der besten, das ich je gesehen habe! Die Logistik ist auf dem Punkt - wir haben nie gewartet oder waren zu spät im Programm. Aus meiner Sicht eine fast unmöglich erscheinende Leistung, denn ein solches Rennen mit einer dermaßen entspannten Einstellung zu bewältigen, während man gleichzeitig super seriös und or- ganisiert ist, ist respekteinflößend. [DAS CAMP] Das Riders‘ Camp liegt auf 2.500 Metern Höhe in einer Öko-Lodge. Eine einfache Unterbringung, aber es gibt warme Duschen und gute Matratzen. Dieser Komfort ist in Anbetracht der Intensität der Tage am Bike nicht zu unter- schätzen! Leider waren die Wolken in diesem Jahr wirklich zwischen den Bergen eingeklemmt, und wir hatten etwa 100% Luftfeuchtigkeit und Null Sicht im Basislager. Das Team kochte leckeres mexikanisches Essen, und wir beka- men einige lokale Gerichte und kostenlose Biere aus der Oaxaca-Brauerei zu kosten. Vier Tage unwegsames und wildes Gelände sind nicht ein- fach für Körper und Fahrrad. Wenn man also wieder im Lager ist, versucht man sich so gut es geht zu regenerieren, stellt sicher, dass das Fahrrad für den nächsten Tag bereit ist, isst und versucht, sich etwas auszuruhen. Die gegen- seitige Unterstützung ist wirklich beeindruckend, und man ist nie allein im Lager, es gibt immer jemanden, der einem hilft, eine Lösung zu finden, wenn man ein Problem hat, oder ein nettes Gespräch am Feuer mit ein paar Bieren und Mezcal zu führen. [DAS PROFIL] Auf der Webseite des Rennens heißt es: „Es erwarten Sie mehr als 15 Etappen mit einer großen Geländevielfalt, von sieben Kilometer langen Trails und mehr als 1.000 Tiefen- metern auf lehmigen, schmalen Singletrails bis hin zu na- türlichen Steilkurven – den lockersten und felsigsten, die sich Ihre Bremsen und Hände vorstellen können. Der Sing- letrack in der Sierra Norte von Oaxaca wurde von mehre- ren internationalen Fahrern als einer der besten Trails bezeichnet, die sie je gefahren sind.“ Ich denke, es fasst die Situation recht gut zusammen. Ich bin noch nie so viele lange Etappen in einem Enduro-Ren- nen gefahren. Und zwischendurch hatten wir auch kurze Etappen direkt auf den Höhenrücken mit frischem, lehmi- gem Gelände und unglaublichem Flow. Bei Regen war der Boden weich und sanft, die Traktion war super und der Stoke am Ende jedes Trails hoch. Um ehrlich zu sein, gibt es keinen Trail, von dem ich sagen würde, dass ich keinen Spaß gehabt hätte, aber es gibt mit Sicherheit Trails, von denen ich sagen würde, dass sie die besten Etappen sind, die ich je gefahren bin. Es ist ein tricky Rennen, also er- warte einige Überraschungen, wie Spitzkehren oder un- erwartete Hindernisse auf der Strecke. Dadurch ergibt sich aber auch eine fast unglaubliche Vielfalt des Geländes: Von steilem Gefälle bis zu mild abfallenden Trails, von jungfräulichen Pfaden durch einen Kiefernwald bis hin zu weiten, offenen Wiesen mit fantastischem Grip. Und selbstverständlich sind auch ein paar scharfe, kurze An- stiege dabei. Das TranSierra Norte stellt neben der Ausdauer auch die Fähigkeit aller Rider, das Gelände zu lesen sowie ihre Be- mühungen, heil und in einem Stück aus der Stage raus-
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