Bergstolz Issue No. 88

EINS ZWEI FÜR DAS PERFEKTE FREERIDE ABENTEUER #TOTHEKORE KORE 105 + KORE 1 .COM Am Tag zwei geht’s jetzt aber in ein „richtiges“ Skigebiet! Tetnuldi! Eröffnet im Februar 2016 liegt es auf einer Höhe von 2.265 Meter bis 3.160 Meter, gleich unterhalb des 4.858 Meter hohen Mt. Tetnuldi. Hier findet man vier Sessellifte, die aber ideal gebaut sind, um problemlos und ohne große Aufstiege in die diversen Rinnen, Couloirs und Flanken zu kommen. Wir vergnügen uns also den ganzen Tag bei perfektem Sonnenschein in eben diesen Abfahrten, finden genügend unverspurte Hänge und sind schlichtweg begeistert von der Landschaft und dem Bergpanorama. Spätnachmittag sitzen wir zufrieden bei Bier und Schawarma in der Sonne und holen uns bei Ralf und anderen Einheimischen ein paar Tipps, was wir noch so alles starten können. Ein Vorschlag hört sich gut an: Uschguli! Uschguli ist eine Dorfgemeinschaft, gelegen auf 2000 – 2200 Meter, bestehend aus vier Ortsteilen am oberen Ende der Enguri- Schlucht in Ober-Swanetien und ist bekannt für seine Wehrtürme. Der Ortsteil Tscha- schaschi ist seit 1996 Teil des UNESCO-Welterbes. Acht Kilometer nördlich, das Enguri-Tal aufwärts, liegt der Berg Schchara (5.201 Meter), der dritthöchste Gipfel des großen Kaukasus und der höchste Berg Georgiens. Also warum nicht. Wir buchen uns dafür einen Guide namens Georgi, der alles Wei- tere organisiert. Der Plan ist, am ersten Tag eine Tour am Berg Layla zu machen, dann nach Uschguli zu fahren, dort zu übernachten und am nächsten Tag vor Ort eine Tour zu gehen. Aber es kommt anders! Wir gehen zwar die Tour am Berg Layla, sind danach aber erstens körperlich bedient und zweitens auch schon recht spät dran. Wir entscheiden uns also dazu, wieder zurück nach Mestia und erst am nächsten Morgen ganz früh nach Uschguli zu fahren. Außerdem wollen wir unbedingt mal in so einen Wehrturm! Georgi hat sofort und spontan was organisiert und so finden wir uns bei Andro wieder, der in Ushkhvanari einen Hof mit ebenso einem Wehrturm bewirtschaftet. Aber vor der Besichtigung geht’s erst mal in die gute Stube. Andro richtet was zu essen her und uns schwant schon Schlimmes. Jetzt wird Chacha getrunken. Eigentlich ein tra- ditioneller Tresterbrand, der schwarz und gerne aus Früchten gebrannt wird und in diesem Fall irgendwo zwischen 60-70 % liegt! Jetzt muss man wissen, dass nach einem Chacha nicht Schluss ist. In Georgien ist dreimal trinken wohl Pflicht! Auf Gott, auf die zwei Erzengel und auf den heiligen Georg! Dann kommt die Kür! Auf die Familie, auf Freunde, auf die Lebenden, auf die Toten. Und dann geht’s Freestyle weiter! Nach ca. zehn Chacha geht’s auch endlich MESTIA / / GEORGIEN 45

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