Bergstolz Issue No. 88
46 MESTIA / / GEORGIEN Bergstolz Ski & Bike Magazin • 12 | 2019 rauf auf den Turm. Die einzelnen Stockwerke sind dabei nur über Leitern zu erreichen. Gar nicht so einfach! Wieder unten angekommen füttern wir noch schnell das Vieh und fahren zurück nach Mestia und lassen den Abend bei Essen und Karaoke singend ausklingen. Sachen gibt’s… Am nächsten Morgen starten wir wie ausgemacht recht früh Richtung Uschguli. Die Fahrt dorthin ist abenteuerlich und der Chacha macht sich bemerkbar. Für uns, die wir deutsche Straßen gewöhnt sind, ist die 'Hauptstrasse' eher eine Geröllpiste. Haben wir uns nach einigen Kilometern noch gefragt, warum zuweilen uralte russische Bull- dozer am Wegesrand stehen, kommt schon bald die Erklärung. In Form einer Stein- mure, die die 'Straße' unter sich begraben hat. Unser Fahrer manövriert den kleinen Allrad Bus gekonnt und mit Schwung über die Kiesel, dass selbst Ken Block neidisch geworden wäre. In Uschguli angekommen haut’s uns echt aus den Socken! Das ist ein Stück Land- schaft, das seinesgleichen sucht. Dazu die mittelalterlich wirkenden Dörfchen. Der Wahnsinn! In diesem Gebiet gibt es schier unendliche Möglichkeiten Skitouren zu gehen.Wir machen nach der ganzen Schüttelei zwar nur eineWohlfühl-Tour zur Ruine des 'Tempel der Tamara', doch auch hier sind die Eindrücke und Ausblicke fantastisch. Am Nachmittag treffen sich alle in einer netten Wirtschaft, wo noch die Mama kocht. Auf demWeg dahin gehen wir mit unserem Guide noch kurz im Hotel vorbei, das wir ursprünglich für die vergangene Nacht gebucht hatten. Wir werden auf einen Drink EINGELADEN und der Wirt entschuldigt sich fast noch bei uns, weil's nicht geklappt hat. In Deutschland unvorstellbar und ein weiterer Beweis für die Gastfreundschaft. In der ursprünglichen Kneipe gibt es wieder unvergleichbar leckeres, georgisches Essen und dazu ein feines Feierabend Bier. Wie gesagt, in Georgien geht alles ein wenig entspannter dahin, deswegen fahren wir erst bei Einbruch der Dunkelheit wieder Rich- tung Mestia. Auf dem Weg bleiben wir mit dem Auto in einer Schneewehe hängen und können tatsächlich mal die Lawinen Schaufeln zum Einsatz bringen. Am nächsten Tag bestellen wir wieder einen Fahrer, der uns erneut nach Tetnuldi bringt. Allerdings bei Schneefall und schlechter Sicht. So brechen wir Frühnachmittag ab und werden dafür tags darauf mit Neuschnee und Sonnenschein belohnt! Alle geilen Runs nochmal unverspurt. Was für ein Ausklang!! Tags drauf geht’s wieder heim und diesmal dauert die Fahrt zum Flughafen tatsächlich nur 3,5 Stunden. Bevor wir von Beko an den Flughafen gebracht werden, zeigt er uns noch den Markt von Kutaissi und führt uns an ein paar geschichtlich interessante Orte in der Stadt. Sein Wissen über das Land und seine Freude, es auch mit uns zu teilen, honorieren wir mit einer Einladung zum Shawarma Essen und einem angemessenen Trinkgeld. Fazit: Super Land! Super Leute! Super Essen! Schier unendliche Möglichkeiten mit Mega Runs. Sehr einfach zu erreichen und preislich unschlagbar. Wenn nur der Chacha nicht wär!
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