Bergstolz Issue No. 88
_LEICHT _VIELSEITIG _KRAFTVOLLER REBOUND Geh raus und hab Spaß – der Ripstick vereint Leichtgewicht mit ultimativer Performance und nimmt jede Herausforderung an. Optimaler Auftrieb und höchste Stabilität machen ihn zum perfekten Freeride-Ski. ELANSKIS.COM RIPSTICK 106 BLACK EDITION Always Good Times RUHE NACH DEM STURM Bergstolz Ski & Bike Magazin • 1 2 | 2019 23 Doch Stop, halt - fast hätten wir ein wichtiges Detail vergessen: Die Smartphones bleiben zuhause... doch dazu später mehr. Unsere Zieldestination: Italien, Aostatal. Nicht weit weg von Innsbruck, großartige Berge, Neuland für uns alle und im Herbst 2018 mit extrem viel Schnee gesegnet. Bei Livigno starten wir unsere erste Skitour. Über die Passstraße und die Lawinengalerie kamen wir zu einem Tal, das zumindest auf der Karte ziemlich vielversprechend aussah. Das Gelände war mega, doch an- statt Powder fanden wir vor allem einen soliden Harschdeckel. Nach stundenlangem Aufstieg waren die Lines im steilen Gelände trotzdem irgendwie ein Genuss. Was vermutlich daran liegt, dass wirklich jeder Schnee total super ist, wenn man selbst hinaufgeht und eine gute Crew am Start ist. Die Motivation war riesig, doch die Wettervorhersage ließ Böses ahnen: Im Aostatal hatte es auf 2000m hohe Plus- grade, und es war kein Schneefall in Sicht. Dafür kündigte sich ein solider Nordstau zuhause in Österreich an. Im ersten Mo- ment war die Enttäuschung bei der ganzen Crew groß: Sollten wir wirklich unsere Pläne über den Haufen werfen und statt Neuland zu erkunden einfach wieder heim- fahren? Beim Abendessen imWohnmobil und bei Gitarrenmusik von Multitalent Moritz Ab- linger fiel die Entscheidung: Ab in den Norden, ab nach Hause. In unserer eigenen kleinen Welt auf vier Rädern und mit über einem Meter Neuschnee sehen selbst ver- traute Berge ganz anders aus. Und schon standen wir vor der nächsten Herausforde- rung: Der Schneefall war so ergiebig, dass auch auf den Straßen ziemlich viel Schnee war. Und Wohnmobile sind groß, schwerfällig und nur bedingt dazu geeignet, auf engen Straßen mit viel Neu- schnee auf den Berg zu kom- men. Eine große Crew hat viele Vorteile - was der Eine nicht weiß, hat der Andere zumindest schon mal ir- gendwo passieren sehen. Als Kollektiv haben wirs irgend- wann geschafft, die Schnee- ketten richtig amWohnmobil anzubringen und mit wag- halsigen Fahrmanövern den Berg hinauf zu kommen. Oben: Winterwonderland. Pillows überall, Faceshots ohne Ende und eine euphori- sche, durchnässte Crew. Nur noch am senden, Tricks, Gaps, Taps und unzählige Crashes - die in dieser weichen Wunderwelt einfach vollkommen ohne jede Konsequenz bleiben. Powder, food, sleep, repeat Nach einigen Tagen sind alle eingegroovt, jeder Rider findet meistens die richtigen Boots und zusammengehörende Handschuhe - trotz permanentem Chaos imWohn- mobil. Auch Fotografen und Filmer haben ein ausgeklügeltes System entwickelt, um all die Objektive zu trocknen. In der Früh und am Abend wird ordentlich gekocht, untertags reichen die Endor- phine und Snacks. Abends, erschöpft vom Tag und ohne Internet, findet sich Zeit für Gespräche und epische Kartenspiel Battles. Wir sind selbst erstaunt, dass uns Komfort nicht fehlt. Auch die Abwesenheit von Smartphones wirkt sich extrem gut auf die Gruppendynamik aus. Gespräche laufen nicht ins leere, bloß, weil ein Handy vibriert und alle sind wesentlich entspannter, weil wir uns nicht selbst unter Druck setzen, sofort Fotos und Stories posten zu müssen. So manch einer würde dabei vielleicht denken, die Online-Community würde uns vermissen. Doch naturgemäß ist von denen ja keiner da, und analog dazu unsere Gedanken daran. An einem dieser Abende haben wir doch noch Energie übrig und touren durch den tief verschneiten Wald. Normalerweise ist man nicht unbedingt mit Touren Equip-
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