Bergstolz Issue No. 88

24 RUHE NACH DEM STURM Bergstolz Ski & Bike Magazin • 1 2 | 2019 ment nachts im starken Schneefall unterwegs. Es ist doch ein bisschen kalt, auch wenn es unglaublich schön ist, alles glitzert im Schein der Stirnlampen. Das Free- riden im Dunkeln ist eine Herausforderung. Landungen sind nicht zu erkennen, es kommt viel mehr aufs Gefühl als auf die optische Wahrnehmung an, und wir sind ziemlich passiv unterwegs, weil die Lawinengefahr schwer einzuschätzen ist. Acht Menschen auf engstem Raum - natürlich ohne Dusche, weil die Duschkabine dringend benötigter Stauraum ist - und jeden Tag ziemlich viel nasses Zeug. Nach mehreren Tagen unterwegs ist dann doch ein kleiner hygienischer Notstand aus- gebrochen, dem auch mit massivem Deo-Einsatz nicht mehr entgegengewirkt wer- den kann. In der Therme können alle entspannen - während der Fotograf Moritz Ablinger und die beiden filmenden Pauls in den Garderoben und auf den Toiletten alle Steckdosen in beschlag nehmen, Backups machen und die Akkus laden. Nach all den Deep Pow Tagen, so schön sie sind, wollen wir doch endlich die grö- ßeren Lines fahren. Als dann die Sonne wieder rauskommt, gibt es kein halten mehr. Österreich ist fast wie Alaska. Wir können unser Glück nicht fassen, massive Drops und interessantes Sluff Management von früh bis spät. Zu Silvester fangen wir dann doch auch ein bisschen zum Nachdenken an. Was macht Glück aus? Ist glücklich und entspannt sein der Ausnahmezustand im Leben? Es ist natürlich keine Lösung, sich einfach von der Welt abzukapseln und Probleme zu ignorieren - aber meist reicht es schon, bewusst zu entscheiden, von welchen Dingen wir uns ärgern lassen. Und den Dingen, die uns Freude bereiten, mehr Zeit zu widmen. Aber seht selbst: „Ruhe nach dem Sturm“ ist ab 12.12.2019, 15:30 Uhr online verfügbar! Viel Spaß beim streamen und habt einen powderreichen Winter! Der (unvollständige/basic) Guide zum Simple Life/einfachen Leben: DER ERSTE SCHRITT FÜR DAS LEBEN IM MOMENT: Hör auf, Andere zu beneiden. Lei- der wird bei all den tollen Fotos auf Social Media nun Mal jeder ein bisschen neidisch also: Schalt dein Smartphone mal länger aus. ZWEITENS: Flow. Sei flexibel. Ist es wirklich so wichtig, dass dies und das genau jetzt und in dieser Form passiert? Ist es nicht viel besser, einfach den Umständen Raum zu geben und mit dem Flow zu leben? (Anmerkung: Flow und faul sein sind zwei verschiedene Dinge. DRITTENS: Ressourcen. Welche Dinge benötigst du wirklich für dein Vorhaben? Wieviele Stunden musst du arbeiten, um dir deine Träume zu verwirklichen? Welche Dinge, die Geld kosten, kann man streichen? Es kann für manche Men- schen viel besser sein, ein Saisonticket zu kaufen und in Jugendherbergen oder bei Freunden auf der Couch oder sogar im Zelt zu wohnen, während für andere eine Woche All-inclusive-Skiurlaub mit gutem Essen die bessere Wahl ist. To be continued…. @mountaintriber // @mountaintriber Im Endeffekt konzentrierten wir uns auf das Wesentliche. In den Weihnachtsferien ist in den Skigebieten allerdings in den Alpen ziemlich viel los. Und wir waren etwas besorgt, ob wir unsere ersehnte Einsamkeit so leicht finden würden. Packen wir die Smartphones am Beginn unserer Reise sicherheitshalber mal ganz weg. Geben die Sim Cards raus und in ein altes Tastenhandy rein, bringen unsere feinmotorischen Skills vom SMS schreiben unter der Schulbank wieder auf Vordermann und hören Radio, um zu wissen, wie das Wetter wird. Am Weg ergeben sich noch ein paar kleinere Abenteuer im Schnee. [ INFOBOX ]

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