Bergstolz Issue No. 74
Seite 18 | BERGSTOLZ BikeMagazin APRIL 2018 GRANDE FINALE pazen des Tages zu erholen, genießen unseren Cappuccino und das „dolce far niente“. 3.500 Höhenmeter, insgesamt 60 Kilometer und über 15 Kilometer Trails – so stellen wir uns eine g’scheite Tour vor. Zu empfehlen ist die aber nur hartgesottenen Bikern, die es gewohnt sind, auch nach vier Stunden bergauf noch den härtesten Trail der Region zu fahren. Neben dicken Oberschenkeln kommt man hier ohne vernünftige Skills auf dem Bike nirgendwo hin – außer man schiebt. Nach diesemAbenteuer ruhen wir uns erstmal einen Tag auf unseren Lorbeeren aus und legen einen Ruhetag ein. Unser Ziel ist der Strand in Varigotti, an dem dieWellen etwas höher sind und fast direkt an den terrakottafarbenen Häusern brechen.Alleine die Fahrt auf der Küstenstraße dorthin ist ein Erlebnis.Wir lassen uns die Sonne auf den Pelz brennen und genießen das Strandleben im, durch seine Downhillstrecke in MTB-Kreisen, bekannten Ort: Von Le Manie kommend fährt man in die extrem verblockte Strecke mit der unbeschreiblichen Aussicht ein – wenn in Finale, dann sollte man sich das mal zu Gemüte führen.Allerdings gilt auch hier: Ohne gute Fahrtechnik schiebt man die drei Kilometer runter… Ausgeruht gehen wir tags darauf unsere nächste Erkundungsfahrt an: La Briga erwartet uns. Gleich am Ortsende Finale Ligures Richtung Varigotti geht es hoch nach Le Manie. Etwa 40 Minuten heißt es bergauf auf einer Teerstraße zu treten, bevor links eine Schotterpiste abzweigt. Die entwickelt sich ziemlich schnell zu einem technischen Trail, der ebenfalls 2017 Teil der Enduro World Series war. Wem das zu hart ist, der kann sich in entgegengesetzter Richtung am Monte Caprazoppa genau das an Wegstrecke und Trail raussuchen, das dem eigenen Können entspricht: Hier gibt eine Unzahl von Möglichkeiten, entweder man fährt direkt von Finale rauf, man wählt den – sozusagen - rückseitigenWeg über Borgio Verezzi oder fährt überhaupt Richtung Autobahn und dann von Gorra hoch. Oben angekommen kann man aus einer Vielzahl an Trails für jede Kön- nensstufe wählen, von der Cross Country- bis hin zur EWS-Strecke findet sich hier eine wunderbare Spielwiese für Biker. Etliche Höhenmeter bergauf, viele Kilometer bergab und einige italienische Spät- sommertage später neigt sich unsere Reise ihrem Ende zu. Die Beine sind doch deutlich schwerer als zu Beginn, deshalb steht unser Entschluss fest: Jetzt ist unsere Shuttle-Zeit gekommen! Shuttle-Unternehmen gibt es zahlreiche in Finale Ligure. Wir entscheiden uns für Freeride Ligure mit seinen unterschiedlichen Tagestrips. Eines der für uns überzeugenden Argumente für dieses Unternehmen war die Defender Tour: Dabei wird exklusiv auf Privatgelände des Veranstalters gefahren. Der Guide zeigt einem bis zu sechs verschiedene Strecken, die relativ wenig befahren und immer top gepflegt werden. Dank Guide müssen wir uns auch nicht um die Ori- entierung kümmern und können die flowigen, schnellen Waldboden-Trails in vollen Zügen genießen. Inbegriffen ist außerdem das Mittagessen in einem ro- mantischen Bergdörfchen. Serviert werden heimische Spezialitäten - das Rundum-Wohlfühl-Paket also! Wer es doch lieber einfacher haben will, kann sich direkt am Evolve Bike Shop für kleines Geld entweder nach Melogno zu Rollercoaster Kill Bill, New Roller- coaster, Madonna della Guardia und Cavatappi oder zur Base Nato zu Sentiero H, Base Nato, 115, Crestino und Madre Natura shuttlen lassen. Hat man sich mal entschieden, welche Line man fahren will, dann geht’s – ohne Guide – bergab. Am Rollercoaster mit seinen verschiedenen Varianten und auf der Base Nato geht’s um Heizen und Shredden bis die Reifen glühen – das Paradies für jeden Bikesüchtigen! So kann man locker auch eine ganzeWoche nur mit Shut- tlen verbringen, oder aber man nutzt das Shuttle für die erste Wegstrecke und lässt eine längere Tour folgen, um sich die öde Asphalttreterei zu sparen. Auch wenn die vielen Trails undAbfahrtskilometer Belohnung genug sein sollten für den enthusiastischen Biker – der Mensch lebt nicht von Luft allein!Wer tags- über fleißig war und sich abends mit knurrendem Magen auf die Suche nach geeigneter Nahrung macht, dem werden die vielen Speiselokale und ihre Spe- zialitäten der ligurischen Küche das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen - egal ob fangfrischer Fisch oder klassisch Pizza und Pasta. Uns haben es beson- ders die Focacini angetan: Focacini sind kleine frittierte Kartoffelbällchen, die man als Vorspeise serviert bekommt und machen süchtig! „Dolce Vita sulla bicicletta“ – nirgendwo sonst lassen sich Biken und italieni- sches Lebensgefühl so wunderbar verbinden wie in Finale Ligure. Grande Finale – wir werden auch dieses Jahr wiederkommen, um uns unsere Dosis Bikewahn- sinn im Spätsommer abzuholen!
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy Mzk0ODY=